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Dienstag, 20 Juli 2021 09:00

Russland: Neue Lokomotivmodelle und Instandhaltungsoptionen für anspruchsvolle Strecken wie BAM und Transsib

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Fotos RŽD.

In den letzten fünf Jahren hat die Russische Eisenbahn RŽD etwa 3.000 neue Lokomotiven für die Summe von über 426 Mrd. Rubel (4,9 Mrd. EUR) gekauft. Diese Daten wurden vom Generaldirektor und Vorstandsvorsitzenden Oleg Belozërov auf der Sitzung des Rates für die Zusammenarbeit zwischen dem Unternehmen und den Transportmaschinenbauunternehmen, die in Moskau stattfand, mitgeteilt.

An der Veranstaltung nahmen Aleksandr Morozov, stellvertretender Minister für Industrie und Handel der Russischen Föderation, Aleksandr Ivanov, stellvertretender Leiter der Föderalen Agentur für Eisenbahnverkehr, sowie die Leiter der größten Lieferanten von rollendem Material und Serviceunternehmen teil.

Laut dem Chef der Russischen Eisenbahnen sank dank der systematischen Beschaffung neuen Rollmaterials in den letzten 10 Jahren der Abschreibungsgrad der Lokomotivflotte von 78% auf 59% und die Russischen Eisenbahnen halten in dieser Hinsicht nicht nur mit ausländischen Unternehmen mit, sondern übertreffen sie sogar.

"Die Aufträge der Holding der Russischen Eisenbahnen sorgen für eine stabile Auslastung der Produktionskapazitäten und ermöglichen es den Maschinenbauern, in die Entwicklung neuer technischer Lösungen zu investieren", so der Chef der Russischen Eisenbahnen.

Gleichzeitig sei es wichtig, weiter an der Verbesserung der Qualität der gelieferten Ausrüstung zu arbeiten, da deren Zuverlässigkeit die Arbeitsergebnisse der Russischen Eisenbahnen bestimme.

Unter den Bedingungen der praktisch erschöpften Tragfähigkeit der BAM und der Transsibirischen Eisenbahn wird bei den umfangreichen Arbeiten zur Rekonstruktion der Infrastruktur jeder Ausfall einer Lokomotive kritisch. Neue Technologien zur Intervallsteuerung des Zugverkehrs wie bewegliche Blockabschnitte und "virtuelle Kupplungs"-Technologie erhöhen die Intensität des Verkehrs weiter und stellen damit zusätzliche Anforderungen an die Zuverlässigkeit der Lokomotivflotte.

Oleg Belozërov forderte die Hersteller auf, sich an den auf der letzten Ratssitzung (28. Juli 2020) beschlossenen Grundsatz zu halten, die absolute Zuverlässigkeit der Lokomotive im Betrieb zu gewährleisten, u.a. durch die Redundanz von Hauptbaugruppen.

Der Chef der Russischen Eisenbahnen wies auch auf die Notwendigkeit hin, die Zeit für die Entwicklung und Inbetriebnahme neuer Maschinen zu verkürzen.

"Ich spreche von der Entwicklung neuer Modelle von Güterzuglokomotiven für den Ostbereich, von Diesellokomotiven, die mit alternativen Kraftstoffen betrieben werden, von Lokomotiven mit Hybridantrieb, von Hochgeschwindigkeits-Elektrolokomotiven für den Personen- und Containerverkehr und von neuem Rollmaterial für den Personenverkehr. Es ist sehr wichtig, eine schnelle Serienproduktion neuer Motoren zu starten und den Anteil der importierten Komponenten zu reduzieren", betonte Oleg Belozërov.

Im Zusammenhang mit der Umsetzung von Beschlüssen, die auf früheren Ratssitzungen gefasst wurden, erwähnte Oleg Valinskij, stellvertretender Generaldirektor der RŽD und Leiter der Traktionsdirektion, dass das Unternehmen dazu übergegangen ist, Lokomotiven ausschließlich im Rahmen von Lebenszyklusverträgen zu kaufen. "Die gelieferten Lokomotiven werden von den Herstellern zur Wartung angenommen, die ähnliche Beziehungen zu ihren Komponentenlieferanten aufbauen", fügte er hinzu.

Ihm zufolge wird eine vertrauensvolle Umgebung zwischen der Russischen Eisenbahn und den Serviceunternehmen geschaffen, um Informationen über den aktuellen technischen Zustand des Rollmaterials auszutauschen. Es wird ein Modell zur präventiven Diagnostik einzelner Baugruppen von Lokomotiven entwickelt und regionale Zentren für die Betreuung neuer Geräte werden von den Herstellern eingerichtet.

In Zusammenarbeit mit den Herstellern wird an umweltfreundlichen Lokomotiven gearbeitet und der Digitalisierungsgrad des in der Entwicklung befindlichen Rollmaterials erhöht.

Die Russische Eisenbahn hat ein ausgewogenes mittelfristiges Programm für die Erneuerung des Lokomotivparks unter Berücksichtigung der optimalen Auslastung der Maschinenbaubetriebe erstellt; es wurden technische und betriebliche Anforderungen an das zukünftige Traktionsrollmaterial für den Zeitraum bis 2030 formuliert.

Entsprechend diesen Anforderungen wurde bereits mit der Konstruktion einer Reihe von neuen Lokomotiven begonnen. Für den östlichen Bereich sind dies 2TE35A und 2TE30A Streckendiesellokomotiven, bei deren Konstruktion die Verwendung von einheimischen Komponenten, einschließlich Asynchron-Fahrmotoren, vorgesehen ist. Bis 2025 werden auch Modifikationen dieser Lokomotiven entstehen, die mit Erdgas betrieben werden.

Darüber hinaus ist geplant, in Zusammenarbeit mit ROSNANO eine Wasserstofflokomotive auf Basis der 2TE35A-Lokomotive zu erstellen. Die Entwicklung der Gas-Kolben-Lokomotive TEM29 steht kurz vor dem Abschluss.

Außerdem werden Projekte für neue AC-Elektro-Güterlokomotiven 2ES9 und DC-Lokomotiven 2ES6K umgesetzt. Für den Betrieb auf Personenbahnhöfen wird eine kontaktbatterieelektrische Rangierlokomotive EMKA2 entwickelt.

WKZ, Quelle RŽD

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