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Mittwoch, 21 Juli 2021 09:00

Polen/Tschechien: Machbarkeitsstudie der neuen Hochgeschwindigkeitsbahn Katowice - Ostrava

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Fotos CPK, PKP Intercity.

Am 20. Juli 2021 hat die Firma des Zentralen Verkehrsknotenpunkts CPK (Centralny Port Komunikacyjny) den Vertrag über die Machbarkeitsstudie für den Bau des polnischen Abschnitts der neuen Eisenbahnstrecke zwischen Katowice und der Grenze zu Tschechien bei Ostrava unterzeichnet. Dank ihr werden die Züge unter anderem die 90.000-Einwohner-Stadt Jastrzębie-Zdrój erreichen, die heute die größte Stadt Polens ohne Bahnanschluss ist.

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Grafik CPK.

Die Strecke ist Teil einer gemeinsamen Eisenbahninvestition der Länder der Visegrad-Gruppe, die Warszawa, Brno (mit einer Verbindung nach Praha), Bratislava und Budapest verbindet.

Im Rahmen des Baus des polnischen Abschnitts der Bahnstrecke zwischen Katowice und Ostrava werden insgesamt rund 75 km neue Strecke gebaut. Das Projekt umfasst den Abschnitt der zukünftigen Bahnstrecke zwischen Katowice und der tschechischen Grenze sowie den Abschnitt zwischen Jastrzębie-Zdrój und Wodzisław Śląski mit einer Stichstrecke zum geplanten Bahnhof Jastrzębie-Zdrój Centrum und Anschlussstrecken in Richtung Rybnik und Wodzisław Śląski.

"Wir halten unser Wort. Dies ist eine weitere der Vereinbarungen, die wir in den letzten Wochen unterzeichnet haben. Dank der neuen Linie werden wir Jastrzębie-Zdrój bedienen, d.h. die größte polnische Stadt, die heute keinen Zugang zur Eisenbahn hat. Der Abschnitt Katowice - Ostrava ist der erste, für den wir eine EU-Kofinanzierung erhalten und damit den Wettbewerb mit anderen europäischen Projekten gewonnen haben", sagte Marcin Horała, stellvertretender Minister für Infrastruktur und Regierungsbevollmächtigter für CPK.

"Katowice - Ostrava ist ein wichtiger Abschnitt der Hochgeschwindigkeitsbahn, die die Attraktivität der Region erhöhen und die Länder der Visegrad-Gruppe verbinden wird. Einerseits wird es einen lokalen Effekt für Schlesien haben, andererseits wird es ein Beispiel für den internationalen Charakter der CPK-Eisenbahninvestitionen sein. Wir sind in ständigem Kontakt mit Infrastrukturbetreibern aus den V4-Ländern, gemeinsam schaffen wir eine Hochgeschwindigkeits-Verbindung zwischen Polen, Tschechien, der Slowakei und Ungarn", versicherte CPK-Geschäftsführer Mikołaj Wild.

Für die Erstellung der Machbarkeitsstudie für die geplante Bahnlinie erhält der Auftragnehmer, ein Konsortium der Firmen Egis Poland, Egis Rail und Jaf Geotechnika, fast 11 Mio. PLN (2,4 Mio. EUR).

Laut Zeitplan sollen die ersten Bauarbeiten im Jahr 2024 beginnen und der Abschnitt, der Katowice mit Ostrava verbindet, soll noch vor Ende 2030 eröffnet werden. Die Strecke wird so konzipiert, dass Personenzüge mit einer Geschwindigkeit von bis zu 250 km/h fahren können.

In der Woiwodschaft Schlesien werden im Rahmen des CPK-Eisenbahnprogramms insgesamt 100 km neue Eisenbahnstrecken von der Firma CPK gebaut und weitere 246 km von der PKP Polskie Linie Kolejowe modernisiert. Diese Investitionen verkürzen die Fahrt von Katowice nach Warszawa auf 1 Stunde 40 Minuten und von Bielsko-Biała auf 1 Stunde 55 Minuten. Die Fahrt von Jastrzębie-Zdrój und Rybnik in die Hauptstadt dauert 2 Stunden, und von Częstochowa und Gliwice 2 Stunden 10 Minuten. Darüber hinaus wird die Kapazität auf bestehenden Bahnstrecken für den Regional- und Güterverkehr erhöht.

Die von Polen gebaute Eisenbahnlinie wird auf tschechischer Seite bis nach Ostrava verlängert. Dadurch wird es möglich sein, von Katowice nach Ostrava in nur 35 Minuten zu fahren, das ist eine Stunde weniger als heute. CPK steht in ständigem Kontakt mit Správa železnic, dem Betreiber der Bahninfrastruktur in der Tschechischen Republik. Die beiden Parteien haben gemeinsam zwei potenzielle Standorte für den HSR-Grenzübergang und die bevorzugte Route der Grenzabschnitte festgelegt.

In Polen ist die Strecke Teil des transeuropäischen TEN-T-Korridors. Sie führt von Warszawa über die modernisierte Zentralbahnstrecke (Centralną Magistralę Kolejową, CMK) und Katowice bis zur tschechischen Grenze bei Ostrava. Die Strecke ist Teil der gemeinsamen Investitionen der Länder der Visegrad-Gruppe im Rahmen des HSR V4-Projekts, die darauf abzielen, den Reisestandard zu verbessern und die Reisezeiten zwischen Warszawa, Brno (mit einer Verbindung nach Praha), Bratislava und Budapest zu verkürzen.

Das Projekt "Errichtung einer neuen grenzüberschreitenden Verbindung auf dem Abschnitt Katowice - Ostrava des TEN-T-Gesamtnetzes (Etappe I)" wird aus europäischen Mitteln im Rahmen der Fazilität "Connecting Europe" (CEF) kofinanziert, aus denen die Firma CPK mehr als 7 Mio. PLN an Kofinanzierung erhielt.

Im Juni hatte die tschechische Bahnverwaltung Správa železnic die zukünftigen Hochgeschwindigkeitsstrecken in den Regionen Mährisch-Schlesien und Vysočina präsentiert.

WKZ, Quelle Ministerium für Infrastruktur

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Letzte Änderung am Mittwoch, 21 Juli 2021 08:51

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