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Mittwoch, 28 Juli 2021 08:00

Schweden: Schließung des Kalksteinbruchs auf Gotland bedroht LKAB und Västlänken-Ausbau

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Fotos Cementa.

Ein Ende für den Betrieb des Kalkabbaus von Cementa auf Gotland könnte schwere Folgen für die Industrie in Schweden haben. Sowohl das Bergbauunternehmen LKAB als auch der Ausbau des Eisenbahnprojekts Västlänken könnten betroffen sein, wenn Cementa nicht mehr ausreichend Zement an die schwedische Industrie liefern würde.

Anfang Juli entschied das Berufungsgericht für Land und Umwelt (Mark- och miljööverdomstolen), dem Antrag von Cementa auf eine fortgesetzte und erweiterte Genehmigung für den Kalkabbau in Slite auf Gotland nach dem letzten Tag im Oktober dieses Jahres nicht zuzustimmen.

Am 6. Juli erhielt Cementa die Nachricht, dass das Berufungsgericht für Land und Umwelt (Mark- och miljööverdomstolen) den Antrag von Cementa auf Verlängerung der Genehmigung zum Abbau von Kalkstein in den bestehenden Steinbrüchen auf Gotland um weitere 20 Jahre nicht zugelassen hat. Das Gericht lehnte den Antrag nicht ab, sondern entschiedt sich, ihn nicht zu prüfen, mit der Begründung, dass die Umweltauswirkungen nicht ausreichend untersucht wurden. Slite auf Gotland produziert etwa 75 % des Zements, der in schwedischen öffentlichen Bauhaben verwendet wird. In der vergangenen Woche hat der Bauindustrieverband Byggföretagen seine Folgenabschätzung für den Zementmangel in Schweden vorgelegt.

Cementa hat am 22.07.2021 beim Obersten Gerichtshof Berufung gegen die Entscheidung eingelegt, mit der der Antrag von Cementa auf eine Genehmigung zum weiteren Abbau von Kalkstein in Slite abgelehnt wurde. Der Appell ist Teil der intensiven Arbeit, die jetzt im Gange ist, um zu versuchen, die Folgen des erwarteten Zementmangels in Schweden abzumildern - eine direkte Folge der Tatsache, dass die Rohstoffgewinnung für die Zementproduktion auf Gotland ab dem 31. Oktober dieses Jahres nicht mehr durchgeführt werden kann.

Viele schwedische Unternehmen werden hart getroffen, wenn Cementa seine Produktion auf Gotland Ende Oktober schließen muss. Den Kalkstein (Calciumcarbonat, CaCO3/CaO) verarbeitet Cementa zu Zement. Die staatliche Bergbaugesellschaft LKAB verwendet den Zement zur Herstellung von Beton für Minenschächte und -stollen als Bewehrung für den Felsuntergrund.

"Es ist ein Sicherheitsthema und eine Voraussetzung für einen modernen, sicheren Untertagebau. Wir reden hier über sehr große Mengen Zement. Mehr als das, was zum Gießen der Bodenplatten für alle in Schweden gebauten kleinen Häuser verwendet wird", sagte Niklas Johansson, Kommunikationsdirektor bei LKAB, gegenüber Dagens Indistri.

Ihm zufolge handelt es sich um einen Produktionsverlust für LKAB von 50-80 Prozent, und es gibt keinen klaren Plan für eine neue Zementproduktion. Ein Stopp für Cementa wird laut Niklas Johansson die gesamte Wertschöpfungskette von LKAB betreffen."Es hätte dramatische Auswirkungen, wenn sich dieser komplette Verlust des schwedischen Marktes durchsetzt und Realität wird." LKAB konzentriert sich jetzt darauf, alternative Lösungen zu finden, aber im Moment gibt es keine gute Alternative.

Auch das Eisenbahnprojekts Västlänken ist in Gefahr. "Eine größere Unterbrechung des Västlänken-Projekts wäre für uns alle, die in der Stadt leben, äußerst unangenehm", sagt Anna Lönn Lundbäck der Branchen- und Arbeitgeberorganisation Byggföretagen für Bau-, Tiefbau- und Spezialunternehmen gegenüber Expressen.

"Es ist derzeit eines der größten und am längsten laufenden Projekte Schwedens, wir sind noch nicht einmal zur Hälfte fertig. Eine größere Unterbrechung des Västlänken-Projekts wäre für alle, die an den Projekten arbeiten, äußerst unangenehm."

Zwar gäbe es noch die Möglichkeit, mehr Kalk bei Orsa abzubauen und per Inlandsbanan nach Kiruna bzw. Gällivare zu transportieren, aber so könnte nicht die benötigte Menge geliefert werden..

GK, Bengt Dahlberg, WKZ, Quelle SVT, Expressen, Dagens Nyheter

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