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Mittwoch, 28 Juli 2021 12:26

Spanien: Renfe und Alstom unterzeichnen den Vertrag über den Kauf von 152 Hochleistungszügen für Cercanías

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Fotos Renfe, Alstom.

Die Präsidenten von Renfe und Alstom España, Isaías Táboas bzw. Leopoldo Maestu, unterzeichneten am 26.07.2021 den Vertrag über den Kauf von 152 Cercanías-Zügen großer Kapazität im Wert von 1,447 Mrd. EUR.

Der Vertrag mit Alstom, dessen Vergabe der Renfe-Verwaltungsrat im vergangenen März genehmigt hat, sieht die Herstellung von 152 Zügen mit einer Länge von jeweils 100 Metern vor. Ebenfalls enthalten sind die Ersatzteile für den Fuhrpark, das erste Ersatzteillager und die dazugehörigen Werkzeuge sowie die Wartung für 15 Jahre.

Dieser Vertrag, der größte in der Geschichte der spanischen Eisenbahnindustrie, garantiert nicht nur die Auslastung für die kommenden Jahre, sondern beinhaltet auch einen ehrgeizigen Wachstums- und Investitionsplan für das Industriezentrum. Der Wachstums- und Investitionsplan des Werks für die kommenden Jahre sieht Folgendes vor:

• Steigerung der Produktionskapazität und Schaffung von Arbeitsplätzen. In den kommenden Jahren wird sich die Zahl der Beschäftigten verdoppeln, wobei mehr als ein halbes Tausend qualifizierte Arbeitsplätze und doppelt so viele indirekte Arbeitsplätze entstehen werden.
• Neue Investitionen in Industrieanlagen: neue Schweißwerkstätten, Lackierkabinen, Lagerhallen und dynamische Teststrecken sowie die Entwicklung eines neuen Kompetenzzentrums von Weltrang für den 3D-Druck.
• Konsolidierung eines Eisenbahnknotenpunkts in Katalonien, wobei das Werk in Santa Perpètua seit mehr als 25 Jahren ein Bezugspunkt für die nationale Eisenbahngesellschaft ist. Mehr als 80 % der Lieferanten, mit denen Alstom Spanien zusammenarbeitet, sind lokale Unternehmen.
• Ausbau der Zusammenarbeit mit Berufsschulen und Universitäten zur Entwicklung eines Programms für Berufspraktika und Fachausbildung, das es ermöglicht, junge Talente mit den erforderlichen neuen Berufsprofilen in das Werk zu integrieren.

Die neuen Züge, die für den Einsatz in den großen Cercanías-Knotenpunkten bestimmt sind, verfügen über eine Kapazität von mindestens 900 Sitzplätzen (20 % mehr als die derzeitigen Civia-Züge). Darüber hinaus werden sie die Ein- und Ausstiegszeiten der Fahrgäste durch ein fortschrittliches Design mit mindestens 10 Türen und geräumigen Vorräumen minimieren.

Alle werden auch vollständig zugänglich sein, um Menschen mit eingeschränkter Mobilität das Reisen zu erleichtern, und sie werden über einen WLAN-Anschluss und Abstellflächen für Fahrräder und Kinderwagen verfügen.

Diese Maßnahme ist Teil des Flottenerneuerungsplans, den Renfe 2019 gestartet hat, um die Qualität und die Verbesserung der öffentlichen Dienstleistungen in den kommenden Jahren zu gewährleisten, und der die Erneuerung von 50 % der Cercanías- und Media-Distancia-Züge vorsieht.

Renfe unternimmt die größten Investitionsanstrengungen der letzten Jahrzehnte in den Kauf von rollendem Material, um zur wirtschaftlichen Erholung beizutragen. Die Ausschreibungen belaufen sich auf insgesamt mehr als 3,500 Mrd. EUR und werden rund 52.000 neue Arbeitsplätze schaffen.

Verjüngung der Eisenbahnflotte

Die Anschaffung dieser Züge wird den absehbaren Bedarf für die Verjüngung der Flotte decken, mit einer Erhöhung der Zuverlässigkeit und einer Verringerung der Zwischenfälle, einer Steigerung der Energieeffizienz sowie der Anpassung an die Verpflichtungen zur Umsetzung der Barrierefreiheit und einer Erhöhung der Sicherheit im Eisenbahnsystem.

In diesem Zusammenhang strebt Renfe eine Verringerung des Durchschnittsalters der Eisenbahnflotte an, insbesondere bei den Cercanías und Regionales, deren Züge in einigen Fällen über 30 Jahre alt sind und 80 % des öffentlichen Dienstes von Renfe ausmachen.

Alstom in Santa Perpetua

Mit einer Fläche von 360.000 m2 ist das Industriezentrum Santa Perpètua de Mogoda das größte Alstom-Werk in Spanien und Portugal und das erste im spanischen Eisenbahnsektor, das die Standards der Industrie 4.0 einhält. Das Unternehmen beschäftigt derzeit fast tausend Mitarbeiter und hat die Kapazität, alle Arten von Zügen (Straßenbahnen, U-Bahnen, Nahverkehrszüge und Regionalzüge) für nationale und internationale Projekte zu produzieren, von der Entwurfsphase bis zur Auslieferung an den Kunden. In diesem Zentrum wurden alle in Spanien verkehrenden Alstom-Züge hergestellt, und es gibt Projekte in Nordamerika, Südamerika, Europa, Nordafrika, dem Nahen Osten, Asien und Ozeanien.

Dank der Größenvorteile und der getätigten Investitionen wird sich das Werk in Santa Perpètua mit diesem Auftrag als einer der Referenzstandorte der Gruppe für die Herstellung von Zügen großer Kapazität sowohl für Spanien als auch für andere europäische Länder positionieren.

Der Entwurf und die Konzeption dieses innovativen Produkts sind das Ergebnis von zwei Jahren intensiver Arbeit eines Teams von mehr als hundert Fachleuten aus verschiedenen Wissensgebieten und geografischen Regionen von Alstom. Geleitet und koordiniert wird dieses Team von Experten für technische Planung und Industrialisierung aus unseren Kompetenzzentren in Barcelona und Madrid. Die Experten verfügen über umfangreiche Erfahrungen in der Konstruktion von Nahverkehrs- und Regionalzügen und haben bereits an der Entwicklung der aktuellen Renfe-Flotte sowie an mehreren internationalen Projekten wie den luxemburgischen Regionalzügen, ebenfalls mit gemischter Konfiguration, mitgearbeitet.

WKZ, Quelle Renfe

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