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Mittwoch, 28 Juli 2021 12:42

Spanien: Everis-Siemens entwickelt neue Mobilitätsplattform von Renfe

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Fotos Renfe.

Der spanische Bahnbetreiber Renfe vergibt das Projekt einer neuen integrierten Mobilitätsplattform an das Gemeinschaftsunternehmen Everis-Siemens. Mit der neuen Plattform, die Anfang 2022 in Betrieb genommen werden soll, werden verschiedene Verkehrsträger integrieret, um es dem Kunden zu ermöglichen, seine Reise von Anfang bis Ende mit einer einzigen Zahlung zu organisieren. Der Fahrkartenverkauf in den wichtigsten Städten Spaniens soll so um 3 bis 4 % steigen.

Der Verwaltungsrat von Renfe Operadora hat am 27.07.2021 die Vergabe der Ausschreibung für die Entwicklung der integrierten Mobilitätsplattform (Mobility as a Service) an das von den Unternehmen Everis und Siemens gegründete Joint Venture genehmigt.

Die Plattform hat einen dreiphasigen Einführungsbereich. Das erste Projekt, das im dritten Quartal 2022 beginnt, wird insgesamt 11 spanische Städte erreichen. Im ersten Quartal 2023 wird das Projekt insgesamt 27 Standorte umfassen. Ab Ende 2023 wird die Plattform Dienste und neue Funktionalitäten enthalten.

Renfe rechnet damit, mindestens 650.000 neue Kunden für den Zug zu gewinnen, die mit dieser Plattform in fünf Jahren 1,8 Millionen neue Fahrten generieren und den Fahrkartenverkauf auf den Hauptkorridoren um 3 bis 4 % steigern werden.

Das Ausschreibungsverfahren für das Projekt umfasste ein innovatives Contracting-Verfahren, dessen Ziel es war, einen Technologiepartner zu finden, der die Herausforderungen für fünf Jahre teilt, einschließlich der Investitionen in den Bau der Plattform, der damit verbundenen Kosten und eines Teils der Anreize für die Ziele. Dieses erfolgreiche Modell gewährleistet die Beteiligung des erfolgreichen Bieters an der Geschäftsentwicklung des Projekts.

Die neue Plattform ist ein digitales Werkzeug, das allen Bürgern eine umfassende Mobilitätslösung bietet, die es ihnen ermöglicht, ihre Reisen vom Verlassen des Hauses bis zur Ankunft am Zielort zu planen und alle während der Reise und am Zielort erforderlichen Zusatzleistungen zu buchen. Es wird eine offene Plattform sein, die die verschiedenen Akteure des neuen Mobilitäts-Ökosystems einbezieht und integriert. Diese Initiative steht im Einklang mit den Zielen des Strategieplans des Unternehmens für die kommenden Jahre und mit der Mobilitätsstrategie des Ministeriums für Verkehr, Mobilität und die städtische Agenda (MITMA).

Auf diese Weise will Renfe nicht nur weiterhin das führende Bahnunternehmen bleiben, sondern auch ein umfassender Mobilitätsanbieter werden und den Kunden auf seiner gesamten Reise begleiten. Mit dieser Plattform können die Kunden nicht nur ihre Reise von Tür zu Tür planen, sondern haben auch Zugang zu Karten, Nachrichten, die sie durch die Intermodalität leiten, Empfehlungen für die beste Route, sobald die Reise begonnen hat, usw.

Bis zu 156 Millionen Euro an zusätzlichen Einnahmen

Renfe geht davon aus, dass diese neue technologische Plattform, die ein personalisiertes Nutzererlebnis bietet, in den fünf Jahren nach ihrer Einführung zwischen 38 und 156 Mio. EUR an zusätzlichen Einnahmen einbringen wird.

Die Plattform zielt darauf ab, verschiedene Verkehrsträger (Zug, Fahrrad, U-Bahn, Bus, Carsharing, Roller usw.) zu integrieren, um den Kunden eine Lösung für die erste und letzte Meile zu bieten, mit der sie ihre Reise von Anfang bis Ende organisieren können, und zwar durch eine einzige Zahlung und ohne die Anwendung zu verlassen. In einer späteren Phase sollen auch Freizeit- und Verpflegungsdienstleistungen sowie Hotelreservierungen integriert werden.

Renfe und Everis-Siemens werden eine Plattform entwickeln, die ein möglichst breites Spektrum an öffentlichen und privaten Verkehrsdiensten umfasst. Für die Umsetzung werden Vereinbarungen mit öffentlichen Verkehrsbetrieben, Mikromobilitätsunternehmen, Carsharing-Unternehmen, Technologieherstellern und Zahlungssystemen angestrebt.

Führende Plattform auf dem Mobilitätsmarkt

Ziel ist es, in den kommenden Jahren eine führende Plattform auf dem Mobilitätsmarkt zu schaffen, und zwar vor dem Hintergrund des Wettbewerbs auf der Schiene und eines wachsenden Dienstleistungsangebots, unter Beibehaltung der Werte Zuverlässigkeit, Vertrauen und Sicherheit sowie eines Service mit hohem Mehrwert, die Renfe auszeichnen.

Was den Kunden dazu bewegt, sich für Renfe zu entscheiden, und was die treibende Kraft hinter der neuen Plattform sein wird, ist das Angebot von Dienstleistungen für die erste und letzte Meile, vorzugsweise in Verbindung mit der Zugfahrt und auf jeden Fall mit nachhaltigen Verkehrsmitteln.

Auf diese Weise wird Renfe auch mit den lokalen und territorialen Verwaltungen zusammenarbeiten, um das Mobilitäts-Ökosystem in den Gebieten, in denen es eingesetzt wird, zu verbessern und die digitale Transformation der Gesellschaft zu fördern, indem ein digitaleres und nachhaltigeres Umfeld im gesamten Mobilitäts-Ökosystem unterstützt wird.

Mit diesem Projekt wird Renfe weiterhin eine direkte Beziehung zum Kunden aufrechterhalten und von der Entwicklung eines neuen Geschäftsmodells profitieren, das seinen Interessen im Rahmen des neuen Wettbewerbsumfelds, das sich aus der Liberalisierung des Personenverkehrs ergibt, entgegenkommt.

Zu diesem Zweck wird die Anwendung zu einem nützlichen Werkzeug für den Kunden in allen Phasen der Reise, von der Planung über die Buchung/den Kauf bis hin zur Reise und der Zeit danach, auch wenn er nicht speziell die Dienste von Renfe nutzt.

WKZ, Quelle Renfe

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