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Mittwoch, 13 Juli 2016 12:05

Italien: Mindestens zwanzig Tote durch Zusammenstoß bei Bari

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Ein Frontalzusammenstoß zweier Triebfahrzeuge der Privatbahn Ferrotramviaria zwischen Corato und Andria an der südlich der Küstenstrecke parallel verlaufenden Regionalbahn Bari - Barletta hat italienischen Medien zufolge am 12.07.16 Dutzende Verletzte und mindestens zwanzig Todesopfer gefordert. Es waren viele Studenten und Pendler in dem Regionalzug. Mehrere Teams von Feuerwehrleuten aus Bari und Barletta sowie die Eisenbahnpolizei waren im Einsatz. Ein Feldlazarett wurde eingerichtet.

An der eingleisigen, in einer Kurve gelegenen Unfallstelle finden gerade Bauarbeiten zur Verdoppelung der Gleise statt, die aber nicht Ursache des Unglücks waren. Italienischen Medienberichten zufolge waren die Wagons der beiden Züge vom Typ ETR 300 und ELT 200 buchstäblich beim Aufprall auseinandergebrochen, Blechstücke flogen zehn Meter in die Landschaft. "Es war ein menschlicher Fehler gewesen. Einer der beiden Züge hat im Voraus den Bahnhof verlassen", wird der TV-Sender TgNorba 24 zitiert. 

An der Unfallstelle ist die Strecke mit Telefon-Block (blocco telefonico) versehen und nicht mit dem RFI-Zugsicherungssystem SCMT (Sistema Controllo Marcia Treno). Der General-direktor der Ferrotramviaria, Massimo Nitti, sagte gegenüber der Presse: "Fatto sta che un treno lì non doveva esserci" - Fakt ist, dass ein Zug nicht hätte da sein dürfen. 

Premierminister Matteo Renzi brach einen Besuch im Museum für Wissenschaft und Technik in Mailand ab, um den Familien der Eisenbahnunfallopfer sein Beileid auszusprechen. Er versprach eine schnelle Aufklärung der Unfallursache.

Die Ferrotramviaria betreibt die im Landesinneren verlaufende Bahnstrecke Bari - Barletta, auf der täglich 196 Züge hin- und herpendeln. Die Gesellschaft hat eine interne Untersuchung eingeleitet, ebenso wie die Justiz.

WKZ, Quelle Il Messagero, Corriere della Sera 

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