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Mittwoch, 01 September 2021 16:15

Dänemark/Schweden: Verkehrsminister kritisieren Deutschland wegen Behinderung von Nachtzügen

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Fotos DSB/René Strandbygaard, Trafikverket.

Das dänische Verkehrsministerium strebt eine noch engere Zusammenarbeit mit seinen europäischen Kollegen an, um mehr Nachtzüge zu bekommen, denn die derzeitige deutsche Organisation des Zugbetriebs könnte die Entwicklung des Nachtzugverkehrs in Europa stoppen.

Nachtzugreisen in ganz Europa sind in Deutschland auf ein Hindernis gestoßen. Aufgrund der deutschen Vorschriften können die für Nachtzüge erforderlichen langen Strecken nicht im Rahmen öffentlicher Aufträge bedient werden. Vor kurzem hat Trafikverket bekannt gegeben, dass es keine Bieter für die Nachtzugverbindung Malmö - Brüssel über Köln gibt.

"Der Nachtzug ist und bleibt eine gute und umweltfreundliche Alternative zur langen Autofahrt oder kurzen Flugreise in Europa. Wir stehen vor der gemeinsamen europäischen Herausforderung, einen guten Rahmen für Nachtzugdienste zu schaffen. So ist es beispielsweise nach den deutschen Vorschriften nicht zulässig, Bahnfahrten über 50 Kilometer zu subventionieren. Ich werde die Möglichkeit, dieses Hindernis zu beseitigen, bei nächster Gelegenheit mit meinen europäischen Kollegen besprechen", so Verkehrsminister Benny Engelbrecht.

Das Verkehrsministerium arbeitet mit Trafikverket zusammen, um Nachtzugverbindungen von Schweden durch Dänemark und weiter nach Europa einzurichten. Die schwedische SJ wird nun die Strecke Stockholm - Hamburg bedienen, aber für die Strecke Malmö - Brüssel sind keine Angebote eingegangen.

Der Verkehrsminister hat sich daher mit seinem schwedischen Ministerkollegen Tomas Eneroth in Verbindung gesetzt, und gemeinsam haben sie beschlossen, sich um eine Lösung des Problems zu bemühen.

"Wir müssen auf europäischer Ebene einen Dialog darüber führen, wenn wir eine Lösung für dieses Problem finden wollen. Es gibt ein wachsendes Bewusstsein für die Möglichkeit, in Europa zu reisen, ohne in einem Flugzeugsitz Platz nehmen zu müssen, und wir sollten diese Gelegenheit nutzen. Ich habe ein gutes Gespräch mit meinem schwedischen Kollegen geführt und wir sind uns einig, dass wir ein gemeinsames Interesse daran haben, den Nachtzugverkehr zu fördern und die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen", so der Verkehrsminister.

WKZ, Quelle Transportministeriet

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