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Mittwoch, 27 Dezember 2017 07:59

Österreich: Weiter Schienenersatzverkehr am Brenner

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Auch am vierten Tag läuft der Schienenersatzverkehr auf der Brennernordrampe bei Regional- wie Fernverkehr "etwas unrund". Fahrgäste der stündlich bis halbstündlich vom Süden am Brenner ankommenden Regionalzüge warten in der Hoffnung auf rasche Weiterfahrt vor den Ersatzbussen der im Zweistundentakt verkehrenden Eurocity in der Kälte auf 1.300 Metern Seehöhe. Manchmal können diese Busse auch geentert werden, groß ist dann die Überraschung, dass die stündlich nach Steinach/T. abfahrenden Regionalzug-Fahrgäste deutlich rascher weiterkommen.

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In zahlreichen Sprachen von Urlaubern bedrängte Busfahrer verweisen auf einen verantwortlichen Koordinator, der die Abfahrten der Busse einteilen würde, so wie es anlässlich der neunwöchigen Brennersperre 2012 der Fall war. Leider zeigt sich kein solcher Verantwortlicher vor Ort; andere Busfahrer verweisen darauf, dass diese Sperre vor vier Tagen völlig überraschend eingetreten sei und deshalb kein derart ausgeklügelter Organisationsgrad wie damals erwartet werden dürfe.

Bemerkenswert das Engagement der Trenitalia-Mitarbeiter: z.B. wird ein gerade am Brenner befindlicher Busfahrer von Mitarbeitern angehalten, telefonisch dem Verbleib des verspätet ankommenden Ersatzbusses nachzuforschen, damit über eine spätere Abfahrt des Anschlusszuges nach Bozen entschieden werden kann.

Im Normalfall stehen den stündlich zwischen ÖBB und Trenitalia pendelnden etwa hundert Fahrgästen zehn Minuten zum Umsteigen zur Verfügung. Mit ihrem Gepäck gehen die Fahrgäste über die enge Treppe von Bahnsteig 7 zu den Ersatzbussen. Bei Familien mit Kindern und großem Gepäck müssen dann nette Polizisten oder Bahnangestellte helfen. Durch die bei Trenitalia wesentlich größere personelle Kontinuität scheint sich von der Brennersperre 2012 deren organisatorisches Know-how erhalten zu haben.

Unterdessen sind am Brenner Züge zum Transport neuer Schienen für die Entgleisungsstelle zu beobachten. Die große Bahnhofsuhr am Brenner zeigt seit Jahren immer zwölf Uhr.

GK

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