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Mittwoch, 08 September 2021 09:00

Frankreich: Der Coradia iLint dreht seine ersten Testrunden in Valenciennes

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Fotos Alstom.

Der "Coradia iLint" des französischen Unternehmens Alstom hat auf den Gleisen des Eisenbahntestzentrums in Valenciennes (Nord) seine ersten abschließenden Tests absolviert. Ein Verkehrsmittel, das von Verkehrsminister Jean-Baptiste Djebbari als "Lösung für die Zukunft" bezeichnet wurde.

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Der Coradia iLint von Alstom, der erste wasserstoffbetriebene Zug der Welt, absolvierte seine ersten Fahrten in Frankreich auf den Gleisen des Centre d'Essais Ferroviaires in Valenciennes (Nord) in Anwesenheit von Jean-Baptiste Djebarri, dem für Verkehr zuständigen Delegierten des Ministers für den ökologischen Wandel, und Jean-Baptiste Eyméoud, dem Präsidenten von Alstom Frankreich. Die Teams von Alstom präsentieren den Zug verschiedenen lokalen Akteuren, darunter Entscheidungsträgern der Regierung, Verkehrsbehörden, Ingenieurbüros und Betreibern, um das Potenzial dieses Zuges im Bereich der nachhaltigen Verkehrslösungen in Frankreich zu verdeutlichen.

Diese Präsentation ist Teil der nationalen Energiewende-Ambitionen zur Verringerung der Treibhausgasemissionen und des Lärms im Verkehr, ein Thema, das von der französischen Regierung durch ihren 2018 initiierten Wasserstoffplan unterstützt wird. Diese Präsentation ist auch Teil des Konjunkturprogramms und der Großprojekte von gemeinsamem europäischem Interesse (Projets Importants d'Intérêt Européen Commun, PIIEC), die von der Europäischen Union im Jahr 2020 ins Leben gerufen wurden.

Die Erprobung des Coradia iLint auf dem französischen Schienennetz wird im Jahr 2022 auf der Strecke Tours - Loches, einer Hochgeschwindigkeitsstrecke in der Region Centre-Val de Loire, stattfinden.

Die ersten beiden 100%igen H2 iLint-Züge wurden 2018 in Deutschland in Betrieb genommen. Bis heute wurden 41 Züge von zwei deutschen Bundesländern bestellt, und es fanden erfolgreiche Tests in Österreich, den Niederlanden, Schweden und jetzt in Frankreich statt. In Italien bestätigte der Betreiber FNM eine Bestellung über 14 wasserstoffbetriebene Züge bis Ende 2020. In diesem Jahr hat sich auch Frankreich in den Kreis der "Gründerländer" eingereiht, denn die SNCF hat 12 bimodale Coradia Polyvalent-Züge für die Regionen Auvergne-Rhône-Alpes, Bourgogne-Franche Comté, Grand Est und Occitanie bestellt, die sowohl elektrisch/mit Oberleitung als auch mit Wasserstoff/Brennstoffzellen angetrieben werden.

Frankreich spielt eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung von Wasserstoffmobilitätslösungen. Der Antriebsstrang wird in Alstoms globalem Kompetenzzentrum für umweltfreundliche Traktion in Tarbes (Hautes-Pyrénées) entwickelt und hergestellt. Die jüngste Übernahme von Helion Hydrogen Power mit Sitz in Aix-en-Provence (Bouches-du-Rhône), die die gesamte Wertschöpfungskette von Hochleistungs-Brennstoffzellen abdeckt, zeigt das Engagement von Alstom für den Aufbau eines Kompetenzzentrums für Wasserstoff in Frankreich. Diese neue Anlage wird zur Entwicklung sehr leistungsfähiger Wasserstofflösungen für die schwere Mobilität, insbesondere im Schienenverkehr, beitragen.

Der bei der Veranstaltung anwesende Verkehrsminister Jean-Baptiste Djebarri bezeichnete diesen Vorstoß als "zukunftsweisende Lösung" für die Erneuerung des französischen Eisenbahnnetzes, insbesondere der kleineren Strecken. Derzeit fahren in Frankreich mehr als 1.200 Züge mit Dieselantrieb. Sie müssen innerhalb der nächsten zehn Jahre erneuert werden. "Unser Schienennetz ist heute zu 45 % nichtelektrifiziert. Wir haben zwei Lösungen: entweder wir elektrifizieren, mit den damit verbundenen Kosten, oder wir bewegen uns in Richtung Wasserstoff, der natürlich in Frankreich eine Zukunft hat und einen europäischen und globalen Markt erobern kann."

Der Staat unterstützt diese Investition, indem er die Entwicklungskosten der Technologie in Höhe von 10 Mio. EUR übernimmt. "Das Potenzial ist beträchtlich. Bis 2030 könnten mehrere hundert Züge in unseren Gebieten verkehren", sagt Jean-Baptiste Djebbari.

Die nationale Strategie für die Entwicklung von kohlenstoffarmem Wasserstoff in Frankreich

Wasserstoff ist ein Eckpfeiler der Regierungsstrategie zur Dekarbonisierung im Kampf gegen globale Erwärmung, Luftverschmutzung und Lärm. Dieses Ziel wurde 2015 mit dem Ziel der Kohlenstoffneutralität bis 2050 bekräftigt. Die nationale Strategie für die Entwicklung von grünem Wasserstoff wurde am 8. September 2020 vorgestellt.

Die Herstellung von dekarbonisiertem Wasserstoff - grünem Wasserstoff - wird zu einer Priorität für die Behörden. Dekarbonisierter Wasserstoff wird durch Elektrolyse mit Hilfe von Anlagen für erneuerbare Energien (Wind, Solar....) und durch ein starkes industrielles Gefüge riesiger Anlagen hergestellt werden.

Bis zum Jahr 2030 sind für diese Entwicklung 7 Mrd. EUR vorgesehen, davon 2 Mrd. EUR im Zeitraum 2021-2022.

Pressemeldung Regierung, Alstom

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Letzte Änderung am Dienstag, 07 September 2021 19:13

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