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Mittwoch, 08 September 2021 12:14

Österreich: Gewerkschaften fordern EU-einheitliche Ausbildungsstandards für Bahnpersonal

Ob der grenzüberschreitende Schienengüterverkehr tatsächlich Europa verbindet, wie dies der morgen, Donnerstag, am Brenner haltende Connecting Europe Express (CEE) symbolträchtig zum europäischen Jahr der Schiene signalisieren soll, wird auch davon abhängen, ob es gelingt, die dafür notwendigen Systeme zu vereinheitlichen und die Beschäftigungsbedingungen sowie Kompetenzen der mehr als eine Million Beschäftigten im europäischen Eisenbahnsektor nachhaltig zu gestalten.

Begleitend zum morgigen Festakt der italienischen Staatsbahn FS und der ÖBB am Brenner stellen daher die in der Europäischen Transportarbeiter Föderation (ETF) zusammengeschlossenen Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaften aus Italien (Filt Cgil, Fit Cisl, Uiltrasporti) und Österreich (Gewerkschaft vida) Forderungen an die Europäische Kommission, nationalen Behörden und Managements der Bahnen:

• Im Zuge der für 2022 geplanten Überarbeitung der europäischen Richtlinie zur Zertifizierung von TriebfahrzeugführerInnen muss ein verbindlicher Rahmen mit einheitlichen Vorgaben betreffend Dauer und Qualität der Ausbildung auf hohem Niveau – für Fahrerlaubnis und Zusatzbescheinigungen – europaweit einheitlich gewährleistet werden.

• Die Anforderung an die Sprachkompetenz von TriebfahrzeugführerInnen auf dem Niveau B1 muss erhalten bleiben, solange die Vision einer einheitlichen Eisenbahnsprache in Europa nur am Papier existiert. Zur Aufrechterhaltung des hohen Sicherheitsniveaus ist es unerlässlich, eine unmissverständliche Kommunikation in der Landessprache zu sichern.

• Die Aufzeichnung der Arbeitszeit jener EisenbahnerInnen, die grenzüberschreitend eingesetzt sind, muss durch ein einheitliches harmonisiertes europäisches System direkt am Zug gewährleistet werden, da Europa nicht auf der Basis von Sozialdumping und unfairen Wettbewerbsbedingungen aufgebaut sein darf, weil das letztendlich auch das hohe Sicherheitsniveau der Bahnen gefährden würde.

Pressemeldung Gewerkschaft vida/Öffentlichkeitsarbeit

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