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Freitag, 29 Dezember 2017 07:20

Niederlande: Pilotprojekt für selbstfahrende Züge startet schon 2018

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Der niederländische Netzbetreiber ProRail hat angekündigt, im Jahr 2018 zusammen mit Alstom mindestens einen Test mit einem autonomen Zug durchzuführen. ATO ist die Abkürzung für Automatic Train Operation. Ein System, das, je nach gewähltem Niveau, die Aktionen des Triebfahrzeugführers "ein wenig" (Stufe 1) bis "voll" (Stufe 4) automatisiert.

Dieses System hat mehrere Vorteile. So sollen Züge, die mit ATO ausgerüstet sind, in engerem Abstand fahren und damit die Kapazität auf der Strecke erhöhen können. Das senkt auch den Energieverbrauch, weil die Züge gleichmäßiger fahren und weniger Zwischenhalte benötigen. Automatisiertes Fahren kann also eine Verbesserung sein, ohne dass teure infrastrukturelle Änderungen vorgenommen werden müssen. Eine weitere Möglichkeit der Wertschöpfung ist der Rangierbetrieb, z.B. im Rotterdamer Hafengebiet.

Tests auf der Betuwe-Route und im Regionalverkehr

Der Test konzentriert sich vorerst auf die Anwendungen im Güterverkehr und wird auf der Betuweroute, der mit dem ERTMS-Sicherheitssystem ausgestatteten Güterstrecke, durchgeführt. ERTMS unterstützt das automatische Fahren besser als herkömmliche Sicherheitssysteme. ProRail und Alstom arbeiten zusammen an der Entwicklung von ATO für die Schiene, da Alstom mit dem ERTMS auf der Betuwe-Strecke gut vertraut ist. ProRail lädt aber auch andere Marktteilnehmer und europäische Kollegen ein, an der Entwicklung teilzunehmen.

Gespräche mit der Provinz Groningen werden für einen zweiten Prozess geführt. Dieser Test würde sich auf den Personenverkehr konzentrieren, um zu untersuchen, was ATO für den Kapazitätsausbau auf dem regionalen Schienennetz bedeutet.

Ziel von ProRail ist es, aus diesen Tests gemeinsam mit den Marktteilnehmern so viel wie möglich zu lernen und dieses Wissen mit allen Beteiligten zu teilen. ProRail ist überzeugt, auf diese Weise Innovationen rund um ATO voranzutreiben. Nicht nur in den Niederlanden steht das Fahren von automatisierten Zügen auf der Innovationsagenda, sondern auch in anderen europäischen Ländern nehmen die Parteien gerne an den Entwicklungen in den Niederlanden teil.

Um ATO zu implementieren, muss viel getan werden, sowohl auf der Landseite als auch in der Ausrüstung. Das ist eine internationale Entwicklung. Natürlich sind Lokführer und Stellwerker eng in diese Tests und Entwicklungen eingebunden. Wie auf der Straße wollen die Niederlande ein führendes Testland für automatisiertes Fahren sein.

WKZ, Quelle ProRail

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