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Donnerstag, 23 September 2021 11:47

Österreich: Gewerkschaft vida fordert „kräftige Erhöhung der Mindest- und Ist-Gehälter“

Solidarisch mit den Metallern bezüglich ihrer Lohnverhandlungsforderungen erklären sich die EisenbahnerInnen. „Es muss heuer generell über alle Branchen hinweg deutlich spürbare Reallohnerhöhungen geben. Die rasante Teuerung reißt bei der Finanzierung des täglichen Lebens Löcher in die Börsen der Beschäftigten“, stellt Günter Blumthaler, Vorsitzender des Fachbereichs Eisenbahn in der Gewerkschaft vida, fest.

Blumthaler fordert bei den kommenden Kollektivvertragsverhandlungen für die rund 40.000 Beschäftigten in den eisenbahnspezifischen Berufen eine „kräftige Erhöhung der Mindest- und Ist-Gehälter“.

Aber nicht nur deswegen sieht Blumthaler einen „heißen Herbst“ bevorstehen: Zu den anstehenden Sozialpartnerverhandlungen über die Gehaltserhöhungen ab 1. Dezember 2021 kommen bei den EisenbahnerInnen noch KV-Nachverhandlungen für den Zeitraum von 1. Jänner 2021 bis 30. November 2021 dazu. Das wurde einvernehmlich vereinbart, wenn die Inflation – wie mittlerweile schon länger der Fall – 1,3 Prozent übersteigt.

Mit dem „Krisen-Abschluss 2020“ habe man angesichts der unsicheren Lage durch die Pandemie und des damit einhergehenden Fahrgastschwundes, für den die Eisenbahnunternehmen einen Ausgleich aus öffentlichen Mitteln erhalten haben, Verantwortung übernommen, so Blumthaler weiter. „Bei den Verhandlungen wird sich nun zeigen, was die Systemerhalter in den Lockdowns und für den Klimaschutz bedeutsamen Eisenbahnbeschäftigten den Arbeitgebern wirklich wert sind.“ Ein einfaches Dankeschön werde dieses Mal nicht reichen, pocht Blumthaler auf einen zeitnahen Abschluss.

„Die Voraussetzungen für die Bahnen sind erfreulicherweise jetzt wieder bessere – die Eisenbahnerinnen und Eisenbahner müssen daher ihren gerechten Anteil vom Kuchen erhalten. Schließlich kommt ihnen auch eine zentrale Rolle bei der Umsetzung des neuen Klimatickets ab Ende Oktober zu. Bei diesem soll es laut Politik auch zu Angebotsausweitungen kommen, was für die Bahnbeschäftigten einen Mehraufwand darstellen wird, der mit deutlich spürbaren Gehaltserhöhungen abgegolten werden muss“, bekräftigt der vida-Gewerkschafter.

Die EisenbahnerInnen sind im Juli 2020 eine der ersten Berufsgruppen gewesen, die unter völlig ungewissen Voraussetzungen, wie es pandemiebedingt weitergehen wird, einen KV-Abschluss erzielt haben. Für das zweite Halbjahr 2020 haben die Beschäftigten in eisenbahnspezifischen Kollektivverträgen und der AVB (Allgemeinen Vertragsbedingungen) eine einmalige steuerfreie Corona-Prämie in Höhe von 250 Euro erhalten. Ab 1. Jänner 2021 wurden die Mindest- und Ist-Löhne um 1,3 Prozent, jedoch um mindestens 35 Euro erhöht.

Pressemeldung Gewerkschaft vida

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