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Dienstag, 02 Januar 2018 07:20

Lettland: LDz errichtet neuen Vorbahnhof bei Daugavpils

Die lettische Bahngesellschaft Latvijas Dzelzcels (LDz) plant im Zuge der Modernisierung des Rangierbahnhofs in Daugavpils/Dünaburg einen neuen Vorbahnhof zu bauen. Die Bauarbeiten beginnen im Jahr 2018 und die Fertigstellung ist für 2021/22 geplant.

Derzeit können im Rangierbahnhof 850 Meter lange Züge behandelt werden. In der neuen, mit modernen Standards ausgerüsteten zwölfgleisigen Anlage "Daugavpils Skirosanas stacijas" können dann Züge mit einer Länge von 1050 m einfahren, der Zug wird danach ohne zusätzliche Manöver automatisch sortiert werden. Mittels diesem Projekt kann der gesamte Güterverkehr der Rigaer Richtung empfangen werden, ohne erst nach Daugavpils hinein zu fahren. Der zusätzliche Bahnhof wird nördlich der Station Daugavpils-Skirotava in den Wald gebaut und soll das Zentrum von Daugavpils entlasten, einschließlich derer Züge, die gefährliche Güter befördern. Er wird mittels einer neu zu errichtenden Verbindungskurve Gijantari - 525 km von der bereits vorhandenen Strecke der Güterumfahrung Daugavpils erreichbar sein, zudem wird die Kurve 381 km - Gijantari rekonstruiert.

Bei einer öffentlichen Diskussion des Projekts im Dezember 2017 nahmen nur Vertreter der LDz und der kommunalen Verwaltung teil, von den Einwohnern der Region Daugavpils gab es kein Interesse daran. Die mangelnde Aktivität der Bewohner sei vor allem darauf zurückzuführen, dass das Projekt im Wald liegt und keine Auswirkungen auf Ackerland und Grundbesitz hat, erklärte die Vorsitzende der Gemeinde Liksna, Biruta Ozolina. Das nächstgelegene bewohnte Gebiet sei die Datschensiedlung Latgale, aber wenn das Projekt umgesetzt wird, wird die Straße in Ordnung gebracht und es wird für die Datschenbesitzer bequemer sein, zu ihren Grundstücken zu gelangen. Für die neuen Gleise wird ein zusätzliches Gebiet benötigt, das im Einvernehmen mit dem Lettischen Staatsforst in den Besitz von Latvijas dzelzcels übergegangen ist.

Die neue Station erfordert auch einen großen Schutzstreifen, mit dem bei schlechtem Wetter vermieden werden kann, dass Bäume auf die Schienen fallen. Wieviel Bäume abgeholzt werden müssen, ist für die Bahn schwer zu beantworten, da der Planungsprozess noch nicht abgeschlossen ist. Bis zum 3.1.2018 können die Bewohner ihre Vorschläge im Zusammenhang mit dem Projekt dem Regionalrat von Daugavpils vorlegen. Aber bisher sind keine Initiativen gewesen, sagt die Leiterin der Planungsabteilung des Regionalrats, Olga Lukasevic. Nach der Diskussion über den lokalen Plan wird sich der rechtliche Status der Flächen ändern. Dann wird es möglich sein, die Bauinfrastruktur aufzubauen und der nächste Schritt in der Umsetzung des Projekts kann beginnen. 85 % der Kosten in Höhe von ca. 89 Mio. EUR werden aus dem Kohäsionsfonds der Europäischen Union kofinanziert, den Rest bringt die LDz selbst auf.

Hans-Jürgen Schulz

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