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Mittwoch, 03 Januar 2018 09:34

Österreich: Verein "Die Rote Elektrische" zur Salzburger Verkehrsplanung

Nicht nur, dass die Bundesregierung und der Salzburger Bürgermeister neu sind, so haben sich auch die Ver­kehrs­initiativen neu organisiert. Die älteste durchgehend aktive Verkehrsinitiative für ÖPNV in Österreich, ursprünglich "Aktionsgemeinschaft Rote Elektrische", später "Verein S-Bahn Salzburg", besinnt sich der Wurzeln und heißt nun wieder "Die Rote Elektrische". Grundsätzlich bedeutet die Existenz von Bürger- und Verkehrsinitiativen, dass es in der Öffentlichkeit einen Missstand gibt und Politik und Beamtenschaft ein Vakuum zu einem bestimmten Thema hinterlassen.

Genau aus diesem Grund hat der Verein „Die Rote Elektrische“ die Verkehrsinitiativen, die sich aktiv für den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs einsetzen, nachdem es die Salzburger Verkehrsplattform nicht mehr gibt, zum bereits zweiten Neujahrstreffen eingeladen. Anlass zur Zusammenarbeit gibt es genug, da einerseits die unterirdische Lokalbahnverlängerung bis Mirabell unmittelbar bevorsteht, wie der neue Bürgermeister Preuner und Landeshauptmann Dr. Haslauer angekündigt haben.

Andererseits wird das politische Ziel der Verlagerung des Verkehrs weg von STAU auf den Straßen, hin zum öffentlichen Verkehr mit bereits kurzfristig gescheiterten Fahrplankonzepten in der Stadt (Obus) und in der Region (sog. „S-Bahn 2“, Mattigtalbahn etc.) ausgehöhlt. Beiden gemeinsam ist, dass der Begriff „Pünktlichkeit“ als völlig ausgeschaltet zu betrachten ist. Die Fahrplankonzepte sind eindeutig dem Begriff „Murks“ zuzuordnen. Wenn Nahverkehrszüge von Salzburg Hbf bis Neumarkt-Köstendorf ohne Halt durchfahren und damit eine Stadt Seekirchen mit 10.000 Einwohnern (9.945 Stand 1.1.2012) völlig unbeachtet lässt, dann hat das nicht mehr das Allergeringste mit „modernem Nahverkehr“ zu tun, das ist eindeutig Fahrgastvertreibung und absolut unverantwortlich! Dasselbe gilt für die Ausdünnung des Fahrplanes auf der Mattigtalbahn mit den untauglichen Fahrzeugen.

Die Umgestaltung des Salzburger Obusnetzes hat mehr Nachteile für die Fahrgäste gebracht, als Vorteile, die es zugegeben auch gibt. Die Ablehnung der Doppelgelenk-Obusse tut dazu ihr Übriges. Solange durch den In­nen­stadttunnel kein Zug fährt, ist der Doppelgelenk-Obus, als Vorlaufbetrieb, unverzichtbar!

Der Verein „Die Rote Elektrische“ hat immer gefordert, dass endlich einschlägige Profis, die wissen, was sie da tun, zum Einsatz kommen. Da das offensichtlich nicht passiert ist, war es nur logisch, dass seit Fahrplanwechsel Mitte Dezember 2017 im ÖPNV in Stadt und Land Salzburg ein völliges Chaos herrscht, das zu korrigieren ist. Da ist der dilettantisch durchgeführte, nicht behindertengerechte, Railjet-Halt in Neumarkt nur eine weitere Randnotiz.

Im Neujahrstreffen der konstruktiven Verkehrsinitiativen wurde beschlossen, in Zukunft gemeinsam, aber jeweils autonom, mit neuen Kommunikationstechniken, den ÖPNV in einem zukunftsfähigen Meinungsbildungsprozess voranzutreiben. Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer wird aufgerufen, sich den ÖPNV zu sei­nem persönlichen Anliegen zu machen, Professionalität einzufordern und v.a. den derzeitigen Fahrplanunfug unverzüglich rückgängig zu machen! Dieser Scherbenhaufen ist schleunigst wegzuräumen.

Pressemeldung Die Rote Elektrische

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