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Dienstag, 05 Oktober 2021 08:00

Italien: Der historische Elektrozug Arlecchino fährt wieder

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Es war der 23. Juli 1960, als der ETR 252 Arlecchino (Harlekin) von Bologna nach Venedig zu den Olympischen Spielen in Rom fuhr. 61 Jahre nach seiner ersten Fahrt kehrte der elektrische Zug dank der Fondazione FS Italiane am 3. Oktober auf die italienische Schiene zurück und fuhr auf seiner ersten kommerziellen Fahrt von Bologna nach Rom mit einem Halt in Florenz. Die fahrt war ein großer Erfolg und in weniger als 48 Stunden ausverkauft.

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"Nach langer Vorfreude - so der Generaldirektor der Fondazione FS Italiane Luigi Cantamessa - ist Arlecchino, der mit seiner Frontalansicht ganze Generationen von Italienern zum Träumen gebracht hat, heute wieder für den touristischen Verkehr auf den schönsten und landschaftlich reizvollsten Bahnstrecken Italiens da. Dies war ein riesiger, unerwarteter Erfolg, wenn man bedenkt, dass in nur 48 Stunden alle verfügbaren Plätze ausverkauft waren, obwohl Tausende von Anfragen eingingen. Mit der Rückkehr auf die Gleise des ETR 252 Arlecchino beginnt der Hochgeschwindigkeits-Erlebnistourismus mit der Flotte der schnellen Elektrozüge, die die Geschichte der Ferrovie dello Stato geschrieben haben."

In der kollektiven Vorstellung war der Arlecchino das Symbol für Wohlstand und wirtschaftlichen Aufschwung in den 1960er Jahren. Er fuhr mit 180 km/h von Rom nach Mailand, auf breiten Sitzen, zwischen Wänden und Teppichen in leuchtenden Pastellfarben (daher der Name Arlecchino), und von den Aussichtslogen aus hatte man einen einzigartigen Blick auf die Strecke. Luxus und Bahnkompetenz made in Italy in einem Zug, der die Mobilität und den Lebensstil der Italiener revolutioniert hat.

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Der Arlecchino, der anlässlich der Festa del Ferroviere unterwegs war, ist das einzige verbliebene Mitglied der ETR 250-Gruppe, unserer heutigen Frecce. Drei der vier vorhandenen Züge wurden Ende der 1990er Jahre abgebaut, und nur einer wurde von der Fondazione FS Italiane geborgen, die ihn 2013 in das historische Fahrzeugdepot in Pistoia überführte. Drei Jahre später begannen die Restaurierungs- und Modernisierungsarbeiten des Zuges, der nun über eine neue, originalgetreue Inneneinrichtung, einen Barbereich mit neuer Ausstattung, aber mit zeitgemäßer Ästhetik sowie über moderne Beleuchtungs- und Klimaanlagen verfügt. Eine weitere wichtige Neuerung ist die Installation des Sistema Controllo Marcia Treno (SCMT), eines Systems zur Überwachung der Geschwindigkeit und zur Gewährleistung eines hohen Sicherheitsniveaus.

Nach dem Erfolg des ersten Ausflugs wird die Fondazione FS Italiane neue Fahrten mit dem legendären Elektrozug organisieren, die das reichhaltige Programm an Fahrten mit historischen Zügen zur Entdeckung der schönsten und eindrucksvollsten Ecken Italiens ergänzen werden.

WKZ, Quelle FS Italiane

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