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Montag, 11 Oktober 2021 10:00

Tschechien: Verkehrsministerium schreibt Wettbewerb für die Schnellzug-Linie R9 aus

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Foto Ministerstvo dopravy.

Neue Schnellzuggarnituren, Klimaanlage, Wi-Fi-Internetanschluss und eine deutliche Verbesserung der Verbindung nach Jihlava. Diese Parameter sollen ab Dezember 2025 von den Zügen der Linie R9 in Richtung Vysočina erfüllt werden. Das Verkehrsministerium hat die erste einer Reihe von Standardausschreibungen gestartet (2021/S 194-505576), mit denen die Qualität des Schnellzugverkehrs verbessert und der Markt für öffentliche Dienstleistungen schrittweise geöffnet werden soll.

"Die neuen Schnellzüge mit einer Höchstgeschwindigkeit von mindestens 200 km/h sollen in Zukunft einen Teil der Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Prag und Kolín befahren können. Die Züge sollen auf jeder Seite mindestens eine Tür haben, um Müttern mit Kinderwagen oder älteren Fahrgästen einen niederflurigen Einstieg zu ermöglichen. Außerdem sollte es drahtloses Internet, ein verstärktes Mobilfunksignal und einen Bordverkauf für Erfrischungen geben", so Verkehrsminister Karel Havlíček.

Das Betriebskonzept der Linie R9 wird ebenfalls geändert, so dass alle 120 Minuten ein Direktzug Prag - Havlíčkův Brod - Brno und alle 120 Minuten ein Direktzug Prag - Havlíčkův Brod - Jihlava verkehren wird. In der umgekehrten Richtung wird es eine symmetrische Lösung geben. Dadurch wird die Verbindung nach Jihlava erheblich verbessert. Gleichzeitig wird das Angebot der Linie R9 reguliert und mit dem Verkehrskonzept der Region Vysočina (Hochland) verknüpft, mit der die Bahnlinie abgestimmt wurde.

Das Verkehrsministerium geht davon aus, dass der Vertrag mit dem Gewinner der Ausschreibung für einen Zeitraum von 15 Jahren geschlossen wird. Ein so langer Zeitraum ist dadurch gerechtfertigt, dass die zu erwerbenden Fahrzeuge eine sehr lange Abschreibungsdauer haben. Der Vertrag sieht vor, dass die Fahrzeuge auf einen anderen Beförderer übertragen werden müssen. Die Ausschreibungsunterlagen sehen die Aufnahme des Betriebs mit dem Bahnunternehmen ab Dezember 2025 vor.

Der Betreiber ist verpflichtet, das Einheitstarifsystem (d.h. One-Ticket-Reiseausweise), internationale Reiseausweise nach dem Gemeinsamen Internationalen Tarif für die Beförderung von Personen (TCV) und Reiseausweise der territorial relevanten regionalen Verkehrsverbünde, von denen die Linie R9 auf ihrer Strecke mehrere passiert, zu akzeptieren. Dem Vertrag zufolge muss der Zug mit einem Schaffner ausgestattet sein, der auch den Fahrkartenverkauf an Bord sicherstellt und den Fahrgästen Informationen über Verbindungen innerhalb der Tschechischen Republik gibt.

"Die Erfahrungen mit der schrittweisen Liberalisierung des Schienenverkehrs zeigen, dass sie nicht nur für den Kunden, d.h. den Staat oder die Regionen, sondern auch für die Fahrgäste von Vorteil ist. Dank der neuen Verträge, die auf der Grundlage eines Vergleichs der Angebote mehrerer Fluggesellschaften abgeschlossen wurden, konnten bereits über 300 Millionen CZK eingespart werden. Private Beförderer haben bisher insgesamt sieben Linien erworben, und die ČD bietet weiterhin die überwiegende Mehrheit der Fernverkehrslinien an", so der Verkehrsminister abschließend.

Die Liberalisierung des Schienenverkehrs ist durch europäisches Recht, das sogenannte 4. Eisenbahnpaket, vorgeschrieben. Demnach müssen Verträge nach 2023 vorrangig auf der Grundlage von Ausschreibungen geschlossen werden und nach 2033 müssen alle Strecken von den Gewinnern ordnungsgemäßer Ausschreibungen betrieben werden. Ziel des Ministeriums ist es, den Eisenbahnmarkt schrittweise zu öffnen.

WKZ, Quelle Ministerstvo dopravy

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