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Dienstag, 12 Oktober 2021 08:00

Frankreich: Wiedereröfnnung Montréjeau - Luchon mit Wasserstoff kann teuer werden

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Fotos Alstom.

Die Verbindung zwischen Montréjeau und Luchon im Departement Haute-Garonne ist in den Plänen der Region Occitanie zur Wiederaufnahme des Bahnverkehrs enthalten. Auf ihr ist eine Probebetrieb mit Wasserstoffzügen von Alstom vorgesehen, von denen SNCF Voyageurs im April im Auftrag von vier Regionen 12 Stück bestellt hat. Die Übernahme kleiner Linien durch die Regionen wurde im Januar 2021 per Dekret geregelt.

Die Bergstrecke Montréjeau-Luchon (36 km, eingleisig, vier Bahnhöfe) wurde 1873 von der Compagnie du Midi eröffnet, die sie wegen ihres schwierigen Profils (17 ‰ Rampen) ab 1925 durchgehend mit 1,5 kV elektrifizierte. Im Jahr 2014, dem Jahr der "vorübergehenden" Einstellung des Personenverkehrs aufgrund des Zustands der Strecke, wurde sie mit einer einzigen Hin- und Rückfahrt im TER bedient, ergänzt durch 6 Hin- und 5 Rückfahrten mit dem Bus, zu denen saisonale Nachtzüge (Januar bis März und Juli-August) von und nach Paris an Freitagen, Samstagen und Sonntagen hinzukamen. Aufgrund der Veralterung der Anlagen und der Stilllegung der Strecke wurde 2017 die ursprüngliche 1,5-kV-Oberleitung auf dem gesamten Abschnitt Montréjeau-Luchon entfernt.

Die Region Occitanie plant, 67 Mio. EUR zu investieren, um 2022 mit der Sanierung der Strecke zu beginnen und sie 2024 wieder für den Verkehr freizugeben. Ab 2025 werden auf der Strecke die ersten von der Region bestellten Alstom-Wasserstoffzüge getestet (drei Züge für 52 Mio. EUR, davon 10 Mio. EUR staatliche Beihilfen). Der Antrieb (Strom aus der Oberleitung + Wasserstoff mit Brennstoffzelle) der Coradia-Züge wird am Alstom-Standort in Tarbes entwickelt, die Endmontage der Züge erfolgt in Reichshoffen (Bas-Rhin). Diese Züge werden mit Oberleitung von Toulouse (oder Tarbes) nach Montréjeau und mit Hilfe von Wasserstoff zwischen Montréjeau und Luchon verkehren.

Die Alstom-Wasserstoffzüge, die von der Region bestellt wurden, kosten 52 Mio. EUR, das sind 17 Mio. EUR pro Zug im Gegensatz zu einem Dual-Mode-Régiolis von etwa 8 Mio. EUR. Die Bergstrecke Montréjeau - Luchon (36 km mit Einzelgleis) neu zu elektrifizieren, würde etwa 36 Mio. EUR kosten, wenn man sehr grob gerechnet 1 Mio. EUR pro km rechnet, da die Strecke ja schon einmal elektrifiziert war. Die drei Wasserstoffzüge verursachen also anfängliche Mehrkosten von 27 Mio. EUR, zu denen noch der regelmäßige Austausch der Wasserstoff-Brennstoffzelle hinzukommt. Wenn man davon ausgeht, dass eine Elektrifizierung eine Mindestlebensdauer von 50 Jahren hat (das rollende Material 35 Jahre), sieht man, dass der Wasserstoffbetrieb aus finanzieller Betrachtung nicht günstig ist.

Pierre Debano, Franz A Roski, WKZ, Quelle Mobilités

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