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Freitag, 05 Januar 2018 07:20

Griechenland: OSE sieht die Bahn nach Umorganisation im Aufwind

Nach Jahren der vielfachen Umorganisation der Bahnstrukturen und der politisch-ökonomischen Krise im Land sieht der Vorstandsvorsitzende des griechischen Eisenbahnnetzwerksbetreibers OSE, Konstantinos Petrakis, die griechische Bahn im Aufwind. Geänderte Verhältnisse, Griechenland sieht sich nicht mehr am Rande Europas sondern als Schaltstelle im intermodalen Verkehr zwischen Asien (China) und dem Rest der Welt, was vor allem mit dem Waremumschlag im langfristig von chinesischen Unternehmen gepachteten (Container-) Hafen von Piräus zu tun hat, sorgen für gewaltigen Mehrverkehr (zumindest in Zukunft).

Neben der weitgehenden Fertigstellung des Ausbaus der Strecke Athen - Thessaloniki im Jahr 2018 stehen die Fertigstellung der normalspurigen Strecke nach Patras, der Neu- und Ausbau der Bahn in alle nördlichen Nachbarländer (Albanien, Mazedonien, Bulgarien und Türkei) auf der Agenda. Hier wird auch von einer "Egnatia-Eisenbahn" gesprochen, die von der Westküste bis zur türkischen Grenze führen soll.

Östlich von Thessaloniki dürfte es vor allem um den (schon länger angekündigten) Ausbau der Bestandsstrecken gehen, auch im Rahmen von verschiedenen EU-Projekten, westlich von Thessaloniki bleibt man da eher vage, es gibt aber drei Optionen:

• Eine Verbindung über Florina zu den albanischen Häfen Durres und/oder Vlora, dafür könnte es Regionalfördergelder geben

• Die immer wieder geplante Anbindung des nördlichten westgriechischen Hafens Igoumenitsa (über Kozani oder Kalambaka) mehr oder minder parallel zur Egnatia-Autobahn, wegen des gebirgigen Geländes sehr aufwändig

• Die Nutzung der "neuen" Peloponnesbahn als Anschluss des Hafens von Patras.

Für die meterspurigen Peloponnesbahnstrecken, die nicht mehr betrieben werden, erhofft man sich zumindest teilweise Reaktivierungen auf regionaler Ebene unter Einbeziehung touristischer Interessen.

Gleichzeitig hat das EVU TrainOSE, das der italienischen FS-Gruppe gehört, angekündigt 60 neue Lokführer einzustellen sowie weiteres Personal mit wissenschaftlichem, ökonomoschem und IT-Hintergrund zu suchen und einzustellen.

Prof. Dr. Johannes Schenkel

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Letzte Änderung am Freitag, 05 Januar 2018 10:17

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