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Samstag, 06 Januar 2018 10:54

Großbritannien: Richard Branson verteidigt staatliche Rettungsaktion für Virgin East Coast Rail

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Fotos Virgin.

Sir Richard Branson hat die staatliche Rettungsaktion für die Virgin Trains East Coast verteidigt, indem er sagte, dass er und die Partnerfirma Stagecoach mehr als 100 Mio. GBP verloren haben. In den ersten öffentlichen Kommentaren des Besitzers der Virgin Group zu der Kontroverse sagte er, dass das "Versprechen eines riesigen Upgrades" für das Franchise bedeute, dass "eine Diskussion mit der Regierung stattfinden müsse".

Der Bahnbetreiber, der unter der Marke "Virgin" läuft, aber zu 90 % dem Transportunternehmen Stagecoach gehört, erhielt nach der Privatisierung im Jahr 2015 den Zuschlag für den Betrieb des East Coast Franchises. Der Betreiber sollte 3,3 Mrd. GBP an die Regierung zahlen, den Großteil davon in den letzten Jahren der achtjährigen Laufzeit. Doch der Verkehrsminister Chris Grayling kündigte an, dass der Vertrag für ein neues "Partnerschaftsmodell", das möglicherweise ebenfalls von Stagecoach betrieben wird, ab 2020 vorzeitig auslaufen würde.

Dies wurde als "Rettungsaktion zu lasten des Steuerzahlers" kritisiert und führte dazu, dass Lord Adonis dies als Grund für seinen Rücktritt im Dezember von seinem Regierungsposten als Vorsitzender der Nationalen Infrastrukturkommission nannte. Verkehrsminister Chris Grayling meidet derzeit jede Debatte über dieses Thema.

Branson sagte, dass der Betrag von 3,3 Mrd. GBP "auf einer Reihe von Schlüsselannahmen beruhte", die nicht verwirklicht wurden. In seinem Blog sagte er, dass die Verbesserung der Infrastruktur der Ostküste durch Network Rail die Zuverlässigkeit der Strecke verbessert hätte und Virgin erlaubt hätte, viel mehr Passagiere zu befördern. Er sagte: "Die erheblichen Verzögerungen bei diesem Upgrade, bei neuen Zügen sowie die mangelnde Zuverlässigkeit der Gleise werden uns erhebliche Umsatzeinbußen (in Höhe von Hunderten von Millionen GBP) kosten und die Annahmen unseres ursprünglichen Angebots torpedieren." Es müsse deshalb eine Diskussion mit der Regierung stattfinden und eine pragmatische Lösung gefunden werden.

Branson weiter: "Als der Betrieb der East Coast Line noch in öffentlichem Besitz war, gab es wenig Investitionen und die Dienstleistungen wurden nicht modernisiert. Im Gegensatz dazu steht, dass wir mit den 140 Mio. FBP, die wir investieren, bereits eine komplett erneuerte Zugflotte, mehr Serviceleistungen, neue Parkplätze und Fahrradanlagen sowie kostenlose Filme und Fernseher an Bord geschaffen haben."

Branson fügte hinzu: "Die Kritiker argumentieren, dass meine Partner bei Stagecoach und ich irgendwie davon profitieren. Tatsache ist, dass wir beide beträchtliche Geldbeträge verloren haben - insgesamt weit über 100 Mio. GBP - und keinen Penny an Dividenden erhalten haben."

Eine Ablehnung der Rettungsaktion "wäre einfacher. Aber es wäre auch falsch. Damit würden die Investitionen und Verbesserungen, die in die Ostküste fließen, abrupt gestoppt."

WKZ, Quelle Guardian, Virgin

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Letzte Änderung am Samstag, 06 Januar 2018 10:56

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