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Mittwoch, 27 Oktober 2021 12:00

Niederlande: Ein außergewöhnliches Programm auf der Museumsstrecke Hoorn - Medemblik

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Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es in den Niederlanden mehr als 500 sogenannte viereckige Dampfstraßenbahnlokomotiven. Sie sahen aus wie Lastwagen, weil sie mit einer Verkleidung der ganzen Lokomotive versehen waren. Auf diese Weise hoffte man, dass die Pferde weniger Angst vor den blasenden und pfeifenden Ungeheuern hatten, die sie überholten oder auf sie zukamen.

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Nur zwei Lokomotiven dieses Typs sind noch betriebsfähig. Es handelt sich um die # 8 "Ooievaar" der NV Haagsche Tramweg Maatschappij (HTM) aus dem Jahr 1904 und die # 18 der Gooische Stoomtram (GS) von 1921. Diese beiden normalspurigen (1435 mm) Straßenbahnloks sind bei der Stoomtram Hoorn - Medemblik (SHM) untergebracht und gehören zum Kulturerbe.

In der vorletzten Oktoberwoche waren sie vier Tage lang gleichzeitig unterwegs, was nur selten der Fall ist. Die Lok 18 fuhr mit passenden historischen Holzwagen und die Lok 8 mit einem Güterzug. Der letzte Zug war sogar mit beiden Lokomotiven bespannt. Grund genug, mal hinzufahren.

Lok HTM 8

Die HTM 8 gehört zu einer Serie von sechs zweiachsigen Lokomotiven mit zwei Innenzylindern. Die NV Machinefabriek Breda, zuvor Backer & Rueb lieferte die Lokomotive mit der Fabriknummer 227 im Jahr 1904 für 10.350 Gulden an die HTM. Sie verkehrte bis 1924 auf der Strecke Den Haag - Rijswijk - Delft. Danach kam sie zur Noord - Zuid Hollandsche Tramweg Maatschappij (NZH), wo die Maschine als A 12 für den Personenverkehr zwischen Leiden und Heemstede eingesetzt wurde. Nach der Elektrifizierung wurde die Lok ausgemustert, aber 1933 von dem Metallhändler Esbois an das Braunkohleunternehmen Carisborg in Hoensbroek verkauft. Dort wurde sie umgebaut und mit der Nummer 22 in Dienst gestellt.

1962 kehrte die Lokomotive zu ihrem Hersteller, die NV Machinefabriek Breda, zuvor Backer & Rueb, zurück. Dort wurde sie zunächst als Denkmal aufgestellt und später von der Stiftung Brabant Rail (SBR) restauriert. Seit 1988 kehrte sie auf die Straßenbahnschienen der Städte Rotterdam und Den Haag zurück. 1990 wurde sie außer Dienst gestellt und am 12. September 1996 zur SHM überführt. Nach einer langjährigen Renovierung, die 2001 anfing, konnte die Lokomotive am 22. Mai 2006 wieder in Betrieb genommen werden.

Lok GS 18

Ab 1913 nahm die Gooische Stoomtram sechs neue zweiachsige Lokomotiven in Betrieb, von denen die Lok 18 die letzte war. Sie wurde 1921 von Henschel & Sohn in Cassel (ab 13.9.1926: Kassel) mit der Fabriknummer 18776 ausgeliefert.

Bis 1937 beförderte sie Fahrgäste auf den Straßenbahnlinien Amsterdam - Muiderberg - Laren und Hilversum - Huizen - Bussum.

Nach der Inbetriebnahme moderner Triebfahrzeuge wurde die Lok 1937 an die Zuckerrübenfabrik in Roosendaal verkauft, wo sie bis in die 1960er Jahre auf dem Fabrikgelände rangierte.

Bereits 1965 wurde sie als Museumsfahrzeug eingestuft und drei Jahre später von der SHM übernommen. Es folgte eine umfangreiche Renovierung und seit 1990 befindet sich die Lokomotive wieder in ihrem ursprünglichen Zustand. Die Maschine hat zwei Innenzylinder und eine Heusinger-Steuerung. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 45 km/h.

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