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Dienstag, 09 Januar 2018 07:10

Frankreich: Neuer Bahnshuttle verbindet die Häfen von Marseille Fos und Le Havre mit der Westschweiz

Die konzertierten Anstrengungen der beiden großen französischen Seehäfen haben es ermöglicht, ein Projekt zu verwirklichen, das von der Logistik- und Transportbranche seit langem erwartet wird: Der Hafen von Marseille Fos und HAROPA - Hafen von Le Havre starten in Zusammenarbeit mit dem französischen Kombiverkehrsbetreiber Naviland Cargo Mitte März 2018 einen neuen Bahnshuttle, der dreimal wöchentlich jeden der beiden französischen Häfen mit dem Terminal Chavornay in der Nähe von Lausanne (Westschweiz) verbindet. Diese neuen Verbindungen führen von Marseille/Fos und Le Havre direkt über das Terminal Dijon-Gevrey (Burgund) nach Chavornay.

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Ziel ist, die beiden Hochburgen der französischen maritimen Welt international mit einem Service weiterzuentwickeln, der es den beiden Häfen ermöglicht, ihre Entwicklung über das Hinterland des französischen Markts hinaus fortzusetzen. Diese Strategie wurde vom französischen Premierminister Edouard Philippe auf den Konferenzen zur Weiterentwicklung der Meere (Assises de la Mer) im vergangenen November gutgeheißen. In diesem Zusammenhang erinnerte er an die Aufgabe der Häfen von Marseille Fos und Le Havre, ihren Einflussbereich über die Grenzen Frankreichs hinaus auszudehnen, und zwar mit Hilfe von erweiterten Großtransporten zum Warenaustausch im gesamten europäischen Raum.

Das Potenzial des Schweizer Containermarktes wird auf 350'000 bis 400'000 TEUs pro Jahr geschätzt. Heute wird nur noch ein geringer Teil dieses Verkehrs über französische Häfen abgewickelt. Mit der Inbetriebnahme dieses Shuttles soll es möglich sein, einen wesentlichen Teil dieser Volumina zu erfassen.

Für den Hafen von Marseille entspricht die Einführung dieses Shuttles insbesondere der Verpflichtung gegenüber den europäischen Behörden, den französischsprachigen Teil des europäischen Eisenbahnkorridors Nordsee - Mittelmeer von Fos bis in die Schweiz auszudehnen. Dank der Bahnverbindung mit Marseille und Fos haben Güter von und nach der Schweiz die Möglichkeit, die Transitzeiten zu den Märkten im Mittelmeerraum und östlich des Suezkanals zu verkürzen.

Für HAROPA erfüllt dieser erste Linienverkehr in die Schweiz das strategische Ziel, das Hinterland nach Osten zu erweitern. Nach dem Start einer ersten Linie nach Ludwigshafen im Jahr 2016 bekräftigt HAROPA mit diesem neuen Service das Bestreben, in Partnerschaft mit dem Verband der Häfen entlang der Seine (FCPAS) das Angebot zu stärken und neue Märkte zu erobern. Dank der Bahnverbindung mit Le Havre haben Güter von und nach der Schweiz die Möglichkeit, die Transitzeiten insbesondere in die USA/Kanada und nach Südamerika zu verkürzen.

Diese neue französisch-schweizerische Achse stärkt auch die führende Position von Naviland Cargo auf dem französischen Markt für maritime kombinierte Transporte und trägt der Entwicklungsstrategie über die Landesgrenzen hinaus Rechnung. Die Nutzung des Schienenverkehrs für den Containerverkehr wird es ermöglichen, die Überlastung der Strassen in die Schweiz zu verringern, indem 12'000 Lkw pro Jahr ersetzt werden, wodurch die CO2-Bilanz dieser Transporte stark reduziert wird.

Der Regionalrat der Provence Alpes Côte d' Azur und der Regionalrat der Normandie haben ihr großes Interesse an diesem Projekt bekundet und beabsichtigen, diese Initiative finanziell zu unterstützen.

WKZ, Quelle Port de Marseille Fos, HAROPA, NAVILAND CARGO

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Letzte Änderung am Dienstag, 09 Januar 2018 07:45

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