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Montag, 08 Januar 2018 19:29

Frankreich: Vorstände von SNCF Mobilités und SNCF Réseau zum Rapport bei der Verkehrsministerin

Die französische Verkehrsministerin Elisabeth Borne hatte am 08.01.18 Guillaume Pepy, Vorstandsvorsitzender der SNCF-Gruppe und Präsident-Generaldirektor von SNCF Mobilités, sowie Patrick Jeantet, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der SNCF-Gruppe und Präsident-Generaldirektor von SNCF Réseau, zu einem Arbeitstreffen nach den jüngsten Zwischenfällen in den Bahnhöfen Montparnasse, Saint-Lazare und Bercy, die den reibungslosen Betrieb des Eisenbahnsystems beeinträchtigten, zu sich bestellt. Ziel des Treffens war es, die Diagnose dieser Vorfälle zu beurteilen und gemeinsam eine Bestandsaufnahme der von den beiden Präsidenten vorgeschlagenen ergänzenden Maßnahmen vorzunehmen.

Bei diesem Treffen bestätigte die Ministerin, dass die Aufrechterhaltung und Modernisierung des bestehenden Netzes die oberste Priorität der Regierung für Eisenbahninvestitionen sein wird, was sich in dem für April 2018 geplanten Gesetzentwurf über die Ausrichtung der Mobilität (Assises de la mobilité) widerspiegeln wird. Ab 2018 werden 5,2 Mrd. Euro für den Erhalt und die Erneuerung des Schienennetzes ausgegeben, fast doppelt so viel wie vor zehn Jahren.

In diesem Jahr werden mehr als 1.600 Projekte im Netzwerk durchgeführt. Nach Jahren der Vernachlässigung werden die Instandsetzungen noch einige Jahre fortgesetzt werden, bevor sie für die Fahrgäste spürbar werden, doch es muss darauf geachtet werden, dass die Zunahme der Anzahl der Baustellen auf dem Netz nicht zu einer Zunahme der Zwischenfälle führt, insbesondere bei den Zügen des täglichen Bedarfs.

In diesem Zusammenhang wird 2018 das Jahr sein, in dem die SNCF ein Aktionsprogramm zu den drei grundlegenden Elementen ihrer Tätigkeit, nämlich Sicherheit, Robustheit des Dienstes und Fahrgastinformation, durchführen wird. Dazu gehört insbesondere der Einsatz des Programms Rob.In (Robustheit und Information der Fahrgäste), dessen Beschleunigung nach den Vorkommnissen am Bahnhof Montparnasse im Juli beschlossen wurde und das darauf abzielt, mit 50 Mio. Euro pro Jahr sowohl die Robustheit als auch die Fahrgastinformation des Eisenbahnsystems zu verbessern.

Gewährleistung der Sicherheit und Zuverlässigkeit des Eisenbahnverkehrs

Nach den Elektroinstallations- und Computerausfällen, die sich in den letzten Monaten in den großen Pariser Bahnhöfen ereignet haben, wurde einvernehmlich beschlossen, dass SNCF Réseau an allen großen Pariser Bahnhöfen (Paris Saint Lazare, Paris Nord, Paris Est, Paris Gare de Lyon, Paris-Bercy, Paris Montparnasse et Austerlitz) sowie an wichtigen Halten der Regionen eine Diagnose der technischen Ausrüstung durchführt.

Ziel ist es, die Schwachstellen des Netzes besser zu definieren und die erforderlichen Investitionen zur Behebung dieser Schwachstellen zu mobilisieren, wobei die bereits für die nächsten fünfzehn Jahre in der Region Ile-de-France geplanten Arbeiten zu berücksichtigen sind. Diese Diagnose muss bis Ende März 2018 abgeschlossen sein, und die Vorschläge für Maßnahmen, insbesondere für vorrangige Investitionen in diese großen Bahnhöfe, müssen bis Ende April 2018 vorgelegt werden..

Durchführung der notwendigen Arbeiten unter Beherrschung ihrer möglichen Folgen

Der Vorstandsvorsitzende von SNCF Réseau stellte das aktuelle interne Reorganisationsprojekt vor, das darauf abzielt, die Arbeit zuverlässiger zu machen und dem Betrieb des Eisenbahnsystems eine zentrale Rolle zu geben, die allen Kunden zugute kommt und die maximale Wirtschaftlichkeit des Netzes gewährleistet. Dieses Reorganisationsprojekt stützt sich insbesondere auf eine neues Management der Verwaltung großer Arbeiten und Ingenieursleistungen, das nach dem Vorfall in Gare Montparnasse im Dezember beschlossen wurde.

Vertrauensbildung und bessere Information der Reisenden

Im Rahmen ihres Programms zur Verbesserung der Fahrgastinformation hat die SNCF drei ergänzende Maßnahmen vorgeschlagen:

1. Um die Transparenz der geplanten Arbeiten am Netz zu erhöhen, werden diese systematisch und leserlich an allen betroffenen Bahnhöfen angezeigt.

2. Ab Januar 2018 wird allen Störungen des Netzbetriebs nach dem Vorbild anderer Sektoren (Meteorologie, Straßenverkehr, Nuklearbereich) in transparenter Weise ein Schweregrad zugeordnet. Die Schweregrad-Skala wird ab dem 15. Januar getestet und bis zum 1. Februar verallgemeinert. Diese Regelung wird den Verbraucherverbänden zur Stellungnahme vorgelegt und von der Verkehrsbehörde für Servicequalität (l'Autorité de la qualité de service dans les transports, AQST) validiert.

3. Darüber hinaus hat die SNCF vorgeschlagen, die für TER, Transilien, Intercités und TGV-Züge festgestellte Regelmäßigkeit ab Januar 2018 täglich zu veröffentlichen und damit dem Ziel der Transparenz und des Vertrauens gegenüber den Fahrgästen und allen Beteiligten Rechnung zu tragen. Die Ergebnisse getrennt nach Linien, Regionen und Verkehrsachsen werden durch Informationen über die Ursachen der Hauptereignisse ergänzt.

Das gesamte Sicherheits-, Robustheits- und Informationsprogramm sowie alle wesentlichen Vorkommnisse werden monatlich von jedem Vorstand und Aufsichtsrat überwacht.

WKZ, Quelle Verkehrsministerium

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