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Freitag, 05 November 2021 10:00

Norwegen: SJ Norge drängt auf Entscheidung zum Stopp des Wettbewerbs

Die Ambitionen der schwedischen Bahngesellschaft SJ in Norwegen könnten ins Stocken geraten. SJ Norge bittet um eine baldige Entscheidung, falls die neue Regierung den Wettbewerb in Ostnorwegen absagen will.

Der neue norwegische Verkehrsminister von der Arbeiterpartei (Arbeiderpartiet) hat erklärt, dass er es vorziehen würde, den Wettbewerb für das Verkehrspaket 5 im Osten des Landes abzubrechen - und den Auftrag direkt an Vy zu vergeben. Während die frühere Ministerpräsidentin Erna Solberg ausländischen Eisenbahnunternehmen den Eintritt in den norwegischen Markt ermöglichte, um mit Vy (der früheren NSB) zu konkurrieren, will die neue Ap/Sp-Regierung den Wettbewerb unterbinden.

"Wenn sie der Meinung sind, dass sie den Wettbewerb stornieren müssen, dann werden sie es recht bald tun müssen", zitiert die Tageszeitung Verdens Gang (VG) die amtierende Geschäftsführerin von SJ Norge, Lena Angela Nesteby. SJ Norge gewann gegenüber Vy das Verkehrspaket 2 Nord und wird bis 2030 unter anderem die Dovrebanen, Nordlandsbanen und Rørosbanen betreiben.

"Als wir vor zwei Jahren von Schweden aus auf den norwegischen Markt kamen, hatten wir die Vorstellung, dass es in Zukunft mehr Pakete geben würde. Es gibt keine Garantie dafür, dass wir ausgewählt werden und gewinnen, aber es ist eine Möglichkeit. Wenn sie gar nicht erst da ist, sieht die Welt anders aus", betont sie.

Der Zugverkehr im Osten wird als das Sahnehäubchen auf dem norwegischen Markt angesehen und SJ bestätigt, dass sie Angebote gemacht haben. Während die Regierung prüft, wie dieser Wettbewerb abgesagt werden kann, befinden sich die norwegische Eisenbahndirektion (Jernbanedirektoratet) und die Unternehmen in Verhandlungsrunden.

Deshalb bittet SJ um eine schnelle Klärung: "Was für uns wichtig ist, ist die Vorhersehbarkeit. Wir wollen wissen, was in Zukunft passieren wird", sagt Nesteby.

Die Regierung beantwortet noch keine Fragen, wann eine Klärung erfolgen wird. Verkehrsminister Jon-Ivar Nygård (Arbeitspartei) sagt, man müsse nun den Handlungsspielraum prüfen und wie ein Stopp des Wettbewerbs erfolgen kann. "Das Ziel dieser Regierung ist es, die bestmögliche Eisenbahn für alle zu schaffen. Wir brauchen ein Bahnangebot, das berechenbar und einfach zu handhaben ist und das es attraktiv macht, die Bahn dem Auto vorzuziehen. Das wird für uns das Wichtigste sein, wenn wir jetzt prüfen, wie ein Ausschreibungsstopp umgesetzt werden kann."

Bengt Dahlberg, WKZ, Quelle VG

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