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Donnerstag, 11 November 2021 13:30

Ungarn: Start des staatlichen Zuschusses für den Einzelwagenverkehr

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Foto RCH.

Die Rahmenverträge für den staatlichen Zuschuss beim Einzelwagenverkehr wurden mit den Güterbahnen, die bis jetzt einen erfolgreichen Antrag eingereicht haben, abgeschlossen. Beteiligt sind CER Hungary Zrt., GYSEV Cargo Zrt., Floyd Zrt. und Rail Cargo Hungaria Zrt.

Der Zuschuss kommt vom Ministerium für Innovation und Technologie und wird vom MÁV Zrt. als Subförderer ausgezahlt. In den nächsten fünf Jahren sollen mehr als 26 Mrd. HUF in die Wettbewerbsfähigkeit des umweltfreundlichen Schienengüterverkehrs fließen. Das sichert langfristig Arbeitsplätze für fast 2.000 Eisenbahner:innen, trägt zu einer besseren Auslastung der Gleiskapazitäten bei und entlastet die Straßen um etwa 400.000 Lkws pro Jahr.

Durch den Beschluss der ungarischen Regierung und der Zulassungsentscheidung der Europäischen Kommission können die Güterbahnen im Jahr 2021 einen Zuschuss in der Höhe von insgesamt einer Milliarde HUF beantragen, um ihre Einzelwagenverkehrsleistungen aufrechterhalten zu können. Im Zeitraum zwischen 2022 und 2025 beträgt das förderfähige Budget jährlich 6,4 Mrd. HUF. Der staatliche Zuschuss ist ein wichtiger Meilenstein für den Einzelwagenverkehr, wodurch die Bahn Vorteile auch für jene Unternehmen bieten kann, die ein geringeres Gütervolumen aufweisen Der ungarische Eisenbahnverein HUNGRAIL hat die Initiative eingebracht.

Tamás Schanda stellvertretender Minister, Staatssekretär für parlamentarische und strategische Angelegenheiten des Ministeriums für Innovation und Technologie hob hervor: „Der staatliche Zuschuss wird den Bereich stabilisieren, vorhersehbar machen, und mittelfristig zu einem geschätzten Umsatzwachstum von 2-4 Prozent führen, was auch die BIP-Erzeugungskapazität des Sektors stärkt. Dank der Intervention werden wir in der Lage sein, tausende Arbeitsplätze zu schützen. Die Bewahrung der Kapazitäten ist dafür unerlässlich, dass Ungarn gemäß dem im Eisenbahnprogramm gesetzten Ziel zum Fracht-, Logistik- und Distributionszentrum in Mitteleuropa wird.“

Róbert Homolya, Präsident-CEO der MÁV-Volán Gruppe, Präsident von HUNGRAIL betonte, dass der Zuschuss den Einzelwagenverkehr erneuern, den Betrieb des Segments stabilisieren, Entwicklungen und Investitionen ersetzen und so die Bahn noch näher zu den Unternehmen bringen kann. Als zuverlässiger Dienstleister stellt die MÁV die Infrastruktur, die Rangiertätigkeit und meist auch die Traktion sowie den Bahnstrom und den notwendigen IT-Konditionen bereit. HUNGRAIL wird seine Mitgliedsunternehmen weiterhin aktiv bei der Nutzung des Zuschusses unterstützen, Vorschläge zur Verbesserung der Servicequalität unterbreiten und sich an der Entwicklung von IT-Systemen zur Leistungsmessung und -abrechnung beteiligen.

Imre Kovács, Vorstandsmitglied von HUNGRAIL, dem ungarischen Eisenbahnverein und Vorstandsvorsitzender von Rail Cargo Hungaria: „Die Unterzeichnung der Vereinbarungen wird der ungarischen Wirtschaft einen Wettbewerbsvorteil gegenüber den Ländern verschaffen, die die Aufrechterhaltung des Einzelwagenverkehrs nicht unterstützen. Mit dieser Bahnlogistiklösung sichern Schienengüterverkehrsunternehmen den Exporttransport von Produkten ungarischer Unternehmen, deren Straßentransport von den Behörden mehrerer europäischer Länder nicht zugelassen ist.
Die heute unterzeichneten Verträge tragen auch zu der Erreichung der Klimaziele bei, da der nachhaltige und saubere Einzelwagenverkehr den Straßenverkehr von jährlich hunderttausenden LKWs ersetzt, Treibhausgasemissionen verhindert und Straßensicherheitsrisiken verringert“, sagte Imre Kovács.

Im Einzelwagenverkehr können die Waren sogar in einem Güterwagen befördert werden. Steht eine Anschlussbahn zur Verfügung, so erfolgt der Transport direkt vom und zum Unternehmensstandort. Die Einzelwagen erreichen eine Sammelstation, wo sie gemäß ihren Zielorten in Ganzzügen organisiert werden. Die Einzelwagen, die in den Ganzzügen die Sammelbahnhöfe in der Nähe ihrer Zielorte erreichen, werden nach ihren Bestimmungsorten in Zügen organisiert und erreichen so ihr Ziel. Der Einzelwagenverkehr, der zahlreiche Vorteile bietet und für den Transport jeglicher Art von Gütern geeignet ist, ist aus wirtschaftlicher Sicht unverzichtbar. Die Aufrechterhaltung wird durch den Zuschuss ermöglicht, der weiterhin die Rohstoffversorgung von 700 ungarischen Unternehmen, darunter unter anderem strategische Großbetriebe und KMUs, gewährleistet und sichert, dass deren Güter auf den Markt gebracht werden.

Der Straßentransport bestimmter Materialien und Produkte wird von den Behörden mehrerer europäischer Länder nicht zugelassen. Daher ist für viele ungarische Unternehmen, die ihre Waren hauptsächlich exportieren, der Einzelwagentransport die einzige Exportlösung. Die von den betroffenen EVUs bereitgestellten Einzelwagentransporte schaffen sichere Konditionen dafür, dass 2,3 Millionen Tonnen Gefahrgüter auch in der Zukunft risikofrei an ihren Bestimmungsort gebracht werden.

Die Aufrechterhaltung der Dienstleistung sichert langfristige Arbeitsplätze von etwa 2.000 Eisenbahner:innen und trägt zur höheren Auslastung der Gleiskapazität bei.

Für die Güterbahnen trägt die Beihilfe auch dazu bei, die Anzahl der Mitarbeiter:innen, die benötigt werden, zu bewahren, den Wettbewerbsnachteil gegenüber dem Straßenverkehr zu verringern und die Flexibilität des Kundendienstes zu erhöhen.

Auch die Europäische Union ist für die Aufrechterhaltung des Transportmodus, da ohne Förderung das Ziel, den Schienenanteil von 30 % bis 2030 und 50 % bis 2050 bei einem Transit von mehr als 300 km, nicht zu erreichen ist. Ohne die Einführung des Zuschusses des Einzelwagenverkehrs, das ein jährliches Volumen von 10-12 Tonnen und 1.500 Millionen Nettotonnenkilometer aufweist, würden jährlich 400.000 LKWs auf die ungarischen Straßen strömen.

Die CO2-Emissionen des Schienengüterverkehrs pro Transporteinheit betragen ein Siebtel des Straßenverkehrs. Weitere Vorteile sind eine Reduktion der Lärmbelastung, wesentlich weniger Staus und Unfälle sowie die Vermeidung der damit verbundenen Kosten.

Pressemeldung RCH

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