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Donnerstag, 11 Januar 2018 09:57

Polen: Wettbewerber der PKP rüsten sich zum Eintritt in den polnischen Personenverkehrsmarkt

Mehrere polnische Nachrichtenorgane thematisieren derzeit den Eintritt ausländischer Bahnbetreiber auf dem polnischen Eisenbahnnetz im Fernverkehr. Die wirkliche Revolution erwartet die polnischen Passagiere ab 2020. Nach der Entscheidung der Europäischen Kommission soll der Eisenbahnmarkt in der EU, auch in Polen, dann dem Wettbewerb im Fernverkehr geöffnet werden. In den folgenden Jahren können sich ab Dezember 2023 dann ausländische Betreiber auch auf subventionierte Dienste bewerben. Drei Bahnanbieter aus Deutschland und Tschechien haben schon begonnen, sich auf diese Daten vorzubereiten.

Einer der zukünftigen Wettbewerber wird Arriva sein, der Ableger der Deutschen Bahn. Arriva betreibt schon seit zehn Jahren Nahverkehre vor allem in der Woiwodschaft Kujawien-Pommern und in den Sommermonaten auch Ausflugsverkehre zum Beispiel nach Nowy Dwór Gdański und Hel. Ab 2020 soll eine Verbindung von Danzig zum Warschauer Flughafen Lotnisko Chopina gestartet werden.

Arriva hatte sich zuvor über die offizielle Sperrung des Wettbewerbs beschwert. Im vergangenen Jahr erhielt die Firma beispielsweise keine Genehmigung, auf Strecken von Warschau nach Posen, Krakau und Łodz zu fahren. Das polnische Eisenbahnamt UTK erklärte, dass Arriva dann von Passagieren genutzt werden würde, die derzeit mit Zügen des subventionierten ÖPNV fahren. Inzwischen hat Arriva als Ersatz für die nicht genehmigten Dienste die Genehmigung des UTK für folgende Strecken erhalten:

• Wrocław - Szczecin,
• Wejherowo - Chełm,
• Łódź Fabryczna - Chełm,
• Wejherowo - Kielce,
• Bydgoszcz - Hel,
• Katowice - Wejherowo,
• Łódź - Szczecin.

Die Zerschlagung des PKP-Monopols kündigt auch Peter Jancovic von der tschechischen Firma Leo Express an. Die Verbindung Kraków - Katowice - Prag soll als Kabotage bereits im März 2018 mit Zügen vom Typ Flirt aufgenommen werden. Die Fahrpreise für die ersten Passagiere betragen nur 19 PLN. Es wird drei Klassen geben: die zweite, die erste und die Business-Klasse.

Der erste Schritt zum Eintritt in den polnischen Markt wurde ebenfalls von einem anderen Betreiber, dem tschechischen RegioJet, gemacht. Er hat gerade das Sicherheitszertifikat des UTK erhalten. Der nächste Schritt wird sein, sich für bestimmte Strecken zu bewerben. Das Unternehmen will in zwei Jahren mit dem Eintritt im polnischen Markt beginnen. Vorerst wurden die Polen unter anderem mit Bussen von Warschau nach Prag gebracht.

WKZ, Quelle Wiadomosci.pl, Dziennik.pl

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Letzte Änderung am Donnerstag, 11 Januar 2018 10:05