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Dienstag, 23 November 2021 09:00

Niederlande: Alstom schließt ICNG-Zulassungstests ab, nächster Schritt sind NS-Testläufe

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Fotos NS.

Der "Intercity Nieuwe Generatie" (ICNG) hat 3000 bis 4000 Kilometer zurückgelegt. Während der Zug für viele noch unbekannt ist, kennt Testfahrer Hans Lieman, Mitglied des NS Train Test Centre, den neuen Zug bereits von vorne bis hinten. Er fuhr auf der tschechischen Teststrecke in Velim und durch die holländischen Polder.

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"Er läuft ruhig, beschleunigt schnell und liegt gut und stabil auf der Strecke", sagt er bei der NS Onderhoudsbedrijf Watergraafsmeer in Amsterdam. Die Entwicklung des schnellen Intercity mit einer Höchstgeschwindigkeit von 200 Stundenkilometern tritt nun in eine neue Phase.

Der Hersteller Alstom hat die Zulassungstests abgeschlossen. Der Innenraum ist ebenfalls vollständig fertiggestellt. In der vergangenen Woche beantragte die NS bei der Aufsichtsbehörde für Umwelt und Verkehr die Genehmigung für Test- und Übungsfahrten, zunächst ohne Fahrgäste und später mit Fahrgästen. Damit rückt die Ankunft dieses Zuges, der auch auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke verkehren wird, einen Schritt näher. Während dieser Testfahrten wird die NS die Funktionalität und Zuverlässigkeit des Zuges prüfen. Das ist wichtig, denn dieser brandneue Zug wird nur dann in den Fahrplan aufgenommen, wenn er auch zuverlässig genug ist, um dies zu tun. Testfahrer Lieman kann es kaum erwarten: "Ich glaube, die Fahrgäste werden diesen Zug sehr genießen.

Die öffentliche Präsentation der ICNG war ursprünglich für das vergangene Wochenende im Rotterdamer Hauptbahnhof geplant. Aufgrund der verschärften Corona-Maßnahmen wurde dies verschoben. Um trotzdem einen Blick auf den neuen ICNG zu werfen, wurde ein NS Weekly Extra produziert, in dem NS die Innenausstattung vorstellt.

NS arbeitet mit dem Hersteller Alstom an einem umfangreichen Test- und Zulassungsprogramm. Wegen der COVID-19 und ihrer Auswirkungen auf die Weltwirtschaft können noch keine detaillierte Planung für die vollständige Einführung des Schnellzugs im Fahrplan vorgelegt werden. Maarten Bakker, der für den ICNG zuständige Programmmanager bei NS: "Der Zug wird in verschiedenen Ländern produziert und entwickelt. Wegen der Corona wurden Fabriken geschlossen, Software konnte nicht getestet und entwickelt werden und Teile waren nicht verfügbar. Wir setzen alles daran, dass die ersten Fahrgäste im Jahr 2022 in den Zug einsteigen können. Das Hauptaugenmerk von NS liegt in dieser Hinsicht auf einer zuverlässigen Einführung. Dabei lassen wir uns von den Erfahrungen leiten, die wir bei der Einführung anderer Fahrzeuge gemacht haben. Das bedeutet, dass wir Zuverlässigkeit und Qualität vor Schnelligkeit stellen und keine Zugeständnisse an den Probebetrieb und eine kontrollierte, schrittweise Einführung machen.

In den gesamten Niederlanden

Das ICNG wird mindestens 30 Jahre im Betrieb bleiben und ist von großer Bedeutung, um den heutigen und künftigen Fahrgästen eine kürzere Fahrzeit und eine komfortable Reise zu bieten. Das Ministerium erwartet bis 2040 einen Fahrgastzuwachs von bis zu 40 Prozent (im Vergleich zu vor Corona) auf der Schiene. Dadurch wird der Zug absolut unverzichtbar, vor allem im Hinblick auf eine Reihe von sehr wichtigen sozialen Aufgaben. Wenn eine Million Wohnungen gebaut werden, muss auch in nachhaltige Mobilität investiert werden. Schließlich kauft niemand ein Haus, zu dem man nicht auf anständige Weise gelangen kann.

Der Zug hat eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h und kann so die Vorteile der Hochgeschwindigkeitsstrecke nutzen und Städte im ganzen Land schneller verbinden. Dies wird in mehreren Phasen geschehen. Der Zug wird zunächst auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Amsterdam - Rotterdam - Breda und dann auch (teilweise) auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Den Haag - Rotterdam - Eindhoven fahren. In weiteren Etappen wird die ICNG auch auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke von Amsterdam und Rotterdam nach Antwerpen und Brüssel sowie von Rotterdam über Amsterdam Süd durch Zwolle nach Leeuwarden und Groningen fahren.

WKZ, Jules Draaijers, Quelle NS

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