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Montag, 29 November 2021 08:00

Dänemark/Schleswig-Holstein: Studie über den Schienenverkehr an der Landgrenze zwischen Dänemark und Deutschland

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Fotos Banedanmark, Stadler.

Wie das dänische Verkehrsministerium am 24.11.2021 bekannt gab, soll geprüft werden, ob der Zugverkehr von und nach Deutschland so organisiert werden kann, dass deutsche Züge nach Dänemark verlängert werden können. Dies würde eine Stärkung des regionalen Schienenverkehrs zwischen Dänemark und Deutschland ermöglichen. Gleichzeitig wäre es möglich, die Züge auf der Hauptstrecke nach Sønderborg im Stundentakt fahren zu lassen.

Mit der politischen Einigung über den Infrastrukturplan 2035 (S, V, DF, SF, RV, EL, K, NB, LA, ALT und KD) vom 28. Juni 2021 wurde beschlossen, eine Studie über die Möglichkeit deutscher Züge auf der Strecke Flensborg - Padborg - Tinglev, einschließlich einer direkten Zugverbindung nach Kiel, durchzuführen.

Die DSB betreibt derzeit IC3-Züge von und nach Flensburg. Auf dem Abschnitt zwischen Padborg und Flensburg geschieht dies im Rahmen eines Vertrages mit dem Verkehrsverbund in Schleswig-Holstein, der bis 2028 läuft. Dies fällt in etwa mit der Ausmusterung der IC3 zusammen, nach der die DSB nicht mehr über geeignete Züge für diese Aufgabe verfügen wird. Daher muss ein neues Modell für die Organisation des grenzüberschreitenden Zugverkehrs zwischen Dänemark und Deutschland über den Korridor in Jütland gefunden werden, der den internationalen Zugverkehr zwischen Hamburg und København bzw. Aarhus ergänzen könnte, der von den neuen Elektrolokomotiven und -wagen der DSB bedient werden wird.

Nach dem derzeitigen Modell überquert jeder zweite Zug in Südjütland die Grenze zwischen Dänemark und Deutschland. Die anderen Züge fahren von und nach Sønderborg. Die Verlegung des Umsteigebahnhofs zwischen dem dänischen und dem deutschen Zugsystem von Flensburg nach Tinglev würde es ermöglichen, dass Sønderborg zum Endbahnhof für alle dänischen Züge wird, die dann im Stundentakt statt wie bisher im Zweistundentakt verkehren könnten.

Aufgabe

Die künftigen Möglichkeiten für den grenzüberschreitenden Zugverkehr bei Padborg sollen analysiert und eine Entscheidungsgrundlage für die mögliche Entwicklung des Zugverkehrs zwischen Dänemark und Deutschland über den Korridor in Jütland erarbeitet werden. Es wurde Kontakt mit dem Verkehrsverbund NAH und dem Verkehrsministerium in Schleswig-Holstein aufgenommen, und es wurden bisher zwei Hauptmodelle entwickelt:

1) Stündlicher Betrieb mit Batteriezügen von Kiel nach und von Tinglev, ergänzt durch eine Reihe von täglichen IC-Zügen zwischen Aarhus und Hamburg.
2) Stündlicher Regionalzugverkehr zwischen Hamburg und Tinglev, ergänzt durch eine Reihe von täglichen IC-Zügen zwischen Aarhus und Hamburg.

In beiden Modellen enden alle Regionalzüge der DSB in Sønderborg, so dass der Umsteigebahnhof Tinglev und nicht Padborg ist. Sollte es nicht möglich sein, die Strecke Tinglev - Padborg mit deutschen Zügen zu bedienen, ist das Basisszenario, dass Padborg und Sønderborg als Endstation für dänische Züge jeweils alle zwei Stunden bedient werden.

• Modell 1

Modell 1 ist im Zusammenhang mit der Erwartung zu sehen, dass eine bestimmte Anzahl von IC-Zügen von Hamburg nach Aarhus parallel zu Batteriezügen im Stundentakt zwischen Tinglev und Kiel aufrechterhalten wird, als Ergänzung zum grenzüberschreitenden Regionalzugverkehr.

Schleswig-Holstein würde aus eigenen Gründen wahrscheinlich eine Lösung bevorzugen, bei der es sich zu zufriedenstellenden Konditionen in die kommerziellen Fernverkehrszüge der DB zwischen Hamburg und Flensburg einkaufen könnte, die dann die langen Binnenstrecken in Schleswig-Holstein bedienen müssten. Diese Züge fahren zum Teil bis Aarhus weiter, wo sie auf dänischer Seite von der DSB betrieben werden.

• Modell 2

Modell 2 basiert auf einem stündlichen Regionalzugsystem zwischen Hamburg und Flensburg, das dann stündlich von Flensburg bis Tinglev verlängert wird.

Dieses Modell erfordert Investitionen in einige weitere Züge auf der deutschen Seite, die ebenfalls als Zweisystemzüge verkehren würden, und eine dänische Kofinanzierung ist wahrscheinlich erforderlich. Das Modell geht davon aus, dass Schleswig-Holstein voraussichtlich Mitte 2022 über die Ausschreibung des notwendigen Rollmaterials für den Einsatz ab 2027 entscheiden muss.

Zeitplan

• Herbst 2021: Definition der Aufgabenstellung (dieser Bericht).
• Etwa im Sommer 2022: Stellungnahme zu einer prinzipiell möglichen Lösung für den grenzüberschreitenden Zugverkehr.

Organisation

Die Analyse wird vom Verkehrsministerium und der DSB in Zusammenarbeit mit der NAH und dem Verkehrsministerium von Schleswig-Holstein durchgeführt.

WKZ, Bengt Dahlberg, Quelle Transportministeriet

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Letzte Änderung am Montag, 29 November 2021 08:31

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