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Freitag, 12 Januar 2018 13:15

Schweiz: Stellungnahme Pro Bahn Schweiz zum Ausbauschritt der Bahninfrastruktur 2030/35

Für Pro Bahn Schweiz müssen die Kundinnen und Kunden bei der Angebotsplanung an erster Stelle stehen. Entscheidend ist das Angebot, welches gefahren werden kann – die Infrastrukturbauten sind das Mittel zum Zweck.

pbs

Heute reicht Pro Bahn Schweiz ihre Stellungnahme dem BAV ein und fordert grundsätzlich darin aus Kundensicht:

• Schweizweit konsequent systematisierte 30-/ 15-Minuten-Takte bei Korridoren mit hoher Nachfrage.
• Angebot muss entlang der erwarteten Nachfrage und den angestrebten raumplanerischen Auswirkungen entwickelt werden. 
• Möglichst Vermeidung von Umsteigeverbindungen. Mindestens Erhalt der heute bestehenden Direktverbindungen 
• Neubeurteilung/-priorisierung der Projekte, falls sich vor Realisierung Gegebenheiten wie z.B. Veränderung Nachfrageentwicklung, neue Technologien etc. ändern. 
• Nicht der Fahrzeitgewinn muss im Vordergrund stehen, sondern der Kapazitätsausbau

-> Sofortmassnahme: Schnellstmögliche optimale Nutzung der bestehenden Infrastrukturen (z.B. Harmonisierung der Geschwindigkeiten, Flügeln oder Tangentialverbindungen)

AS 2035 dotiert mit 13 Mia.

Auf dem Hintergrund der schon bestehenden resp. sich deutlich abzeichnenden Kapazitätsengpässe im schweizerischen Bahnnetz befürwortet Pro Bahn Schweiz einen Ausbauschritt 2035. Wenn der AS 2030 mit 7 Milliarden dotiert ist, sollten dem AS 2035 mindestens 13 Milliarden zur Verfügung stehen (2 x 7 Mia. minus der wachsende Aufwand beim Unterhalt und Substanzerhalt gem. BIF-Mechanik). Auch damit lassen sich nicht alle objektiv berechtigten Bedürfnisse befriedigen, aber mehr als mit 11.5 Milliarden.

Bitte nicht nur Zürich und Arc Léman

Die Vernehmlassungsvorlage ist regional zu unausgewogen und zu stark auf die beiden grossen Metropolitanräume Zürich und Arc Léman ausgerichtet. Das Hinausschieben des Baus des Durchgangsbahnhofes in Luzern ist nicht akzeptabel, mindestens die erste Etappe ist im Rahmen des AS 2035 zu realisieren. Der Ausbau am Zimmerberg und in Luzern auf eine durchgehende Doppelspur ZH-ZG-LU müssen möglichst zeitgleich erfolgen. Aufgrund der Nachfragesituation ebenfalls notwendig ist aus unserer Sicht die Aufnahme des Teil-Ausbaus des Lötschberg-Basistunnels. Zudem muss die Projektierung des Herzstückes Basel und eines dritten Juradurchstiches Aufnahme in den AS 2035 finden.

Mit dem von Pro Bahn Schweiz geforderten Finanzrahmen von 13 Milliarden und den aus unserer Sicht noch möglichen Optimierungen finden diese Projekte im AS 2035 Platz. Gesamthaft wird damit auch ein regional besser ausgewogenes Paket der Grossprojekte erreicht, die Unterstützung dürfte steigen und wäre mehrheitsfähig.

Chancen der Digitalisierung nutzen

Die schnell voranschreitende Automatisierung der Verkehrsträger bietet interessante Chancen für den Schienenverkehr. Nicht nur bei der Kostensenkung des Betriebes, wo die Hoffnungen unseres Erachtens eher übertrieben sind, sondern vor allem bei den Zubringersystemen zu den Bahnhöfen, die zunehmend zu Mobilitäts-Hubs werden. Strassengebundener individuell bestellbarer, teilweise oder ganz automatisierter (selbstfahrend) öV dürfte in vielen Fällen deutlich bessere Angebote bei tieferen Kosten ermöglichen und den Bahnen mehr Passagiere zuführen können. In weniger dicht besiedelten Gebieten stellt sich die Frage, ob ein Ausbau des schienengebundenen öV noch sinnvoll ist. Auf welche der im AS 2035 enthaltenen regionalen Ausbauten und Infrastrukturmassnahmen in einem solchen Szenario verzichtet werden könnte resp. sollte, müsste zumindest abgeschätzt und in der endgültigen Vorlage transparent aufgezeigt werden. Damit würden Mittel für andere, dringlichere Ausbauten frei.

Pressemeldung Pro Bahn Schweiz

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