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Freitag, 03 Dezember 2021 09:00

Tschechien: Ausschreibung der Planung für den Hochgeschwindigkeitsabschnitt Mittelböhmen

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Fotos Správa železnic.

Die tschechische Eisenbahnverwaltung Správa železnic hat am 02.12.2021 die siebte öffentliche Ausschreibung für die Planung einer Hochgeschwindigkeitsstrecke (VRT) bekannt gegeben, diesmal für den Abschnitt Střední Čechy (Mittelböhmen) zwischen Poříčany und Světlá nad Sázavou als Teil der geplanten VRT-Linie Polabí zwischen Praha und Brno.

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Gegenstand des öffentlichen Auftrags ist nicht nur die Erstellung der Unterlagen für den Planfeststellungsbeschluss (DÚR), sondern auch die Erstellung der Unterlagen für das Verfahren der Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP). DÚR enthält alle Unterlagen, die für die Erteilung einer Entscheidung über den Standort für den Bau der Hochgeschwindigkeitsbahn in dem Gebiet erforderlich sind. In den Unterlagen werden auch die für den Bau der Hochgeschwindigkeitsstrecke benötigten Grundstücke genannt und Vorschläge für die technische Auslegung der Strecke gemacht.

Der Auftrag wird nach der innovativen Best-Value-Methode vergeben, bei der die Kompetenz der Anbieter im Vordergrund steht. Die Eisenbahnverwaltung geht davon aus, dass die Anwendung der Grundsätze dieser Methode zur Auswahl eines qualitativen Auftragnehmers beiträgt und das Risiko von Mängeln bei der endgültigen Ausführung der Arbeiten verringert. Die Best-Value-Methode wird nicht nur bei der Bewertung der Angebote angewandt, sondern ihre Grundsätze werden vom Beginn des Ausschreibungsverfahrens bis zur Ausführung des Vertragsgegenstandes angewendet.

Die Eisenbahnverwaltung rechnet damit, dass der Planfeststellungsbeschluss für den rund 70 Kilometer langen Abschnitt der VRT Střední Čechy im Jahr 2025 erlassen wird. Zwei Jahre später soll der Bau beginnen. Die Strecke wird nur für den Personenverkehr mit einer Höchstgeschwindigkeit von 320 km/h ausgelegt sein. Die ersten Züge auf diesem Abschnitt sollen ab 2031 verkehren.

Die VRT Střední Čechy ist Teil der neuen Hochgeschwindigkeitsverbindung zwischen Prag, Brno und Břeclav. Die Fahrzeit zwischen der Hauptstadt und der südmährischen Metropole soll nach Fertigstellung des gesamten Arms auf weniger als eine Stunde verkürzt werden. Mit der Inbetriebnahme dieses Abschnitts wird die Kapazität der Eisenbahnverkehrsstrecke deutlich erhöht und die Fahrzeiten werden verkürzt. Dies kann dazu führen, dass sich das Angebot für die Fahrgäste vergrößert oder dass die Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit der Bahndienste zunimmt.

Die im Rahmen der Best-Value-Methode festgelegten Projektziele, die in stärkerem Maße die Notwendigkeit der Integration des ÖPNV in die Landschaft widerspiegeln, sind in den Ausschreibungsunterlagen enthalten. Unter anderem verlangt die Eisenbahnverwaltung von den Auftragnehmern, dass der Bau der VRT-Strecke nur minimale Auswirkungen auf die Umwelt hat und sich so weit wie möglich in die Landschaft einfügt, und dass die Planer dafür sorgen, dass das Projekt in dem betroffenen Gebiet wirksam diskutiert wird, indem sie die Stellungnahmen der Öffentlichkeit und der betroffenen Behörden einholen und bearbeiten. Diese Projektziele spiegeln somit die bisherigen Erfahrungen mit der Beschaffung von Hochgeschwindigkeitsstrecken und den Prozess der VRT-Konsultation in den Regionen wider und sind eine Anwendung der Grundsätze der umweltgerechten öffentlichen Beschaffung. Gleichzeitig wendet die Eisenbahnverwaltung Elemente eines sozial verantwortlichen öffentlichen Beschaffungswesens an, indem sie großen Wert auf Innovation legt, was das Wesen der angewandten Best-Value-Methode ist, die von den Anbietern einen umfassenden Ansatz für das Ausschreibungsverfahren und die Umsetzung des Auftragsgegenstands verlangt.

WKZ, Quelle Správa železnic

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