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Freitag, 03 Dezember 2021 10:00

Großbritannien: PanMon-System kontrolliert Stromabnehmer auf Schottlands Eisenbahnen

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Fotos Ricardo.

Ricardo hat die Einführung von PanMon, einem Stromabnehmer-Zustandsüberwachungssystem, an ausgewählten Standorten im schottischen Fernverkehrsnetz abgeschlossen. Die Geräte wurden auf einigen der verkehrsreichsten Strecken Schottlands installiert, darunter die East and West Coast lines, Edinburgh - Glasgow und North Clyde.

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Die Kameras arbeiten mit einer durchschnittlichen Genauigkeit von über 99,5 % an jedem Standort und scannen jeden Monat 50.000 Stromabnehmer. Insgesamt erfassen sie mindestens einmal täglich Bilder von jedem einzelnen Stromabnehmer, der auf den von PanMon überwachten Strecken unterwegs ist.

Erhöhte Zuverlässigkeit des Netzes

PanMon ist ein von Ricardo bereitgestelltes Fernüberwachungssystem zum Schutz der Oberleitungsanlagen (Overhead Line Equipment, OLE), das Echtzeitbewertungen der Stromabnehmereinheiten an den Zügen im Netz liefert.

Im Durchschnitt kommt es bei der britischen Eisenbahn jeden Monat zu einer Oberleitungsstörung, wobei die Kosten für jeden Vorfall auf etwa 1 Million GBP geschätzt werden und auf Strecken mit hoher Frequenz oder an großen Kreuzungen erheblich höher sind.

Eine der Hauptursachen für Oberleitungsstörungen sind defekte Stromabnehmer auf dem Netz. Ein beschädigter Stromabnehmer - insbesondere eine beschädigte Kontaktleiste (die Kohlenstoffoberfläche, die mit dem Draht verbunden ist, um Strom abzunehmen) - kann zu einem erheblichen Verschleiß der OLE-Geräte führen. In extremen Fällen kann dies zu einem Abriss der Leitungen führen, so dass ganze Streckenabschnitte stillgelegt werden müssen und eine kostspielige Reparatur ansteht.

Mithilfe der von den PanMon-Kameras gesammelten Informationen können Bahninfrastrukturmanager defekte Stromabnehmereinheiten identifizieren und mit den Fahrzeugbesitzern zusammenarbeiten, um weitere Schäden zu verhindern.

Vorhersagen und schützen

2019 beauftragte Network Rail Scotland Ricardo mit der Installation von PanMon an bestimmten Stellen im gesamten Streckennetz, um den Einsatz von vorausschauenden Wartungsmethoden im täglichen Betrieb zu erhöhen.

Die PanMon-Geräte, die bereits auf elektrifizierten Hauptstrecken in Europa, Australien und Afrika eingesetzt werden, sind an Oberleitungsbrücken angebracht und blicken auf die Gleise hinunter, um 3D- und Fotobilder von jeder einzelnen Stromabnehmereinheit jedes vorbeifahrenden Zuges zu erfassen.

Die hochauflösenden Kameras nehmen 3.000 Bilder pro Sekunde auf, d. h. selbst Züge, die mit Höchstgeschwindigkeit fahren, werden im Abstand von 8 mm fotografiert. Die Laser scannen die gesamte Breite des Stromabnehmers, um seine Symmetrie sowie Neigung, Ausrichtung und den Zustand der Kohlenstoffkontaktleiste zu messen.

Die Scans werden von PantoInspect, dem dänischen Technologieunternehmen, das die Technologie entwickelt hat, digital in der Cloud gespeichert und auf neue Absplitterungen und Defekte, Schäden an den Wippen und auf Abnutzung der Schleifstücke analysiert.

Die Analyse wird über maßgeschneiderte Dashboards direkt an die Wartungsteams von Network Rail Scotland weitergeleitet, die auf negative Trends aufmerksam machen und Alarm schlagen, wenn bestimmte Schwellenwerte bei einem bestimmten Vorfall überschritten werden.

PanMon ist Teil einer Reihe von digitalen Analyseprodukten, die von Ricardo und seinen Partnern angeboten werden. Zu den weiteren Dienstleistungen gehören CatMon, das eine kontinuierliche Überwachung der Integrität von Oberleitungen bietet, und InfraMon, das die Gleisbedingungen von in Betrieb befindlichen Fahrzeugen überwacht.

RL, WKZ, Quelle Ricardo

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