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Freitag, 03 Dezember 2021 18:00

Österreich: Elektro-Betrieb auf der neu elektrifizierten Mattigtalbahn beginnt [Update Kommentar]

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Fotos ÖBB/Mosser.

Mit dem Fahrplanwechsel am 12. Dezember 2021 beginnt auf der Mattigtalbahn eine neue Zeitrechnung: Die elektrifizierte Strecke zwischen Steindorf bei Straßwalchen und Friedburg geht in Betrieb. Der modernisierte und barrierefreie Bahnhof Friedburg begrüßt seine Gäste nicht nur mit einem neuen und zeitgemäßen Erscheinungsbild, sondern auch mit rund 100 Parkplätzen auf der neuen P&R-Anlage.

„Die Fahrt von Friedburg in die Stadt Salzburg ist ab jetzt mit 100% grünem Bahnstrom möglich. Damit sind wir im gesamten Bundesland Salzburg zur Gänze auf elektrifizierten Strecken unterwegs. So leisten wir einen weiteren, essenziellen Beitrag für den Klimaschutz“, fasst Franz Bauer, Vorstandsdirektor der ÖBB-Infrastruktur AG einen wesentlichen Punkt der abgeschlossenen Arbeiten zusammen.

Das Potential einer Region

Die Elektrifizierung der Strecke bis Friedburg steht in engem Kontext zur Verlängerung der Mattigtalbahn bis Neumarkt am Wallersee und dem Umbau des dortigen Bahnhofs zum Fernverkehrsknotenpunkt. „Unser Ziel ist es, das gesamte Potential der Region für ein optimales Angebot auf der Schiene bestmöglich zu nutzen. Mit der Elektrifizierung der Mattigtalbahn bis Friedburg wird das S-Bahn-Angebot im nordöstlichen Einzugsgebiet der Stadt Salzburg nun noch attraktiver“, so Salzburgs Verkehrslandesrat Stefan Schnöll.

„Mit der Infrastruktur-Offensive, einem sehr wichtigen Baustein von MOBIL ANS ZIEL – der Mobilitätsinitiative des Landes OÖ, setzen sich die ÖBB und das Land Oberösterreich für einen leistungsfähigen Ausbau der oberösterreichischen Infrastruktur ein. Wir wollen Haltestellen und Bahnhöfe modernisieren, Eisenbahnübergänge sichern und Streckenabschnitte elektrifizieren. Aus oberösterreichischer Sicht ist die Elektrifizierung der Mattigtalbahn bis Friedburg der Auftakt zu einem umfangreichen Modernisierungsprozess. In den kommenden Jahren wird stark in die Strukturen der Mattigtalbahn investiert. Auch Bahnhöfe und Haltestellen werden kundenfreundlich umgebaut. Davon profitiert nicht nur das Innviertel, sondern besonders auch die Pendlerinnen und Pendler die künftig mit der Mattigtalbahn noch mobiler und umweltfreundlicher ans Ziel gelangen“, so Oberösterreichs Infrastruktur-Landesrat Günther Steinkellner.

Moderner Bahnhof mit neuer P&R-Anlage

Die ersten Fahrgäste, die in den Genuss des neuen Komforts kommen, wohnen wohl in Friedburg und Umgebung. Der dortige Bahnhof bietet nun über den neuen Mittelbahnsteig einen barrierefreien Zugang zum Zug. „Mit rund 100 Parkplätzen und genügend Abstellfläche für Zweiräder ist der Bahnhof nun für die Anforderungen bestens gerüstet“, so der Lengauer Bürgermeister Erich Rippl. Doch nicht nur die Fahrgäste profitieren vom neuen Komfort entlang der Strecke. Auch die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer wurde deutlich erhöht. Insgesamt wurden drei Eisenbahnkreuzungen mit einer Lichtzeichenanlage und Schranken ausgestattet, eine davon in Straßwalchen. Außerdem wurden in Steindorf zwei weitere Eisenbahnkreuzungen aufgelassen und durch eine Unterführung ersetzt.

Im Rahmen der Modernisierung wurde entlang der ca. fünf Kilometer langen Strecke sowohl der Unterbau als auch die Entwässerung komplett erneuert. Außerdem wurde die Sicherungsanlage angepasst, damit auch der Abschnitt zwischen Steindorf und Friedburg künftig zentral von der Betriebsführungszentrale in Salzburg gesteuert werden kann. Die Restarbeiten dauern noch bis ins Frühjahr 2022, dann soll das erfolgreich umgesetzte Bauprojekt gemeinsam mit der Verlängerung der Mattigtalbahn bis Neumarkt feierlich eröffnet werden.

Pressemeldung ÖBB

Kommentar

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In die durchaus nachvollziehbare Jubelarie mischt sich leider der Wermut, daß der bisherige großzügige Witterungsschutz für Reisende am Bahnhof Friedburg in Form eines großen Vordaches am Stationsgebäude (Veranda) der Neuverlegung des Hausgleises weichen mußte. Der neue Mittelbahnsteig braucht eben eine entsprechende Fläche.

Früher hat man in österreichischer Tradition eine Veranda durchaus auch seitlich an das Stationsgebäude gebaut, wenn Platzgründe dies gleisseitig nicht zuließen. Heute meinen die Planer, ein Wetterschutzdach in der Größe eines Bushaltestellenhäuschens auf dem Mittelbahnsteig wäre ausreichend. Mögen früher auch wesentlich weniger Züge gefahren sein, heute auf den allermeisten Bahnstrecken das beste Zugangebot aller Zeiten herrschen: Reisekomfort und -kultur beginnen bereits vor dem Einstieg!

Als am 8. August 2020 der REX 19875 nach Braunau am Inn in Friedburg (früher: Friedburg-Lengau) hielt, lagen hier und da bereits Fahrleitungsmasten zum Einbau bereit, war der Bahnhof mit seinen Schüttbahnsteigen aber ansonsten noch von jeglicher Bautätigkeit unberührt.

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Letzte Änderung am Freitag, 03 Dezember 2021 18:19

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