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Freitag, 07 Januar 2022 12:20

Österreich: Erste Vorarbeiten für Stollenbau an der Unterinntalbahn-Neubaustrecke in Angath

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Fotos ÖBB/ILF Steinlechner.

Anfang 2023 werden die ÖBB in Angath den Vortrieb für einen rund 2,6-Kilometer langen Rohbaustollen starten. Ziel ist, die Geologie des Angerbergs noch genauer zu erforschen. Nun laufen die ersten Vorarbeiten an. Unter anderem werden verschiedene Ökomaßnahmen realisiert.

Der Bau einer Eisenbahn-Neubaustrecke bedarf jahrelanger Vorbereitung. Für eine erste große Baumaßnahme, die Errichtung eines Rohbaustollens, haben die ÖBB bereits alle Genehmigungen erwirkt. Um den Stollenvortrieb zeitgerecht zu starten, sind nun erste Baumaßnahmen erforderlich. Unter anderem werden am Gebiet der Gemeinde Angath in den kommenden Wochen Rodungsarbeiten wahrnehmbar sein. Ziel ist, die Errichtung einer temporären Erschließungsstraße nördlich der Autobahn vorzubereiten. Über das gesamte kommende Jahr ist geplant, Wegverbindungen, Erschließungsstraßen, Logistik- und Lagerflächen zu errichten sowie Leitungsarbeiten durchzuführen. Der wertvolle Oberboden verbleibt nach Möglichkeit vor Ort.

Amphibien in neue Lebensräume übersiedelt

Besonderes Augenmerk legen die ÖBB auf die Umsetzung der im UVP-Bescheid geforderten Umweltmaßnahmen. Erste Arbeiten haben bereits im Herbst begonnen. In ausgewählten Zonen wurden rund ein Kilometer Amphibienzäune errichtet und über mehrere Wochen regelmäßig kontrolliert. Dadurch wurden die Tiere so gelenkt, dass Fachleute sie sammeln und in neue Lebensräume verbringen konnten.

Maßnahmen für zusätzlichen Artenreichtum

Parallel dazu ist ein Programm zur Waldstrukturverbesserung angelaufen. Auf einer Privatwaldfläche in Angath werden einzelne Bäume ausgetauscht. Ziel ist, den überwiegend zur wirtschaftlichen Nutzung angelegten Bestand so zu ergänzen, dass ein vielfältiger und widerstandsfähiger Mischwald entsteht. Totholzhäufen und Totholzpyramiden sowie Quartierkästen bereichern den Lebensraum für Fledermäuse und andere Waldbewohner. Einzelne Altbäume werden bewusst „aus der Nutzung genommen“. Das bedeutet, dass sie bis so lange im Wald verbleiben, bis sie umfallen. Und auch dann werden sie als „Totholz“ weiter den Lebensraum vor Ort prägen. Um nicht auch „unerwünschten Gästen“ wie dem Borkenkäfer eine Unterkunft zu bieten, sind für das Öko-Projekt nur Laubbäume vorgesehen.

Mehr Lebensraum für Laubbaumarten

Aktiv gestalten die ÖBB in den kommenden Monaten auch Flächen am Angerberg. Hier sind die Arbeiten noch in Vorbereitung. Unter anderem ist eine Strukturverbesserung in Richtung eines „Ahorn–Eschen–Edellaubwald Lebensraumes“ geplant. In den vorgesehenen Bereichen werden Fichten gefällt und das Aufkommen von standortangepassten Laubbaumarten nachhaltig gefördert.

Informationsveranstaltung geplant

Für die Anrainerinnen und Anrainer der Gemeinden Angath und Angerberg planen die ÖBB kommendes Frühjahr eine Informationsveranstaltung zu den Vorarbeiten und zum Stollenbau. „Uns ist wichtig, dass die Bevölkerung aus erster Hand alle Informationen zu Umfang und Ablauf der geplanten Tätigkeiten erhält“, erklärt ÖBB-Projektleiter Peter Kölbach. Die Terminfestlegung ist in enger Zusammenarbeit mit den Gemeinden in Vorbereitung. Am Hauptbahnhof Wörgl steht Interessierten die ÖBB-Projektausstellung „Erlebnisbahnsteig“ täglich von 07.00 bis 19.00 Uhr kostenfrei zur Verfügung.

Pressemeldung ÖBB

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