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Donnerstag, 18 Januar 2018 07:20

Frankreich: Stärkung der Anbindung von Nantes nach Absage des Flughafen-Projekts

Am Mittwoch (17.01.18) haben der französische Präsident Emmanuel Macron und sein Premierminister Edouard Philippe die seit 55 Jahren bestehenden Pläne zum Bau des Großflughafens Notre-Dame-des-Landes nahe Nantes aufgegeben. Was sich Präsidentengenerationen vorher nicht getraut haben, haben sie nun mit der Begründung, man könne kein Großprojekt durchsetzen, das von 50 % der Bevölkerung abgelehnt wird, entschieden. Als Ausgleich setzt die Regierung auf ergänzende Flug- und Bahnverbindungen, um die Mobilität in Westfrankreich zu verbessern.

Die Regierung hat sich verpflichtet, dafür zu sorgen, dass Brest, Nantes und Rennes einfache Verbindungen zu anderen europäischen Metropolen erhalten und die Schaffung von schnellen Verbindungen zu internationalen Langstrecken-Drehkreuzen angekündigt, so der Premierminister.

Premierminister Edouard Philippe kündigte die Neugestaltung des bestehenden Flughafens Nantes-Atlantique an, der nicht nach Notre-Dame-des-Landes verlegt werden soll. Der Premierminister beauftragte die Verkehrsministerin Elisabeth Borne, "innerhalb von sechs Monaten die Bedingungen für die Durchführung von drei Projekten zu prüfen, um die Nutzung von Nantes Atlantique zu optimieren, regionale Flughäfen zu vernetzen und sich auf Hochgeschwindigkeitsstrecken zu stützen, um die Pariser Flughäfen zu erreichen".

Neben der Verbesserung der Verbindungen mit Paris kann der Ausbau des Flughafens nicht ohne öffentliche Verkehrsmittel vom Stadtzentrum aus geplant werden. Dies beinhaltet insbesondere die Verlängerung der bestehenden Straßenbahn von der Station Neustrie (geschätzt auf rund 50 Mio. Euro) und die Modernisierung der bestehenden SNCF-Strecke Nantes - Pornic mit der Schaffung eines Bahnhofs, dessen Betrag 1,9 Mio. Euro übersteigen könnte.

Der Verzicht der Regierung auf den Bau des Flughafens von Notre-Dame-des-Landes (Loire-Atlantique) bedeutet auch einen Verlust für die Gruppe Vinci, die ihn realisieren und betreiben sollte. Wenn der Vertrag aus Gründen des Allgemeininteresses gekündigt würde, steht Vinci eine Entschädigung von 350 Mio. Euro zu, über dessen Höhe aber gestritten wird.

WKZ, Franz A. Roski, Quelle Regierung, Figaro, Le Parisien

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Letzte Änderung am Donnerstag, 18 Januar 2018 07:26

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