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Dienstag, 11 Januar 2022 09:00

Luxemburg: Neubaustrecke Luxembourg - Bettembourg wird in neues Betriebskonzept integriert

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Fotos CFL.

Letzte Woche hat François Bausch, Vizepremierminister, Minister für Mobilität und öffentliche Arbeiten, unterstützt von Mitgliedern der Generaldirektion der CFL, den Ausschuss für Mobilität und öffentliche Arbeiten über den Stand der Arbeiten an der neuen Bahnstrecke Luxembourg - Bettembourg informiert. Die Abgeordneten wurden über die Anpassung der Planung informiert, die der Entscheidung der CFL-Gruppe Rechnung trug, die geplanten Bauarbeiten mit der Einführung eines neuen, umfassenden Betriebskonzepts zu verbinden.

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Während die Zahl der Fahrgäste zwischen 1980 und 2005 unverändert blieb, konnte ab 2005 ein exponentieller Anstieg beobachtet werden. Der Anstieg der Zahl der Personenverkehrskunden um 85% zwischen 2003 und 2019 zeugt von der Attraktivität des Bahnangebots, das zusammen mit einer besonders positiven Entwicklung der Güterverkehrsaktivitäten schließlich die Kapazitätsgrenzen des luxemburgischen Schienennetzes deutlich werden ließ. Zu den festgestellten Engpässen gehört unter anderem der Abschnitt zwischen Luxembourg und Bettembourg, der von Zügen der Linien 60 (Luxembourg - Esch/Alzette - Rodange) und 90 (Luxembourg - Bettembourg - Thionville) sowie von Güterzügen befahren wird.

Während der Bau der neuen Strecke Luxembourg - Bettembourg zusätzliche Kapazitäten für wachsende Aktivitäten schafft, ist es ebenso wichtig, dass die neuen Gleise optimal genutzt und in das bestehende Schienennetz integriert werden.

Um unter anderem den Herausforderungen des Kapazitätsmangels zu begegnen und nicht nur der bestehenden Nachfrage, sondern auch den zukünftigen Entwicklungen der Kundenbedürfnisse im Personen- und Güterverkehr gerecht zu werden, hat die 2015 formulierte neue Unternehmensstrategie der CFL-Gruppe zu einem neuartigen nationalen Betriebskonzept geführt, dessen Kernstücke der Ausbau des Bahnhofs Luxembourg sowie der Bau der Neubaustrecke Luxembourg - Bettembourg sind. Die neue Strategie und das daraus resultierende neue Betriebskonzept basieren auf eingehenden Analysen der geplanten Fahr- und Umlaufpläne sowie auf Simulationen des Betriebs auf allen Strecken, einschließlich der neuen Strecke Luxembourg - Bettembourg. Neben der Notwendigkeit, zusätzliche Kapazitäten zu schaffen, haben diese Analysen gezeigt, dass Anpassungsarbeiten am gesamten nationalen Netz erforderlich sind, von denen die Qualität des Betriebs der neuen Kapazitäten abhängt, einschließlich derjenigen, die durch die Schaffung der neuen Linie Luxembourg - Bettembourg vorgesehen sind.

Kombination der geplanten Bauarbeiten mit der Einführung eines neuen Gesamtbetriebskonzepts

Diese Ausbau- und Anpassungsarbeiten, unter anderem am Bahnhof Luxembourg, dem zentralen Bahnhof des Landes, in dem alle Hauptstrecken zusammenlaufen, werden es ermöglichen, den Betrieb der verschiedenen Zuglinien innerhalb dieser Bahnhöfe physisch zu trennen. Durch die Begrenzung der Kreuzungen zwischen den Zügen der verschiedenen Linien bei der Ein- und Ausfahrt in den Bahnhof wird der "Dominoeffekt", d. h. die Übertragung von Verspätungen von Zügen einer Linie auf die Züge einer anderen Linie, verringert. Dieser Effekt tritt vor allem während der Hauptverkehrszeiten an Bahnhöfen auf, an denen mehrere Linien gleichzeitig betrieben werden.

Die Vision der CFL, die Attraktivität des öffentlichen Verkehrs und insbesondere der Schiene zu fördern, beruht auf einer Kombination aus der Schaffung neuer Kapazitäten, der Anpassung des Schienennetzes an den Hauptbahnhöfen der Nord-Süd-Trasse (Ettelbruck, Mersch, Luxembourg, Howald, Bettembourg, Rodange), die zu echten Umsteigepunkten ausgebaut werden sollen, sowie der konsequenten Erhöhung der Sitzplatzkapazität (+46% bis 2026). Diese Vision wurde vollständig in die Strategie Modu 2.0 übernommen, die darauf abzielt, die Verkehrsverlagerung zugunsten des öffentlichen Verkehrs zu fördern, wobei die Schiene das proklamierte Rückgrat bildet.

Die Umsetzung dieser neuen Strategie, die nachrangig und ergänzend zum ursprünglichen Umsetzungsprojekt der neuen Strecke Luxembourg - Bettembourg geschaffen wurde, erfordert jedoch die Umsetzung nicht geplanter Projekte, darunter die Erweiterung bzw. Anpassung des Bahnhofs in Luxembourg.

Ausbau- und Anpassungsarbeiten am Bahnhof Luxembourg (bis 2026)

Um die beiden Gleise der Neubaustrecke Luxembourg - Bettembourg optimal nutzen zu können, müssen die Arbeiten am Bahnhof Luxembourg abgeschlossen sein, bevor die Gleise der Neubaustrecke angeschlossen werden können. Zu diesem Zweck müssen die Arbeiten im südlichen Teil des Bahnhofs bis 2026 schrittweise fortgesetzt werden. Nach Abschluss der Arbeiten wird jede Linie, die in den Bahnhof Luxembourg einfährt/ausfährt, über ein eigenes Gleis verfügen, wodurch die Übertragung von Verspätungen von Zügen einer Linie auf die Züge einer anderen Linie begrenzt werden kann. Die erforderlichen Anpassungsarbeiten wurden am Nordteil im Jahr 2021 durchgeführt. Die notwendigen Anpassungsarbeiten am Südteil des Bahnhofs, einschließlich der Arbeiten am Rangierbahnhof, werden schrittweise ab 2022 bis 2026 durchgeführt.

Umsetzung des Projekts Howald Phase II (bis 2026)

Im Zusammenhang mit dem künftigen Anschluss der Gleise der neuen Strecke Luxembourg - Bettembourg an den Bahnhof Luxembourg wird der Bau eines zusätzlichen Bahnsteigs und zweier zusätzlicher Gleise im Bahnhof Howald erforderlich sein, um die Zugströme in Richtung oder aus Richtung des Bahnhofs Luxembourg zu optimieren. Um die Begegnungen der Züge der Linien 90 und 60 vor ihrer Einfahrt in den Bahnhof Luxembourg zu begrenzen, müssen diese Züge bereits im Bahnhof Howald unabhängig voneinander betrieben werden, noch bevor sie in den Bahnhof Luxembourg einfahren. Der Anschluss der Gleise der neuen Linie Luxembourg - Bettembourg an den Bahnhof Luxembourg über den Rangierbahnhof Luxembourg ist für Ende 2026 geplant.

Eine neue innovative Leitstelle für den Anschluss der neuen Strecke im Bahnhof Bettembourg

Um den Anschluss der neuen Infrastrukturen im Zusammenhang mit der Neubaustrecke Luxembourg - Bettembourg am Bahnhof Bettembourg zu ermöglichen, haben die CFL beschlossen, diesen besonders strategischen Streckenabschnitt mit einer Leitstelle mit innovativem und modernstem Konzept auszustatten. Angepasst an das Pilotprojekt einer Leitstelle, das derzeit auf der Nordstrecke eingerichtet wird, und abhängig von den ersten Erfahrungen mit der neuen Technologie, wird dieser neue Typ von Leitstelle zahlreiche Vorteile bieten, darunter die zentrale Verwaltung der mit dem ETCS-System verbundenen Elemente von der Leitstelle selbst aus. Die Inbetriebnahme der neuen Leitstelle in Bettemburg ist für Ende 2026 geplant.

Fortschritt der Bauarbeiten für die Neubaustrecke Luxembourg - Bettembourg

Auch bei den Bauarbeiten für die neue Strecke Luxembourg - Bettembourg selbst konnten erhebliche Fortschritte erzielt werden. Sämtliche Vorbereitungsarbeiten, wie z.B. Entbuschungsarbeiten, die Verlegung einer Hochspannungsleitung (220 kV) sowie archäologische Ausgrabungen wurden durchgeführt. Im Bereich des Tiefbaus wurden vier der acht Kunstbauten entlang der neuen Strecke fertiggestellt. Zwei der verbleibenden Bauwerke befinden sich noch im Bau. Dazu gehört das Kunstwerk 14, das derzeit entlang der Autobahn A3 steht und nach Abschluss der Arbeiten zu den größten Eisenbahnbrücken des Typs "bow-string" in Europa gehören wird. Parallel dazu konnten die Arbeiten am Gleisbett auf einem Großteil der Strecke der neuen Eisenbahnlinie zwischen Luxembourg und Bettembourg voranschreiten.

Faktoren, die sich auf die geplante Planung auswirken

Die strategische Entscheidung, das Projekt der neuen Strecke Luxembourg - Bettembourg in das neue nationale Betriebskonzept zu integrieren, ist hauptsächlich der Grund für die Anpassung des Zeitplans für die Umsetzung des Projekts der Strecke Luxembourg - Bettembourg. Aber auch andere Elemente, die außerhalb des Einflussbereichs der CFL liegen, wirken sich auf den Zeitplan für die Umsetzung des Projekts aus. Dazu gehört der Erwerb von über 300 Grundstücken, der erst im Juni 2021 abgeschlossen werden konnte, wodurch sich der Beginn der Bauarbeiten insbesondere auf einem jeweiligen Streckenabschnitt verzögerte. Hinzu kamen nicht im Zeitplan vorgesehene Elemente, z.B. der Bau einer Wildtierpassage im Rahmen der Ausgleichsmaßnahmen oder die Notwendigkeit, das Konzept von Kunstbauwerk 14 vollständig zu überarbeiten, nachdem sich der Rechtsrahmen für die Sicherheit auf Autobahnen während des Projekts geändert hatte. Hinzu kommt die COVID-19-Pandemie, die sich zusammen mit der Materialknappheit und anderen Folgen auf das Bauprojekt der Neubaustrecke Luxemburg-Bettemburg auswirkt.

François Bausch: "Ich möchte der CFL zu der bereits geleisteten und der noch bevorstehenden Arbeit gratulieren. Angesichts der Komplexität des Projekts ist der Bau der Strecke und der dazugehörigen Bahnhöfe wie eine Operation am offenen Herzen des luxemburgischen Eisenbahnnetzes. Für die Realisierung des Projekts war der Erwerb von 300 Grundstücken erforderlich. Nach der Fertigstellung der Strecke im Jahr 2026 wird die Eisenbahn in Luxemburg einen enormen Qualitätssprung erleben."

Marc Wengler: "Mit unserer 2015 formulierten und 2021 überarbeiteten Strategie und der Entscheidung, über den 'einfachen' Bau neuer Gleise hinauszugehen und in Richtung eines umfassenden Betriebskonzepts zu gehen, das auf moderne Knotenpunkte und ein angepasstes Netz setzt, mit dem wir nicht nur das Angebot für unsere Kunden erhöhen, sondern auch die Qualität der angebotenen Dienstleistungen verbessern können, haben wir die Herausforderung angenommen. Ich möchte mich bei jeder einzelnen Mitarbeiterin und jedem einzelnen Mitarbeiter bedanken, ohne die diese intensive Phase der tiefgreifenden Transformation nicht möglich gewesen wäre."

WKZ, Quelle Ministerium für Mobilität und öffentliche Arbeiten, CFL

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