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Mittwoch, 12 Januar 2022 09:00

Russland: Lieferschwierigkeiten für russische Kohle auf dem Weg nach Europa

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Fotos RŽD.

Nach Angaben des Nachrichtenportals PortNews haben die russischen Kohleproduzenten seit Jahresbeginn 2022 mit einem Mangel an Eisenbahnkapazitäten für die Zufahrten zu den Nordwesthäfen zu kämpfen, so dass die mit den europäischen Abnehmern vereinbarten Lieferverträge nicht eingehalten werden könnten. Dies wurde PortNews von mehreren großen russischen Unternehmen berichtet und von Verladern in den Häfen von Sankt Peterburg, Ust'-Luga, Vysock und Murmansk bestätigt.

Eines der Seeterminals im Nordwesten nannte den Mangel an Triebfahrzeugen und die Unregelmäßigkeit der Waggonlieferungen an die Seehafenbahnhöfe als einen der Gründe für den Rückgang der Kohlelieferungen. So seien fast 600 Waggons mit einem überfälligen Liefertermin im Leerlauf. Seit Mitte Dezember 2021 liegt die durchschnittliche tägliche Zuführung von Zügen zum Hafenbahnhof bei weniger als 400 Wagen pro Tag und damit etwa 30 % unter der vertraglich vereinbarten Abfertigungskapazität.

"Die meisten Anträge der Kunden wurden um 30 % gekürzt, die Unternehmen haben zusätzliche Anträge gestellt, um die Mengen auszugleichen, und warten nun auf die Entscheidung des Außenhandelstransportmonopols", so eine Quelle von PortNews in einem der Logistikunternehmen. Marktteilnehmern zufolge könnte das Transportproblem noch bis Mitte Januar andauern.

Die Russische Eisenbahn RŽD führt die Situation darauf zurück, dass in den ersten Tagen des Jahres 2022 die Sendungen in den Häfen um 3,8 % gestiegen sind, während die durchschnittliche Entladung an den Seeterminals nur 58 % ihrer Verarbeitungskapazität beträgt. "Zu den Gründen zählen Ausfälle von Umschlaggeräten, mangelnde Vorbereitung auf den Umgang mit gefrorener Ladung sowie die Überfüllung von Lagerräumen aufgrund von Verzögerungen beim Eintreffen der Handelsflotte. Infolgedessen kommt es zu einer übermäßigen Ansammlung von Waggons an den Hafenbahnhöfen", sagte RŽD und betonte, dass die Abfertigung an einigen Terminals fast um das Doppelte zurückgegangen ist, da die gefrorene Kohle mit einem Greifer entladen wird.

Die RŽD bestätigte, dass zur Normalisierung der Situation im Januar 17 Ladebeschränkungen für bestimmte Betreiber von Seeterminals und Hafenöldepots verhängt werden mussten. Dies verzögert die Verladung von Exportgütern und behindert die Bewegung von Güterzügen auf den Hafenbahnen.

Darüber hinaus könnten eskalierende Proteste in Kasachstan, das ein wichtiger Kohlelieferant Polens und ein wichtiger Kohlelieferant für die baltischen Häfen ist, ebenfalls negativ auf die Kohleexporte in den Ostseeraum auswirken.

WKZ, Quelle PortNews

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