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Donnerstag, 18 Januar 2018 14:36

Griechenland: Unzufriedenheit mit dem Eisenbahnangebot in Griechenland

Recht heftige Reaktionen hat TrainOSE mit der Einstellung eines der drei Zugpaare zwischen Alexandroupoli und Dikea im griechisch/bulgarisch/türkischen Grenzgebiet ausgelöst. Der IC 90/91 von Thessaloniki kam bisher um 1.00h in Dikea an und fuhr um 4.00h dort wieder ab. Es ist jetzt aber keine Tagesreise von Dikea in die Regionalmetropole Alexandroupoli und andere Städte Ostgriechenlands mehr möglich, parallele Buslinien gibt es nur teilweise.

Lokale Politiker und auch Abgeordnete im Athener Parlament protestieren, zumal diese Strecke Teil der politisch hoch angesiedelten "Egnatia Rail" ist.

TrainOSE begründet den Streichung mit schlechter Auslastung, geänderter Betriebsabläufe und Personalmangel. Es ist dies die erste Streichung von Verbindungen von TrainOSE nach dem Verkauf an die italienische FS-Gruppe. Da unklar ist, was im Verkaufsvertrag steht, gibt es Befürchtungen, dass weitere Streichungen folgen könnten. 

Schon vor einigen Tagen hat sich der stellvertretende Präfekt der Provinz Ilia darüber beklagt, dass die Provinz Ilia mit der Stadt Pirghos auf der Peloponnes seit Jahren vom Schienenverkehr abgehängt ist und mit einer Neubaustrecke von Patra her vertröstet wird. Da dies auf absehbare Zeit nicht möglich sein wird, fordert er eine Reaktivierung der Meterspurstrecke von Patra.

Auf Teilen dieser Strecke soll ohnehin der "Proastiakos"-Verkehr aufgenommen werden (ursprüngliche Planung Sommer 2017). Auch um eine größere Betriebsstabilität zu erreichen wird ab Ende Januar die Rail Cargo Logistic Goldair den Güterverkehr zwischen der griechisch-mazedonischen Grenze und Lagern bei Thessaloniki selbst übernehmen. Dafür werden vier Loks aus OSE-Beständen angemietet.

Prof. Dr. Johannes Schenkel

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