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Mittwoch, 19 Januar 2022 10:00

Schweden: EU stoppt staatliche Beihilfe für Green Cargo

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Fotos Green Cargo, Peter Pohlmann.

Die EU interveniert, um eine bereits vom schwedischen Reichstag beschlossene Kapitalspritze von 1,4 Mrd. SEK für das staatliche Unternehmen Green Cargo zu stoppen. Nach einer Meldung des Konkurrenten Hector Rail hat die Europäische Kommission entschieden, dass der Beitrag des Staates als Aktionär nicht zulässig ist, schreibt Dagens Nyheter.

Green Cargo kämpft seit vielen Jahren mit schwachen Finanzen und einem Mangel an Pünktlichkeit und Qualität. Im Herbst 2020 schlug die Regierung vor, dass der Staat einen Aktionärsbeitrag in Höhe von 1,4 Mrd. SEK (140 Mio. EUR) leisten sollte, und der Reichstag unterstützte diesen Vorschlag. Laut Dagens Nyheter gab es Berechnungen, die darauf hindeuteten, dass das Unternehmen eine zusätzliche Kapitalspritze in Höhe von 800 Mio. SEK benötigt hätte.

Der private Wettbewerber im Schienengüterverkehr, Hector Rail, kritisierte jedoch, dass Green Cargo die Transportpreise gedrückt und die gesamte Branche unrentabel gemacht habe. CEO Claes Scheibe hat beschlossen, Schweden wegen unerlaubter staatlicher Beihilfen bei der EU-Kommission anzuzeigen: "Wenn das Unternehmen nicht in der Lage ist, mit den richtigen Preisen und dem richtigen Service Geld zu verdienen, und wenn es vom Staat unterstützt wird, aber weiterhin Geld verliert, wird es für einen privaten Betreiber sehr schwierig sein, auf dem Markt zu überleben."

Der Vorsitzende von Green Cargo, Jan Sundling, sieht ebenfalls ein Problem darin, staatlichen Unternehmen Kapitalspritzen zu geben. Er akzeptiert die Entscheidung der Europäischen Kommission: "Mit einer Kapitalspritze wäre es einfacher gewesen. Es hätte die Möglichkeit gestärkt, sowohl Kredite auf dem Markt aufzunehmen als auch Investitionen zu tätigen.

Er verweist auf den Umweltausgleich, der den Unternehmen des Sektors im Verhältnis zum Marktanteil gezahlt wird. Insgesamt werden 2 Mrd. SEK (190 Mio. EUR) über fünf Jahre verteilt.

"Wir sind optimistisch und verbessern jetzt unsere Ergebnisse. Es war in vielerlei Hinsicht ein Elend, auch in Bezug auf Pünktlichkeit und Qualität. Jetzt machen wir Green Cargo wieder zu dem erfolgreichen Unternehmen, das es einmal war", sagt Jan Sundling gegenüber Dagens Nyheter.

Bengt Dahlberg, WKZ, Quelle Publikt, Dagens Nyheter

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Letzte Änderung am Dienstag, 18 Januar 2022 21:32

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