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Dienstag, 25 Januar 2022 08:00

Tschechien: Verfahren zum Entzug der Genehmigung der Schmalspurbahngesellschaft JHMD nach Aktionärswechsel ausgesetzt

2018.07.24 kamenice n.l. os n. j. h.035n
Fotos Werner Nüse, Martin Kubík.

Die tschechische Eisenbahnbehörde Drážní úřad hat das Verfahren zum Entzug der Genehmigung der Schmalspurbahngesellschaft JHMD aufgrund von Informationen über die Bereitstellung neuer finanzieller Mittel durch die Aktionäre bis März ausgesetzt.

Die Aktionärsstruktur der Jindřichohradecké místní dráhy (JHMD) - Eigentümer und Betreiber der schmalspurigen Nebenbahnen Jindřichův Hradec - Obrataň und Jindřichův Hradec - Nová Bystřice in Südböhmen - hat sich geändert. Wie das Nachrichtenmagazin Zdopravy.cz berichtet, tritt als neuer Aktionär der Geschäftsmann Jan Kysela auf, der auch im Verwaltungsrat der JHMD saß. Kysela kaufte die Anteile von Railway Capital (Eigentümer Jan Šatava), Igor Hoření und Jan Hruška. Insgesamt hält er nach eigenen Angaben 21 Prozent an JHMD. Kysela ist u. a. im Bereich der neuen Technologien und der IT tätig.

Von den ursprünglichen Gesellschaftern sind bisher nur Čajánek und Vladimír Jindřich geblieben. Kysela will sich nach dem Treffen mit den Mitarbeitern zu den Einzelheiten seiner Pläne, der Zukunft des Unternehmens und der möglichen weiteren Übertragung von Aktien äußern.

JHMD stand fast die gesamte zweite Hälfte des vergangenen Jahres auf eigenen Wunsch unter gerichtlichem Schutz vor Gläubigern. Außerdem drohte dem Unternehmen die Zwangsstilllegung des Betriebs, da die Eisenbahnbehörde Drážní úřad seit Oktober ein Verwaltungsverfahren durchführt, um ihm die Genehmigung für den Eisenbahnverkehr wegen finanzieller Unzulänglichkeiten zu entziehen.

Am 21.01.2021 übermittelte Drážní úřad dem Unternehmen eine Entscheidung zur Aussetzung des Verwaltungsverfahrens bis Ende März. "Das Verfahren wurde auf Antrag eines Teilnehmers der Lokalbahn Jindřichův Hradec ausgesetzt, der in seinem Aussetzungsantrag neue Fakten vorlegte, insbesondere Informationen über die Verbesserung des Cashflows durch die Bereitstellung von Finanzmitteln durch die Aktionäre", sagte Pavlína Straková, Sprecherin von Drážní úřad.

Die JHMD besitzt und betreibt 79 Kilometer Schmalspurbahnen. Sie betreibt den Verkehr auf der Grundlage von Verträgen mit der Region Südböhmen (50 km) und der Region Vysočina (29 km). Insbesondere die Beziehungen zu Vysočina sind seit langem angespannt. Während das Unternehmen behauptet, dass es von der Region unterfinanziert ist, hält die Region entgegen, dass sie alle ihre vertraglichen Verpflichtungen erfüllt.

Martin Kubík, WKZ, Quelle Zdopravy.cz

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