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Mittwoch, 26 Januar 2022 09:00

Frankreich: Unterzeichnung der Absichtserklärung zur Finanzierung von Phase 1 der Neubaustrecke Montpellier - Perpignan

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Fotos Matignon.

Die Unterzeichnung der Absichtserklärung zur Finanzierung des Baus der Phase 1 der Neubaustrecke Montpellier - Perpignan (Ligne Nouvelle Montpellier Perpignan, LNMP) am Samstag, den 22. Januar, in Anwesenheit des Premierministers markiert einen Höhepunkt im Fortschritt dieses für die Entwicklung der Region unerlässlichen Projekts.

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Die seit den 1990er Jahren erwartete neue Linie wird eine wichtige Rolle bei der Erschließung des Gebiets spielen, indem sie seine Verbindung mit Paris und Spanien erleichtert. Die LNMP wird es insbesondere ermöglichen, Perpignan und Paris in 4 Stunden und 20 Minuten zu verbinden, gegenüber 5 Stunden und 10 Minuten heute. Außerdem wird sie neben den Strecken Toulouse - Bordeaux und Marseille - Nice ein wichtiges Glied im künftigen Hochgeschwindigkeitsnetz Südfrankreichs sein.

Die Schaffung dieser neuen Strecke wird es auch ermöglichen, die Anzahl der täglichen Züge an der Küste zu erhöhen und den Güterverkehr auf die Schiene zu verlagern. Schließlich wird sie auch einem territorialen Ungleichgewicht entgegenwirken, da derzeit 60 % der Franzosen, die mehr als 4 Stunden mit dem Zug von Paris entfernt sind, in Okzitanien wohnen.

Sowohl für die Ligne Nouvelle Montpellier-Perpignan (LNMP) als auch für Toulouse - Bordeaux hat sich der Staat zu einer Beteiligung in Höhe von 40 % verpflichtet, Europa wird sich in Phase 1 mit 20 % und die Gebietskörperschaften mit 40 % beteiligen. In diesem Rahmen wird die Region Okzitanien 41 % des Anteils der Gebietskörperschaften für jedes der beiden HGV-Projekte mobilisieren.

Für die Phase 1 des LNMP-Projekts, die Montpellier mit Béziers verbindet, werden die Baukosten auf über 2,04 Mrd. EUR geschätzt. Auf Anregung des Staates und der Region Okzitanien haben alle lokalen Gebietskörperschaften, die Partner sind, die Absichtserklärung zur Finanzierung des Projekts bestätigt.

Die Gesamtkosten für die Realisierung des Projekts (Phase 1 + Phase 2) werden auf 6,12 Mrd. EUR geschätzt. Eine von der Region Okzitanien und den lokalen Gebietskörperschaften vorgeschlagene Lokale öffentliche Einrichtung (Etablissement Public Local, EPL) wird es insbesondere ermöglichen, die Finanzierung zu tragen und sich an der Bauherrschaft des Projekts zu beteiligen. Sie ist in dem im Dezember 2019 verabschiedeten Gesetz über die Ausrichtung der Mobilität (Loi d'Orientation des Mobilités, LOM) vorgesehen und wird vor April 2022 per Verordnung gegründet.

Öffentliche Anhörung läuft bis zum 27. Januar 2022.

Die am 14. Dezember eröffnete öffentliche Anhörung läuft noch bis zum 27. Januar 2022. Die Gemeinnützigkeitserklärung muss dann innerhalb von 18 Monaten nach Abschluss der öffentlichen Untersuchung erfolgen, d. h. spätestens am 27. Juli 2023.

Zeitplan

• 90er Jahre: Entstehung des Projekts
• 2009: Öffentliche Debatte, die seine Zweckmäßigkeit bestätigt hat.
• Zwischen 2010 und 2020: Kontinuierlicher Abstimmungsprozess, Designstudien und vorgezogene Grundstücksankäufe.
• Januar 2018: Bericht des Conseil d'Orientation des Infrastructures ("Duron"-Bericht), der das Projekt als eine der Investitionsprioritäten ausweist.
• Dezember 2019: Das Gesetz zur Ausrichtung der Mobilität (Loi d'Orientation des Mobilités, LOM) definiert das Projekt als Priorität.
• Dezember 2021: Eröffnung der öffentlichen Anhörung.
• 22. Januar 2022: Unterzeichnung der Absichtserklärung zur Finanzierung der Realisierung von Phase 1.
• Vor April 2022: Gründung der Projektgesellschaft (EPL).
• Erste Hälfte 2023: Erklärung der Gemeinnützigkeit.
• Vor 2030: Arbeiten am Abschnitt Montpellier - Béziers

Wiedereröffnung der Strecke am rechten Rhôneufer im Sommer nach 50 Jahren Schließung

Die Strecke am rechten Rhôneufer (82 km und 1h20 Fahrzeit zwischen Nîmes und Pont-Saint-Esprit, auf der Karte rot markiert), die im Rahmen der 2016 durchgeführten États Généraux du Rail et de l'Intermodalité zur Priorität erklärt wurde, wird wieder für Reisende geöffnet.

Zunächst wird die Wiedereröffnung im Jahr 2022 den Abschnitt Pont-Saint-Esprit - Avignon-Zentrum betreffen, wobei die beiden Bahnhöfe Pont-Saint-Esprit und Bagnols-sur-Cèze täglich mit 10 Zügen pro Tag, d. h. 5 Hin- und Rückfahrten, bedient werden.

Die Region Okzitanien mobilisierte ein Budget von über 6 Mio. EUR für die Durchführung der Studien und die Arbeiten an den Bahnhöfen, die die teilweise Wiedereröffnung der Strecke ermöglichen.

Parallel zum Plan Rail, der mit dem Staat unterzeichnet wurde, sieht dieses Projekt eine vollständige Wiedereröffnung der Strecke bis 2026 vor und wird insgesamt zwischen 84 und 109 Mio. EUR an Investitionen für die Region darstellen. Langfristig sollen mindestens 9 Hin- und Rückfahrten pro Tag zwischen Pont-Saint-Esprit und Nîmes über Avignon-Centre erreicht werden.

Premierminister Jean Castex

"Heute schreiben wir mit den drei gleichzeitig voranschreitenden Hochgeschwindigkeitsbahnprojekten - GPSO (Grand Projet Ferroviaire du Sud-Ouest, Bordeaux - Toulouse und Bordeaux Spanien), LNMP (Ligne Nouvelle Montpellier - Perpignan) und LNPCA (Ligne nouvelle Provence – Côte d'Azur) - eine neue Seite in der Geschichte Okzitaniens, Südfrankreichs und sogar Südeuropas. Diese drei neuen Strecken werden es Südfrankreich ermöglichen, seine strategische Position als Knotenpunkt Europas, die es bereits im Römischen Reich innehatte, wiederherzustellen, indem sie die Iberische Halbinsel mit Italien und somit das Mittelmeer mit dem Atlantik verbinden. Vor allem aber werden sie ein außergewöhnliches Kapitel ihrer Entwicklung eröffnen.

In diesem Rahmen nimmt der Staat seine Rolle im Bereich der Raumplanung im edelsten Sinne des Wortes voll wahr. Aus diesem Grund ist die Regierung vor weniger als einem Jahr sehr starke Verpflichtungen eingegangen, um diesen drei Projekten einen kräftigen Beschleunigungsschub zu verleihen. Konkret hat der Staat ganz einfach die Zusammenführung sämtlicher Bedingungen für die Realisierung der Neubaustrecke Montpellier-Perpignan ermöglicht, angefangen mit dem Beschluss, die für die Realisierung der ersten Phase erforderliche Finanzierung in Höhe von 816 Mio. EUR zu gleichen Teilen mit den Gebietskörperschaften zu übernehmen.

Die Planeten sind also aufeinander abgestimmt. Der politische Wille wird vom Staat und den Gebietskörperschaften geteilt, die notwendigen gesetzlichen und administrativen Instrumente sind vorhanden und bei allen Partnern sind die Teams bereits an der Arbeit. Es ist genau diese außergewöhnliche Konstellation, die heute die Unterzeichnung des Absichts- und Finanzierungsprotokolls ermöglicht, und ich muss sagen, dass ich mich darüber ganz besonders freue.

Denn die LNMP wird es nicht nur ermöglichen, die gesamte Region Okzitanien in die Dynamik der Hochgeschwindigkeitszüge einzubinden, die gleichzeitig für eine bessere Erschließung und eine neue Attraktivität stehen. Sie wird auch ein Hebel für die Entwicklung der Alltagsmobilität sein, die meiner Regierung so sehr am Herzen liegt, insbesondere durch die Möglichkeit, weitere TER-Züge hinzuzufügen und einen RER an der Küste zu konzipieren, damit keines der Territorien vergessen wird.

Hier in Okzitanien kommt durch diese Linien zur Feinerschließung des Territoriums überall der Wille zum Ausdruck, die Bahn zu einem immer zugänglicheren Fortbewegungsmittel für unsere Mitbürger zu machen. Ganz einfach, weil diese Züge des Alltags notwendig sind, um zur Schule, zur Arbeit, zur Freizeit und natürlich auch zu den anderen zu gelangen, und somit effiziente und zugängliche Alternativen zum Auto bieten.

Der Staat ist bei dieser historischen Wende natürlich mit von der Partie. Mit der Unterzeichnung dieses Protokolls und der damit verbundenen Investition von 257 Mio. Mio. an der Seite der Region bekräftigt er sein Engagement für das gesamte Land: Kampf gegen jede Form von Hausarrest, Entwicklung einer kohlenstoffärmeren Mobilität und Aufbau der Grundlagen für das Frankreich des Jahres 2030."

WKZ, Quelle Premierminister

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