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Freitag, 28 Januar 2022 08:00

Großbritannien: Die Regierung hat das Gesetz zur Verlängerung von HS2 nach Manchester vorgelegt

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Fotos Rüdiger Lüders.

Zu Beginn dieser Woche hat die britische Regierung den Gesetzentwurf zur Verlängerung der Hochgeschwindigkeitsstrecke HS2 von Crewe nach Manchester zusammen mit einer aktuellen Kostenanalyse dieser Strecke dem Parlament vorgelegt. Demnach sollen die Kosten für die Verlängerung von HS2 bis zu 22 Mrd. GBP (ca. 26 Mrd. EUR) auf dem Stand von 2019 betragen.

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Fotos Rüdiger Lüders.

Nachdem das Verkehrsministerium im November 2021 den "Integrierten Eisenbahnplan für Nordengland" veröffentlicht hatte, soll das Gesetz mit dem Titel "High Speed Rail (Crewe – Manchester) Bill" nun den westlichen Zweig von HS2 sicherstellen. Dazu gehören Pläne für den Bahnknoten Crewe und die nördliche Anbindung von Crewe an die Hochgeschwindigkeitsstrecke, die es HS2-Zügen ermöglicht, Crewe und Manchester anzufahren und die Anbindung an Nordwestengland, Wales und Schottland zu verbessern.

Mit der HS2-Verlängerung von Crewe nach Manchester sollen die Kapazität dieser Verbindung erhöht, die Anbindung verbessert und die Reisezeiten verkürzen werden. HS2 wird den Norden, die Midlands und London besser miteinander verbinden, indem es die Fahrzeiten zwischen den Zentren der drei größten Städte des Vereinigten Königreichs effektiv halbiert. Gleichzeitig soll HS2 dazu beitragen, ein saubereres und umweltfreundlicheres Verkehrsmittel zu schaffen, das pro Passagierkilometer deutlich weniger Kohlenstoffemissionen verursacht als Langstreckenfahrten mit dem Auto oder Inlandsflüge.

Das Gesetz berücksichtigt ebenfalls die seit Oktober 2020 diskutierten technischen Detailfragen zur Phase 2b von HS2:
• die nördliche Anbindung von Crewe an die HS2-Strecke,
• die Anbindung der Bahnhöfe Manchester Piccadilly und Manchester Airport High Speed (geplant) an HS2,
• die Verbesserung der Depotinfrastruktur in Crewe,
• den Bau eines neuen Depot in Annandale (Region Dumfries und Galloway)

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Fotos Stop HS2.

Umweltschützer nahmen die Gesetzesvorlage zum Anlass für weitere Aktionen gegen HS2. Nach Meinung der Gegner von HS2 würde der Gesetzesentwurf "eine immense und unumkehrbare Zerstörung der Umwelt sanktionieren", weshalb man das Bewusstsein für den "anhaltenden Umweltmord, die Korruption und das finanzielle Missmanagement" von HS2 schärfen wolle. Ein Sprecher der Bürgerinitiative "Stop HS2 North" erklärte, dass die Gruppe "sich nun an Protesten und Solidaritätsveranstaltungen entlang der geplanten Strecke beteiligen werde, um der Regierung zu zeigen, wie unpopulär und unnötig dieses Projekt ist."

Andy Burnham, der Bürgermeister von Manchester, sagte hingegen, er setze sich weiterhin für den Bau von HS2 in der Region ein. Doch sei der Plan falsch, da die ursprüngliche Planung für einen Durchgangsbahnhof in Manchester aufgegeben wurde. Die Anbindung von HS2 an den Kopfbahnhof Manchester Piccadilly bedeute, dass der erweiterte Bahnhof vom ersten Tag an voll ausgelastet sein wird. Er forderte deshalb einen neuen unterirdischen Bahnhof in Manchester, um auch die neue Strecke zwischen Manchester und Leeds zu verwirklichen, "wie es uns versprochen wurde". Der Bau einer Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Manchester und Leeds war jedoch mit dem "Integrierten Eisenbahnplan" im November begraben worden.

Selbst der von der Region erarbeitete Plan "Northern Powerhouse Rail" war vom Verkehrsministerium aus Kostengründen abgelehnt worden, obwohl er den "größten Zuwachs an Konnektivität und Kapazität" gebracht hätte. Auch Manchester und Sheffield wären deutlich besser angebunden gewesen. Anstelle einer völlig neuen Strecke von Manchester über Bradford nach Leeds mit weiteren Verbindungen nach Liverpool und Hull und verbesserten Strecken nach Sheffield sah der Plan eine Reihe von Verbesserungen an bestehenden Strecken vor.

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, WKZ; Quellen: GOV.UK, Guardian, Manchester Evening News

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Letzte Änderung am Freitag, 28 Januar 2022 08:56

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