Norwegen: Starkes Wachstum des Schienengüterverkehrs im Jahr 2021 erfordert Kapazitätsausbau

Foto Øystein Grue, Bane NOR.
m vergangenen Jahr hat der Schienengüterverkehr in Norwegen um 12 Prozent zugenommen. Immer mehr Menschen wollen ihre Ladung von LKW auf Züge umladen, aber in einigen Teilen des Landes muss Bane NOR dies ablehnen. Der Grund dafür ist, dass die Kapazitäten erschöpft sind.
Immer mehr Menschen verlangen, dass Waren und Industrieprodukte auf der Schiene transportiert werden. Von 2020 bis 2021 steigt der Güterverkehr auf der Schiene um 12 Prozent. Auf mehreren Strecken in Ost-, West- und Nordnorwegen ist ein noch größeres Wachstum zu verzeichnen. An der Spitze der Liste steht die Østfoldbanen mit einem Anstieg von 28 Prozent.
"Wir freuen uns, dass immer mehr Menschen Güter auf die klimafreundlichste Art und Weise transportieren wollen. Der Zuwachs auf der Schiene ist groß, und die Nachfrage ist noch größer", sagt Henning Scheel, Direktor für Kunden und Markt bei Bane NOR.
Es wird daran gearbeitet, dass in Norwegen immer mehr Verkehr von der Straße auf die Schiene verlagert werden kann. Dies war auch ein zentraler Punkt, als die Regierung im Herbst ihre Verkehrspolitik vorstellte.
"Wir werden unser Möglichstes tun, wenn Sie auf ein möglichst umfassendes Angebot warten. Gleichzeitig stellen wir fest, dass die Kapazität auf mehreren Bahnstrecken an ihre Grenzen stößt. An einigen Stellen müssen wir auf mehr Fracht verzichten, weil kein Platz vorhanden ist", sagt Oskar Stenstrøm, Direktor für Fracht bei Bane NOR.
Dadurch werden die Möglichkeiten für einen umwelt- und klimafreundlicheren Gütertransport eingeschränkt. Ein einziger Güterzug mit Containern kann etwa 30 Anhänger auf der Straße ersetzen.
Heute sind die Bergensbanen und die Dovrebanen an ihrer Belastungsgrenze angelangt. Dies sind die wichtigen Verkehrskorridore zwischen Oslo und Bergen und Trondheim. Auch die Kongsvingerbanen und Østfoldbanen sind zeitweise überlastet.
Dies hat die Arbeitgeberorganisation NHO Logistikk og Transport dazu veranlasst, mehrere Maßnahmen zur Erhöhung der Kapazität des Schienennetzes in Betracht zu ziehen:
"Wir wollen Platz für mehr und längere Züge, die schneller zwischen den Zielen verkehren können. Ein großer Schub für den Schienengüterverkehr erfordert umfangreiche Investitionen in den Ausbau der Infrastruktur. Es geht in erster Linie um mehr und längere Kreuzungsmöglichkeiten sowie um eine Aufwertung und Rationalisierung der Terminals", sagt CEO Are Kjensli.
Möglicherweise mehr Güterzüge im Norden
Der größte Teil des norwegischen Eisenbahnnetzes ist einspurig ausgelegt. Henning Scheel, Direktor von Bane NOR, weist auch auf die Notwendigkeit hin, mehr Kreuzungsgleise zu schaffen, d. h. ein zusätzliches Gleis, auf dem Züge einander passieren können.
Solche Arbeiten sind derzeit an der Nordlandsbanen im Gange, die für eine halbe Milliarde NKK (50 Mio. EUR) modernisiert wird. In diesem Herbst wird die Arbeit erledigt sein. Dies wird eine Erhöhung der Anzahl der Güterzüge im Norden ermöglichen.
Gleichzeitig baut Bane NOR die Terminals in Narvik und Bergen aus. Dadurch wird zwar nicht mehr Platz auf den Gleisen geschaffen, aber die Terminals können mehr und längere Güterzüge aufnehmen. Darüber hinaus werden bei Alnabru in Oslo neue, leistungsfähige Kräne installiert, die die Ladekapazität erhöhen werden.
|
Bahn |
2020 |
2021 |
Änderung |
|
Østfoldbanen |
250 |
320 |
28 % |
|
Gjøvikbanen |
148 |
179 |
21 % |
|
Dovrebanen |
1501 |
1783 |
19 % |
|
Nordlandsbanen |
1181 |
1392 |
18 % |
|
Roa – Hønefossbanen |
89 |
105 |
18 % |
|
Bergensbanen |
986 |
1142 |
16 % |
|
Hovedbanen (Oslo-Eidsvoll) |
327 |
374 |
15 % |
|
Kongsvingerbanen |
549 |
600 |
9 % |
|
Sørlandsbanen |
1124 |
1188 |
6 % |
|
Solørbanen |
164 |
163 |
-1 % |
|
Ofotbanen |
1348 |
1301 |
-3 % |
|
Sum øvrige baner |
376 |
458 |
22 % |
|
Total |
8043 |
9006 |
12 % |
Die Angaben erfolgen in Millionen Bruttotonnenkilometern für alle Arten von Güterzügen.
KAR, WKZ, Quelle Bane NOR




