english

Dienstag, 23 Januar 2018 07:15

Bulgarien/Griechenland: Nächste Schritte des Projekts Egnatia Rail

So allmählich wird klar, wie sich die griechische Regierung die nächsten Schritte der "Egnatia Rail" (Bahnverbindung zwischen dem ionischen Meer (Hafen Igoumenitsa) und der türkischen Grenze vorstellt: Infrastrukturminister Spirtzis erklärte im Zusammenhang mit einer Veranstaltung der Premierminister von Griechenland und Bulgarien, dass im Frühjahr ein gemeinsames Unternehmen gegründet werden soll, dass den Ausbau der (Bestands-) Strecke Alexandroupoli - Svilengrad - Varna/Burgas/Ruse vorantreiben soll.

Damit wird die bestehende Bahnverbindung zwischen der Ägäis und bulgarischen Schwarzmeer- bzw. Donauhäfen zur Umgehundg von Dardanellen und Bosporus ausgebaut, eine Weiterführung nach Rumänien ist angedacht.

Der griechische Streckenabschnitt wurde in den vergangenen Jahren bereits teilweise erneuert, was noch völlig fehlt ist die Elektrifizierung und Signalisierung. In Bulgarien sind auch nur Teile dieser Verbindung ausgebaut.

Gefördert werden soll das Vorhaben von der EU, vor allem auch aus dem "Juncker-Paket", staatlichen Geldern und privaten Investitoren, vor allem den Eigetümern bzw. Pächtern der betroffenen Häfen.

In diesem Zusammenhang wurde auch klar, dass die Vorbereitungen der neuen Eisenbahnstrecke von Toxote bei Xanthi zum neuen Hafen von Kavala in Nea Karvali relativ weit gediehen sind. Alle Vorhaben waren auch Teil des "sea2sea"-Programms.

Wie schon vor wenigen Wochen erklärt, ist der weitere Ausbau der Egnatia Rail westlich von Kavala noch in einer sehr frühen Planungsphase, für die Realisierung wird mit mindestens 20 Jahren gerechnet. In der kurz- und mittelfristigen Planung ist allerdings die Ertüchtigung der Bestandsstrecke Thessaloniki - Alexandroupoli.

Der realistischerweise naheliegendste Bahnanschluss eines westgriechischen Hafens, Patra, lässt weiter auf sich warten. Bei der Planung der letzten 10 km der neuen normalspurigen Peloponnesbahn durch Patra ins Zentrum und zum Hafen ist nur klar, dass nichts klar ist. Die lokale Politik besteht auf einer großzügigen Tunnellösung, die geschätzt mehr als 700 Millionen EUR kosten soll, was die griechische Regierung unbedingt vermeiden will.

Prof. Dr. Johannes Schenkel

Zurück

Letzte Änderung am Dienstag, 23 Januar 2018 07:20

Nachrichten-Filter