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Mittwoch, 24 Januar 2018 07:00

Niederlande: Alstom testet Betrieb mit Autopilot auf der Betuwe-Linie

Alstom, der niederlänische Infrastrukturbetreiber Prorail und die Bahngesellschaft Rotterdam Rail Feeding (RRF) führen in diesem Jahr auf der Betuweroute in den Niederlanden Gleistests mit dem System ATO (Automatic Train Operation) durch. Das ATO-System automatisiert den Betrieb des Triebfahrzeugführers, der sich dann auf Überwachungsaufgaben konzentrieren kann.

Die Tests sollen es ermöglichen, das Management des Schienennetzes zu optimieren, den Energieverbrauch zu senken, den Fahrkomfort zu erhöhen und so einen Mehrwert und ein modernisiertes Schienennetz zu schaffen. Diese Tests werden mit einem Automatisierungsgrad (Degré d'automatisation, DdA), der von 1 (schwach) bis 4 (vollständige Automatisierung) reicht, in Stufe 2 auf der 150 km langen zweispurigen Betuwe-Route im Rahmen des europäischen Güterverkehrskorridors A durchgeführt.

Ziel dieser Tests auf der Betuwe-Route ist es, unter realen Bedingungen mit einer mit ATO ausgerüsteten Lokomotive vom Rotterdamer Hafen bis zum CUP (Container-Austauschpunkt, containeruitwisselingpunt) Valburg im Osten der Niederlande zu fahren. Die von RRF gelieferte Lokomotive wird fast 100 km ohne Fahrerintervention auf Abschnitten zurücklegen, die mit zwei verschiedenen ERTMS-Ebenen (1 und 2) ausgestattet sind. Alstom hat die Betuweroute vor zehn Jahren mit dem europäischen ERTMS-Signalisierungssystem ausgestattet. ERTMS unterstützt die automatische Steuerung besser als herkömmliche Sicherheitssysteme.

Auch der automatische Rangierbetrieb im CUP Valburg wird getestet. "Die enge Zusammenarbeit von Alstom mit ProRail und RRF wird dazu beitragen, neue Technologien voranzutreiben und ein attraktiveres, wettbewerbsfähigeres und nachhaltigeres Bahnsystem zu schaffen", sagte Gian-Luca Erbacci, Senior Vice President von Alstom in Europa. Durch die aktive Beteiligung an diesen Entwicklungen zeigen Prorail und RRF ihre Bereitschaft, fahrerlose Züge in den Niederlanden einzuführen und zur Modernisierung des Schienennetzes beizutragen.

Das ATO-System hat sich bereits in U-Bahnnetzen bewährt, wo es durch kürzere und einheitliche Zugabstände die Kapazität des Schienennetzes erhöht und den Energieverbrauch senkt. Der Autopilot kann somit einen Mehrwert für den Betreiber bieten, ohne dass kostspielige Änderungen an der Infrastruktur erforderlich sind.

WKZ, Quelle Alstom

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