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Dienstag, 01 August 2017 10:32

Frankreich: Totalausfall am Stellwerk Montparnasse

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Krisengepräch zur Situation in Montparnasse mit Verkehrsministerin Elisabeth Borne, Guillaume Pepy (SNCF) und Patrick Jeantet (SNCF Réseau). Fotos Elisabeth Borne.

Nach einem Ausfall der Stellwerktechnik am Bahnhof Montparnasse war zwischen Sonntag und Dienstag der Reiseverkehr unterbrochen. Die französische Presse fragt sich, ob die SNCF besser privatisiert werden sollte.

Am Urlaubswochenende 30/31.07.17 war die Stellwerktechnik in Vanves-Malakoff ausgefallen, etwa zehn Kilometer vom Bahnhof Montparnasse entfernt. Der Reiseverkehr in die Bretagne und den Südwesten des Landes war gestört und teilweise unterbrochen. Der Bahnhof Montparnasse - Ausfalltor für den TGV-Verkehr auf den erst im Juli in Betrieb genommenen Hochgeschwindigkeitsstrecken nach Bordeaux und Rennes - musste dann zwischen Montag 22 Uhr und Dienstag 06 Uhr komplett gesperrt werden, um die Ursache der Störung zu finden. Zehn TGV fielen aus, 6500 Reisende konnten ihren Urlaub nicht antreten. Schwarze Informationstafeln und rund um die SNCF-Helfer mit ihren roten Westen um Hilfe suchende Reisende bestimmten das Bild am Montag und Dienstag. Erst ab Mittwoch soll der Verkehr wieder normal laufen.

Etwa 50 Techniker und Ingenieure der SNCF haben den Vorfall untersucht und sind heute (01.08.17) zu dem Ergebnis gekommen, das eine fehlerhafte Isolierung an einem Stellwerk die Ursache war. Erste Unregelmäßigkeiten gab es schon laut SNCF-Chef Guillaume Pepy am Samstag, zu diesem Zeitpunkt wurde aber entschieden, den Verkehr weiterlaufen zu lassen. Der starke Ferienbetrieb verstärkte aber die Unregelmäßigkeiten, so dass man sich am Montag doch entschied, den Verkehr einzustellen. Tausende von Kabeln mussten untersucht werden. Das 30 Jahre alte Stellwerk wurde bei der Erweiterung der Technik auf die neuen Hochgeschwindigkeitsstrecken nicht richtig angepasst, laut Guillaume Pepy ein "Fehler in den Arbeiten, der Ursache des Ausfalls" war. 

Pariser Zeitungen greifen nun den Vorschlag des Rechnungshofes wieder auf, das öffentliche EPIC (Établissement public industriel et commercial) in eine Aktiengesellschaft zu überführen, um es auf den Wettbewerb vorzubereiten. Dem steht aber die Angst um den "sozialen Frieden" entgegen.

WKZ, RL, Quelle SNCF, Les Echos, Le Télégramme, Ouest-France

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Letzte Änderung am Donnerstag, 28 September 2017 14:00

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