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Montag, 07 März 2022 10:00

Niederlande: Störche in den Oberleitungen

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Fotos ProRail.

Die Brutsaison steht wieder vor der Tür und die Störche suchen sich immer mehr unsichere Plätze aus, neben einem in der Nähe von Rotterdam Blijdorp, der in der Nähe von Rotterdam CS liegt,  jetzt auch in der Gegend von Meppel (nördlich von Zwolle), wo bereits 29 Nester in Oberleitungsmasten gesichtet wurden! Wie bringen wir die Tiere dazu, ein sicheres Zuhause zu wählen?

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 Allein in der Umgebung von Meppel befinden sich 29 Nester in Freileitungen. "Man muss sich vorstellen, dass ein Nest leicht aus Hunderten von Kilos an Ästen bestehen kann. Diese können in Weichen fallen, die Oberleitung beschädigen oder sogar auf vorbeifahrende Züge gelangen", sagt ProRail-Umweltschützer Folkert Volbeda.

Großes Risiko

Auch für die Störche selbst sei der Standort sehr gefährlich, so Folkert. "Die Lokführer berichten von mehr Zusammenstößen mit den Vögeln in der Nähe ihrer Nester. Das erschreckt die Lokführer, gefährdet aber auch die Jugendlichen und ihre Eltern. Außerdem liegen 1500 Volt auf den Freileitungen. Dadurch besteht für das Nest ein hohes Risiko von Stromschlägen und Bränden."

Es ist nicht selbstverständlich, dass es heutzutage so viele Weißstörche gibt. In den 1970er Jahren war die Art in den Niederlanden sogar fast ausgerottet. "Der Storch ist eine geschützte Art, und das erfordert einen vorsichtigen Umgang", sagt Folkert. "Nicht nur der Vogel, sondern auch das Nest selbst sind ganzjährig durch das Naturschutzgesetz geschützt. Wir können also nicht einfach Nester entfernen. Das erfordert eine Ausnahmegenehmigung und eine Ausgleichsfläche für Ersatznester".

Alternativen

Mit Nistmasten rund um die Gleise und der Kappung von Bäumen wird versucht, die Störche an andere Orte als die Freileitungen zu locken. Bislang mit wenig Erfolg, da ProRail mangels verfügbarer Grundstücke mit ausreichendem Abstand zu den Gleisen kaum alternative Standorte anbieten kann. "Eine Alternative in der Nähe der Bahnlinie ist wenig sinnvoll, da die Wahrscheinlichkeit, dass der Storch zu einer attraktiven Oberleitung zurückkehrt, dann hoch ist. Es ist leider keine Selbstverständlichkeit, dass unsere Nachbarn einfach bereit sind, 'unsere' Bahnstörche zu übernehmen."

Mehr in der Zukunft

Vorerst werden die Störche weiterhin auf unseren Schilderbrücken nisten. Außerdem führt jedes erfolgreiche Nest zu weiteren Nestern im folgenden Jahr, da die Jungstörche und andere Störche das Verhalten kopieren. Die Bevölkerung wächst also rasant und damit auch das Problem. Als ProRail stehen wir daher vor der Herausforderung, einerseits die Sicherheit der Bahn zu gewährleisten und andererseits mit den Störchen sorgsam umzugehen. Es ist schön, dass es dem Storch gut geht, aber wir würden es natürlich vorziehen, wenn sie in einer sicheren Umgebung nisten würden."

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, WKZ, Quelle ProRail

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