english

Freitag, 26 Januar 2018 12:01

Italien: Aufarbeitung des Unglücks von Mailand beginnt

Nach der Entgleisung des Regionalzuges 10452 von Trenord gestern Vormittag (25.01.17) im Bahnhof Pioltello, bei der drei Frauen starben und weitere 46 Personen verletzt wurden, fünf von ihnen schwer, wurde der Eisenbahnverkehr auf zwei der vier Gleise der Strecke Mailand - Brescia zum Teil wieder aufgenommen.

Nach der Überfahrt des ersten und zweiten Wagens über das in einer Länge von 20 cm ausgebrochenen Gleisstücks entgleisten die Räder der nachfolgenden Waggons. Der dritte und vierte Wagen, angetrieben von der schiebenden Lokomotive, stießen gegen drei Lichtmasten und stoppten dann vor einem vierten Betonmast, der den vierten Wagen buchstäblich verbog. Der Zug fuhr mit 140 km/h, der Lokführer leitete aufgrund der Vibrationen den Bremsvorgang ein, aber es war zu spät.

In der Zwischenzeit stellte sich heraus, dass der Austausch des möglicherweise den Unfall verursachenden Gleises vorgesehen war. Neben der Strecke lagen schon die neuen Gleise, die italienischen Medien zufolge in wenigen Stunden eingebaut hätten werden sollen.

Die letzte Kontrolle der Gleise sei am 11. Januar durchgeführt worden, wird Maurizio Gentile, Geschäftsführer des Infrastrukturverwalters RFI, von der Zeitung Repubblica zitiert: "Es ist eine der am meisten kontrollierten Anlagen in Italien, eine von denen, die eine sehr sorgfältige Wartung erhalten: 400 bis 500 Züge pro Tag. ... Auf jeden Fall wissen wir immer noch nicht, ob die Gleisverbindung den Unfall verursachte oder durch die Entgleisung der Wagen gebrochen ist: Es handelt sich um sehr beanspruchte Teile".

Die Staatsanwaltschaft hat die Ingenieure Fabrizio D' Errico, Roberto Lucani und Angelo Laurino mit der Unfalluntersuchung als Experten herangezogen, die sich bereits mit den Eisenbahnkatastrophen von Viareggio und Andria - Corato beschäftigt haben.

In der italienischen Presse und den sozialen Medien sind inzwischen Vorwürfe gegenüber der Informationspolitik von Trenord laut geworden. Eine Stunde nach dem Unfall schrieb TreNord auf Twitter: "Verkehr unterbrochen zwischen Treviglio und Mailand wegen einer technischen Störung an einem Zug." Angesichts der Todesopfern und 100 Verletzten führte diese Formulierung zu Vorwürfen und Protesten.

WKZ, GK, Quelle Repubblica, RAI, Affaritaliani

Zurück

Nachrichten-Filter