Diese Seite drucken
Sonntag, 28 Januar 2018 19:30

Italien: Vier Gleisarbeiter am beschlagnahmten Unfallort überrascht

Nach der Zugentgleisung bei Mailand mit drei Toten wurde unter dem Schienenstück, das die Entgleisung verursacht haben dürfte, ein verdächtiges Holzstück gefunden. Es könnte auf eine unsachgemäße Reparatur hindeuten, als sollte dieses Holz wie eine Hilfsschwelle die Gleisverbindung abstützen. Der Infrastrukturverwalter RFI hat hervorgehoben, dass die Verwendung von "Holzbrettern ist nicht durch die technischen Vorschriften und Betriebsprotokolle des italienischen Eisenbahnnetzes erforderlich" ist.

Vier Arbeiter von  RFI wurden am Samstag (27.01.2018) von der Polizei in Pioltello überrascht, hundert Meter vom Beginn der Strecke entfernt, an der am vergangenen Donnerstag der Zug 10452 entgleiste. Die vier Arbeiter befanden sich in dem von der Justiz gesperrten Gebiet und wurden deshalb zum Polizeipräsidium begleitet, um dort identifiziert zu werden. Gegen sie kann Klage wegen der Verletzung von Siegeln erhoben werden.

Laut RFI seien die Arbeiter aber unbeabsichtigt in die Sperrzone eingedrungen. Sie hätten mit Ultraschallgeräten Gleisuntersuchungen machen wollen. RFI stellte gegenüber der Presse auch klar, dass "die Instandhaltungstätigkeiten nach Verfahren und Arbeitsmethoden durchgeführt werden müssen, die im Rahmen des Sicherheitsmanagementsystems kodifiziert sind, einem internen Regelwerk, das in Übereinstimmung mit den technischen Vorschriften des Sektors, dem italienischen Regelwerk für die Eisenbahnsicherheit und mit einer freiwilligen und obligatorischen Zertifizierung durch Dritte ausgestattet ist."

Die Blackbox des Unglückszuges wurde inzwischen beschlagnahmt.

"Tief betrübt über den schweren Eisenbahnunfall, der sich in Pioltello ereignet hat", drückte auch Papst Franziskus "seine tief empfundene Anteilnahme am Schmerz derer aus, die von dem dramatischen Ereignis betroffen sind."

GK, WKZ, Quelle Ansa, Rai

Zurück