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Montag, 29 Januar 2018 10:07

Frankreich: SNCF mildert Gerüchte über baldige Rekapitalisierung und Filialisierung der Gütersparte ab

csncffret

Foto SNCF.

In seiner Ausgabe vom 25. Januar diskutiert das Wirtschaftsblatt Les Echos die jüngsten Entwicklungen bei der Gütersparte Fret SNCF und die immer wiederkehrenden Defizite, die die Verschuldung des Unternehmens erhöhen. Aufgrund der stetig wachsenden Verschuldung von Fret SNCF sei eine Rekapitalisierung "unumgänglich geworden". Brüssel werde dazu seine Bedingungen festlegen und mindestens ein Minimum an Filialisierung (Ausgliederung von Unternehmensteilen) vorschreiben. Dies hat die SNCF inzwischen in einer Pressemeldung gerade zu rücken versucht.

Mitte Dezember gab Verkehrsministerin Elisabeth Borne grünes Licht für eine von der Regulierungsbehörde Arafer geforderte Maßnahme: die Verpflichtung für alle Betreiber, für jede Aktivität eine eigene Buchführung zu erstellen, um die Risiken von Quersubventionen oder Wettbewerbsverzerrungen zu begrenzen. Im Falle der SNCF bedeutet dies die Einzelaufführung der Konten von Fret SNCF, die zuvor mit denen der Logistikbranche verschmolzen wurden. Diese Aktivität hat jedoch seit Jahrzehnten Defizite angehäuft, trotz der regelmäßigen Unterstützungspläne der Regierung.

Les Echos spricht von einem "Teufelskreis der Verschuldung". Das Betriebsergebnis werde auch für 2017 wieder negativ ausfallen, das Eigenkapital sei mit 4,1 Mrd. Euro negativ und die Verschuldung hätte 4,3 Mrd. Euro erreicht. Zumal die Arafer erklärt hat, dass im Falle eines "offenkundigen Ungleichgewichts" zwischen der Verschuldung und der Höhe des Eigenkapitals das Unternehmen "die notwendigen Korrekturmaßnahmen ergreifen" müsse. Les Echos spricht deshalb von einer Rekapitalisierung, die mindestens 3,5 Mrd. Euro betragen müsse.

Laut SNCF hätte der Beitrag von Les Echos die "kontinuierliche Verbesserung der Betriebsergebnisse" und die "erheblichen Produktivitätsanstrengungen" für Fret SNCF nicht in Betracht gezogen. Der offizielle Standpunkt der SNCF-Logistikbranche zu diesem Thema sei folgender:

"Es ist wichtig, positive Ergebnisse zu erzielen und insbesondere eine positive operative Marge zur Deckung der Investitionen zu erhalten. Die SNCF-Frachtaktivität hat eine Reihe neuer Hebel in Bewegung gesetzt, um zu einem tragfähigen und nachhaltigen Wirtschaftsmodell zu gelangen. Ein Plan 2018-2020 wird in der ersten Jahreshälfte 2018 vorgelegt, um dieser Herausforderung gerecht zu werden."

WKZ, Quelle SNCF, Les Echos

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Letzte Änderung am Montag, 29 Januar 2018 10:39

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