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Mittwoch, 27 April 2022 08:00

Norwegen: Anhörung über die Zukunft der Ålgårdbanen

figgjo
Foto: Jernbanedirektorat/Njål Svingheim.

Die Frage, ob die Ålgårdbanen wieder Teil des nationalen Eisenbahnnetzes werden wird, steht zur Diskussion. Die norwegische Eisenbahndirektion Jernbanedirektorat hat Norconsult beauftragt, einen Untersuchungsbericht über die Folgen einer möglichen Wiedereröffnung der Strecke zu erstellen.

"Der Hintergrund ist die Forderung von Bane NOR aus dem Jahr 2019, die Ålgårdbanen aus dem nationalen Eisenbahnnetz zu nehmen", erklärt Morten Sageidet von der Regionalabteilung Süd / West im Jernbanedirektoratet. Das bedeutet, dass das Jernbanedirektorat im Rahmen dieses Projekts die Frage beantworten muss, ob es eine Grundlage für zukünftigen Personenverkehr auf der Ålgård-Linie gibt.

Die Ålgårdbanen ist eine von der Jærbanen Stavanger - Egersund abzweigende Nebenstrecke von Ganddal nach Ålgård, auf der seit 1955 kein Personenverkehr mehr stattfindet. Im technischen Bericht wird die Fahrzeit mit dem Zug für den Abschnitt Ålgård - Ganddal auf 12 Minuten und Ålgård - Stavanger auf 33 Minuten geschätzt. Auf der Strecke sind drei Bahnhöfe vorgesehen, an denen die Züge halten: Figgjo, Kongeparken und Ålgård. Für die Strecke wurden sieben Angebotskonzepte ausgearbeitet, die an die geplante Entwicklung der Jærbanen angepasst sind. Für alle Angebotskonzepte wurden Berechnungen der Investitionskosten, der Kapazität, der Marktgrundlagen und sozioökonomische Analysen durchgeführt.

Im Hinblick auf die preislichen Auswirkungen zeigt die Analyse, dass die Wiedereröffnung der Ålgårdbanen einen erheblichen negativen gesellschaftlichen Nutzwert haben wird, unabhängig davon, zu welchem Zeitpunkt sie realisiert wird und welches Zugangebot umgesetzt wird. Die am besten bewertete Alternative bietet keine positiven Vorteile für die Verkehrsteilnehmer, da sie Nachteile für die Fahrgäste auf der Jærbanen mit sich bringt. Die Analysen in diesem Bericht zeigen, dass der Ausbau der Ålgård-Bahn aus sozioökonomischer Sicht nicht rentabel sein wird. Die geschätzten Investitionskosten für das Angebotskonzept liegen zwischen 1,66 und 2,14 Mrd. NOK (170 Mio. und 220 Mio. EUR).

Nach Ende der Konsultation am 27.05.2022 wird die norwegische Eisenbahndirektion eine Gesamtbewertung vornehmen und dem Ministerium für Verkehr und Kommunikation eine Empfehlung zum künftigen Status der Ålgårdbanen im nationalen Eisenbahnnetz unterbreiten.

Bengt Dahlberg, WKZ, Quelle Jernbanedirektorat

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