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Donnerstag, 01 Februar 2018 19:00

Frankreich: Duron-Bericht schlägt Ausbau der Knotenpunkte und stufenweise Finanzierung neuer Strecken vor [Update]

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Foto Verkehrsministerium.

"Alles ist nicht möglich, man muss sich entscheiden." So beginnt der heute (01.02.18) vom ehemaligen Europaabgeordneten Philippe Duron vorgelegte 212-seitige Bericht an Verkehrsministerin Elisabeth Borne über Straßen, Eisenbahnen und Wasserstraßen, die der Staat vorrangig finanzieren sollte. Nach fünfmonatiger Arbeit steht der Regierung damit ein Instrument zur Verfügung, mit dem sie entscheiden kann, welche großen Infrastrukturarbeiten - Autobahnen, Hochgeschwindigkeitsstrecken, Kanäle, Eisenbahnen - in den nächsten 20 Jahren möglich sein werden.

Tatsächlich achtet der Duron-Bericht darauf, nicht für die Regierung zu entscheiden. Er erinnert daran, dass "der ökologische Wandel keine Option" ist, aber "die Mobilität des Alltags ein Leitfaden" sei.

"Wir haben die Projekte ausgewählt, die für die Bevölkerung und die Qualität der Netze im Laufe der Zeit am nützlichsten sind. Wir können ein sehr schönes Projekt an einem Ort durchführen, der 5 % der Menschen zufrieden stellt, der uns aber daran hindert, die Situation der anderen 95 % zu verbessern.

Der Erneuerung der Pariser Bahnknotenpunkte steht im Mittelpunkt der Netzstabilisierung, um Ereignisse wie im letzten Sommer am Bahnhof Montparnasse zu vermeiden. Es ist zwar nicht prestigeträchtig, aber es ist lebenswichtig, weil es dem gesamten Netz zugute kommt. Bordeaux, Toulouse, Marseille, Toulon und Nizza wurden von der Duron-Kommission ebenfalls als prioritär eingestuft.

Bei großen Fernverkehrsprojekten ist es unmöglich, in fünf Jahren ein 13-Milliarden-Euro-Projekt auf den Weg zu bringen. Also schlug die Kommission einen schrittweisen Ausbau vor. Die neuen Hochgeschwindigkeitsstrecken Paris - Normandie, Provence - Côte d'Azur oder Bordeaux - Toulouse haben Vorrang, aber die Knotenpunkte werden zuerst behandelt.

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Vergleich der drei Finanzierungsmodelle.

Zur Finanzierung wurden für die nächsten zwanzig Jahre drei Szenarien aufgestellt. Ersteres verfügt über ein Budget von 48 Mrd. Euro, zweiteres über 60 Mrd. Euro und das dritte über 80 Mrd. Euro. Duron bevorzugt das zweite Modell, in dem zuerst die tägliche Transport- und Netzqualität auf ein zufriedenstellendes Niveau gebracht und anschließend neue Infrastrukturen mit den vom Präsidenten der Republik festgelegten Prioritäten gebaut werden.

Als Beispiel sei die Hochgeschwindigkeitsstrecke Bordeaux - Toulouse genannt. Man sollte bereits 2018 mit den Eisenbahnknotenpunkten der Metropolen beginnen und sich gemäß Szenario 3 in weniger als zehn Jahren oder gemäß Szenario 2 in weniger als zwanzig Jahren auf die vollständige Fertigstellung der neuen Strecke zubewegen.

Die Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Bordeaux und Dax hat dagegen eine niedrigere Priorität. Gleiches gilt für die beiden zusätzlichen Abschnitte der Hochgeschwindigkeitsstrecke Rhin-Rhône oder die neue Strecke zwischen Béziers und Perpignan.

Zur Finanzierung des zweiten Modells werden 600 Millionen Euro mehr im Jahr benötigt. Zu diesem Zweck wird eine Umschichtung von TICPE-Mitteln vorgeschlagen (inländische Steuer zum Verbrauch von Energieerzeugnissen).

WKZ, Quelle Le Parisien

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Letzte Änderung am Donnerstag, 01 Februar 2018 19:06

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